Studie soll Insektensterben bestätigen

Die im Online-Wissenschaftsjournal veröffentlichte Studie “More than 75 percent decline over 27 years in total flying insect biomass in protected Areas” soll bestätigen, dass das Insektensterben “nicht die Erfindung einzelner Insektenliebhaber oder Entomologen-Vereine” ist, wie die FAZ schreibt. Im Juli hatte das Bundesumweltministerium (BMUB) den alarmierenden Befund in einer Antwort auf eine Grünen-Anfrage mitgeteilt, dass der Insektenbestand sich in Deutschland seit 1982 um über 80 Prozent verringert habe. Kurz darauf war Kritik an der Aussage des BMUB laut geworden, da die Zahlen angeblich fast ausschließlich auf den Erhebungen Krefelder Hobby-Insektenkundler beruhten. Nun vermeldet der Nabu, dass Wissenschaftler die These vom Insektensterben bestätigt hätten. Die “erschreckenden Ergebnisse” beruhten auf wissenschaftlichen Daten, die “zahlreiche ehrenamtliche Entomologen […] zwischen 1989 und 2015 an über 60 Standorten gesammelt” hätten. Kleines Problem dabei: An der Studie sind die selben Krefelder Hobby-Entomologen maßgeblich beteiligt, deren Ergebnisse durch die Studie “bestätigt” werden sollen.

Von den zwölf Studienautoren sind sechs – Martin Sorg, Heinz Schwan, Werner Stenmans, Andreas Müller, Hubert Sumser und Thomas Hörren – mit der Entomologischen Gesellschaft Krefeld verbandelt – eine seltsam redundante Spielart der wissenschaftlichen Bestätigung.

Die Entomologische Gesellschaft bestätigt in einer Studie ihre Studienergebnisse. (Screenshot)

Anzumerken ist überdies, dass die Studie nicht nur von diversen Bezirksregierungen Landesumweltämtern und anderen staatlichen Stellen finanziert wurde, sondern auch von Naturschutzorganisationen, darunter der Nabu. Diverse weitere Mitglieder der Entomologischen Gesellschaft Krefeld werden als Mitarbeiter und Zuträger gewürdigt.

Unter den Finanziers der Studie sind Naturschutzverbände zu finden, etliche  weitere Mitglieder der Entomologischen Gesellschaft werden als Mitwirkende aufgeführt. (Screenshot)

Deshalb müssen die gewonnenen Erkenntnisse freilich nicht falsch oder wertlos sein – aber unabhängige Forschung und Wissenschaft sieht anders aus. SE

Beitragsbild: Studie “More than 75 percent decline over 27 years in total flying insect biomass in protected Areas” auf PLOS ONE. (Screenshot)

3 Gedanken zu „Studie soll Insektensterben bestätigen

  1. Grimbart

    Ich kann das aber anhand meiner Windschutzscheibe bestätigen. Auch korrelieren die stark rückläufigen Niederwildstrecken mit dem Ergebnis. Schließlich haben Untersuchungen ergeben, dass mangelnde Insektennahrung zu einem verlangsamten Wachstum von Fasanenküken führt und somit zu einer erhöhten Sterblichkeit. Der Wandel in der Landwirtschaft führt zu immer größeren Schlaggrößen und somit zu weniger Randstreifen, die dann auch noch intensiv “gepflegt” werden. Wer diese Zusammenhänge negiert muss wirklich blind sein.

    Antworten
  2. Schlumpf

    Eigentlich wird ja die Aussage getroffen, dass man die Ursache nicht wirklich festmachen kann.
    Es fehlt auch die »natürliche Entnahme«. Wenn man sich den jahreszeitlichen Verlauf ansieht, zeigt sich der größte Rückgang zu der Zeit, in der am meisten Insektennahrung benötigt wird. Die Untersuchungsflächen sind kleinräumig und sozusagen »Insektensenken«. Da macht es Sinn, die Gesamtheit der Insektenfressergemeinschaft und ihre Abundanzen mit zu berücksichtigen. Da hat sich in den letzten Jahren ja auch etwas verändert.

    Antworten
  3. Jochen

    Das es im Sommer immer weniger Insekten gibt und es im Frühling morgens immer ruhiger wird, kann man wirklich schlecht abstreiten. Genauso daß die Hühnervögel immer weniger werden, AUCH da, wo es noch gute Biotope gibt und das Raubwild scharf bejagt wird.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.