Studie: Viele Windräder, wenige Rotmilane

+++ Rheinland-Pfalz: Jäger trifft Kaltblut-Pferd +++ Inquisition light: C-Promi wird wegen jagendem Freund gemobbt +++ Bayern: Zöllner finden hunderte Schuss Munition und vier Schalldämpfer +++ NRW: Jäger sorgt in der Nähe von Flüchtlingsunterkunft für Aufregung +++ Sachsen-Anhalt: Wolf bei Wildunfall getötet +++ Hessen: Waschbärjagd in Battenberg +++ Sachsen: Wolf bei Plauen gesichtet? +++ Schweiz: Jäger sollen verunreinigtes Wildbret in Handel gebracht haben +++

Neuer Bericht zeigt Auswirkungen von Windrädern auf den Rotmilan-Bestand – EEG-Umlage steigt auf Rekordwert – Strompreise steigen um 32 Prozent in zehn Jahren – Windrad schreddert Seeadler

Der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA), Koordinator der offiziellen bundesweiten Vogelbestandserfassungen, hat jetzt die Ergebnisse einer detaillierten Analyse der jüngsten Bestandsentwicklung des Rotmilans in Deutschland veröffentlicht. Danach gehen die Rotmilanbestände in Landkreisen mit einer hohen Dichte an Windrädern zurück, während sie in Landkreisen ohne Windräder zunehmen. Mit Blick auf die im Fachmagazin „DER FALKE“ erschienene Analyse zur Bestandsentwicklung des Rotmilans in Deutschland hat sich der Nabu erneut dafür ausgesprochen, dass der notwendige Ausbau der Windenergie in Deutschland im Einklang mit dem Artenschutz erfolgen muss.

„Dieser Zusammenhang ist äußert bedeutsam und zeigt, dass der notwendige weitere Ausbau der Windenergie in Deutschland nicht durch eine von der Windindustrie geforderte und derzeit sogar vom Bundeswirtschaftsministerium vorgeschlagenen Aufweichung des Artenschutzrechts erreicht werden darf, sondern Klima- und Artenschutz von vornherein zusammen gedacht werden müssen“, sagt Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Insbesondere der Rotmilan ist als Vogel der Offenlandschaft und durch sein Flugverhalten häufig von Kollisionen mit Windkraftanlagen betroffen, weil er beim Jagen nach unten schaut und die Anlagen gar nicht sieht.

In der Studie vergleichen die Autoren des DDA die mit gleicher Methode erfolgten bundesweiten Erfassungen des Rotmilan-Brutbestands der Zeiträume 2005 bis 2009 und 2010 bis 2014. Für jeden der 285 Landkreise im Verbreitungsgebiet der Art wurde die ermittelte Bestandsveränderung mit der Anzahl von Windenergieanlagen pro Quadratkilometer Fläche korreliert. Eindeutiges Ergebnis: Je mehr Windräder, desto schlechter die Bestandsentwicklung. In Landkreisen ohne Windräder nahm der Bestand zu, bei etwa 0,1 Windrädern pro Quadratkilometer waren die Bestände stabil, bei über 0,15 Anlagen auf gleicher Fläche waren die Bestandstrends negativ.

Insgesamt führt dies zu einem bundesweit betrachtet stabilen Rotmilan-Bestand, was die Windindustrie bereits im August zu einer Jubelmeldung über die angeblich konfliktfreie Koexistenz von Windenergieanlagen und dem aufgrund seines gegabelten Schwanzes auch als „Gabelweihe“ bekannten Greifvogel veranlasste. Dieser Fehlinterpretation hatte der Nabu bereits in einer Stellungnahme deutlich widersprochen und darauf hingewiesen, dass die Rotmilanbestände insbesondere im Nordosten Deutschlands, wo sehr viele Windräder stehen, deutlich abnehmen, während sie im windradarmen Südwesten des Landes zunehmen. Die neue Studie des DDA bestätigt diesen Effekt und kann ihn sogar Landkreis für Landkreis nachweisen. Die größten Abnahmen gab es demnach in einigen Landkreisen Sachsen-Anhalts, Ost-Westfalens und Mittelhessens, jeweils dort, wo sich auch Windenergieanlagen konzentrieren.

„Der jetzt veröffentlichte Bericht macht deutlich, dass der potentielle Konflikt zwischen dem Schutz windenergiesensibler Arten und dem Ausbau der Windenergie nicht nur in der Theorie und in Projektionen für die Zukunft existiert, sondern sich schon heute in konkreten Bestandsrückgängen manifestiert“, so Miller. Der NABU warnt daher davor, den derzeit stockenden Ausbau der Windenergie durch Aufweichungen des geltenden Artenschutzrechts erzwingen zu wollen. Stattdessen fordert er den bestehenden gesetzlichen Rahmen so zu nutzen, dass auch die kumulativen Auswirkungen vieler einzelner Windräder angemessen berücksichtigt werden und damit dem Artenschutz Genüge getan wie auch eine deutliche Verbesserung der Genehmigungsfähigkeit von Planungen aus Artenschutzsicht erreicht werden kann.

Dies ist möglich, wenn für betroffene Arten wie den Rotmilan auf regionaler Ebene umfassende Artenschutzprogramme erstellt und umgesetzt werden. Sind diese erfolgreich und sorgen in der betreffenden Region für einen mindestens stabilen Bestand, ist es möglich weitere Windräder über artenschutzrechtliche Ausnahmen zu genehmigen. „Ein einfaches Durchwinken von artenschutzrechtlichen Ausnahmen ohne entsprechende effektive Schutzprogramme verbietet sich jedoch angesichts der bereits heute nachweisbaren negativen Wirkungen auf die Bestände windkraftsensibler Arten wie dem Rotmilan.“ PM Nabu

EEG-Umlage steigt auf Rekordwert

Von wegen “eine Kugel Eis***”: Um 5,5 Prozent auf 6,756 Cent pro Kilowattstunde erhöht sich die sogenannte Ökostrom-Umlage im nächsten Jahr. Die Stromrechnung dürfte sich für Verbraucher damit merklich verteuern, berichtet die Welt.

In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Strom in Deutschland um durchschnittlich 32 Prozent verteuert, ein Anstieg, der doppelt so hoch wie die allgemeine Inflationsrate ausfällt. “Ein Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden pro Jahr zahlte im Oktober 2019 demnach im Schnitt 285 Euro mehr für Strom als noch im Oktober 2009”, heißt es im Spiegel unter Berufung auf eine Studie des Preisvergleichsportal Verivox.

Abgemolken: 57 Prozent Steuern und Abgaben

Die Deutschen zahlen den höchsten Strompreis in der EU, stellt Verivox fest, der deutsche Strompreis liegt stolze 49 Prozent über dem EU-Durchschnitt. Das liegt vor allem an Steuern und Abgaben, die sich mittlerweile auf 57 Prozent des Strompreises belaufen.

Brandenburg: Windrad tötet Seeadler

Bei Wilsickow (Landkreis Uckermark) ist ein Seeadler von einem Windrad getötet worden. Bei der Kollision mit dem Rotor der Windkraftanlage wurde dem Adler die linke Schwunghand abgetrennt, wie der Nordkurier berichtet. Ein Blutfleck auf dem Rotorblatt zeugt noch bis zum nächsten Regenguss von dem Vorfall. Der Kadaver des Seeadlers, heißt es in dem Zeitungsbericht, “endet im Müllsack und wird von einem Mitarbeiter der Pflegestation „Storchenhof Papendorf” fachgerecht entsorgt.” Wie tröstlich… SE

Beitragsbild: Von Windrad getöteter Schwarzmilan. Foto: SE

*** “Es bleibt dabei, dass die Förderung erneuerbarer Energien einen durchschnittlichen Haushalt nur rund 1 Euro im Monat kostet – so viel wie eine Kugel Eis.” Jürgen Trittin in einer Pressemitteilung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, vom 30.07.2004.

6 Gedanken zu „Studie: Viele Windräder, wenige Rotmilane

  1. Jäger aus Walhall

    Endlich sind wir wieder irgendwo ganz weit vorn! Wenn es auch nur der Strompreis oder die Steuerlast sind. Hauptsache vorn! Frei nach dem Motto: Wo wir sind ist vorn, wenn wir hinten sind, ist hinten vorn.

    Toll! weitermachen! Wir retten mit Sicherheit das Weltklima-ach was-wir retten das Universum.-Wen kümmern da schon Rote Milane oder die das heißt. …

    So – ich bin fertig mit kotzen – jetzt darf der Nächste.

    Antworten
    1. Schirinzi Alfredo

      Da sieht man die Manipulation der Medien seitens der Energiekonzerne. Seit Einführung der Windräder wird fast jeden Tag in den Medien geschrieben wie schädlich diese für die Vögeln sind.
      Kein Wort wurde bis heute verschwendet, wie viele Vögeln und Insekten durch den Flug – und Autoverkehr täglich umkommen.
      Es ist mehr als offensichtlich das die Energiekonzerne mit allen Mitteln versuchen die Einführung der erneuerbaren Energien zu verzögern.

      Antworten
      1. Carpe Diem.. jetzt erst recht

        ,,,,,,bei “Vögeln” im Autoverkehr wir heute deshalb kein Wort verschwendet, weil es jeden Tag passiert.

        Antworten
  2. Titus von Unhold

    Hier die Meldung aus NRW ohne Paywall:
    https://www.ruhrnachrichten.de/herbern/an-fluechtlingsheim-polizei-sucht-nach-mann-in-soldatenuniform-und-mit-gewehr-1459887.html

    “eine besorgniserregende Beobachtung in Ascheberg, die eine Zeugin dazu veranlasste, die Polizei zu rufen. „Sie hat mitgeteilt, dass sie eine Person gesehen habe, die wie ein Soldat aussah und ein Gewehr geschultert habe“, berichtet Vanessa Arlt von der Pressestelle der Polizei in Münster tags darauf. […] Er erklärte, dass er Jäger sei und dem Gebiet an der Neuen Herberner Straße jagdberechtigt. „Er hat die Frau sogar noch nett gegrüßt und hat sich gar keine Gedanken darüber gemacht, dass es zu solch einem Einsatz kommen könnte“, erzählte Vanessa Arlt am Montagnachmittag.”

    Da fragt man sich ob die Anruferin geistig benachteiligt ist oder explizit wusste was sie tat und dem Kameraden eine auswischen wollte.

    Antworten
  3. Ronbi

    Windräder schreddern auch Eulen, Fledermäuse und Insekten.
    Um mit Windenergie etwas zu bewirken, bräuchte man so sechsmal die Fläche des Wattenmeers.
    Windenergie scheint ein, im whrsten Sinn des Wortes, riesiger Irrtum zu sein.
    Doppel Fluid Thorium Reaktoren?
    China ist dabei, mal sehen, was daraus wird.

    Antworten
    1. Frosch

      In Kanada entwickeln sie Mini-Kernreaktoren MSR basierend um struckturschache Regionen mit Energie zu versorgen und die Russen ziehen bei den Indern Druckwasser Reaktoren der neusten Bauart Gen3+ hoch. Die Energie Leistungs- zu CO² Bilanz bewerte ich hier mal nicht, sonst kommen den Mitlesern von FFF und XR nur die Tränen. Aber wir setzen ideologisch getrieben wieder einmal auf’s falsche Pferd. Vögel und Insekten schreddern, dazu den Naturschutz aufweichen um die Landschaft weiter zu verspargeln, Canis Lupus pempern und die Landbvölkerung mit den sich häufenden Konflikten alleine lassen, für die Nebenbaustellen BER, Stuggi21, Maut Desaster…, ist hier kein Platz mehr. Es ist einfach nur zum Heulen.

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.