Studie: “Tier und Kalb flüchten eher getrennt”

Im Nationalpark Hunsrück-Hochwald erforschen Wissenschaftler der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft in Trippstadt, wie eng die Bindung zwischen Tier und Kalb beim Rotwild ist. Auch wenn die Forscher betonen, dass es für jagdpraktische Konsequenzen noch zu früh, könnten die Ergebnisse massive Auswirkungen auf Jagdpraxis und Jagdgesetze haben.

Es sei kaum erforscht, “wie lang die Leine” zwischen Tier und Kalb sei, erklärte Ulf Hohmann, der Leiter der Forschungsgruppe Wildökologie am Montag anlässlich der Vorstellung erster Studienergebnisse im Rahmen einer Veranstaltung des Nationalparks. Die (Wunsch-)Vorstellung, dass Tier und Kalb grundsätzlich eng zusammenbleiben – und so zu erkennen sei, ob ein Tier führt oder nicht – ist demzufolge höchst zweifelhaft. Die im Nationalpark Hunsrück-Hochwald begonnene Forschungen deuten darauf hin, dass die Tiere gerade in Stresssituationen eher getrennte Wege gehen.

Im Rahmen der seit Oktober 2017 laufenden Studie wurden zunächst sechs Stück Rotwild – zwei Tiere und sechs Kälber – besendert, wie der Volksfreund berichtet. Wenn sie nicht gestört werden, bleiben die Tiere zwar in der Regel nah beieinander, es seien jedoch auch Phasen längerer Trennungen aufgezeichnet worden, in denen sich die Tiere bis zu einem Kilometer voneinander entfernten.

Die Forscher simulierten dann Drückjagdsituationen, zuerst nur mit menschlichen Treibern, dann auch mit Hunden. Dabei zeigte sich, dass beim Einsatz von Hunden Tier und Kalb eher getrennt voneinander flüchteten. Für die Jäger wird es so schwierig bis unmöglich zu erkennen, ob ein Tier führt oder nicht. Fehlabschüsse führender Tiere dürften die Folge sein. Die Forschungen im Nationalpark sollen mit verfeinerten Methoden fortgesetzt werden, auf die Ergebnisse darf man gespannt sein. SE

Beitragsbild: Einzelnes Tier – führt es oder führt es nicht? Foto: SE

 

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