Steile Karriere: Hybride wird Leitwolf

+++ NRW: Wolf im Märkischen Kreis bestätigt +++ Schleswig-Holstein: 750.000 Euro Kosten pro Wolf +++ Thüringen: Waschanlage für Hunde eröffnet +++

Eine steile Karriere hat ein Wolfshybride in Italien hingelegt: Der wegen der schwarzen Färbung seines Fells “Nerone” genannte Wolfs-Hund-Mischling ist zum Leitwolf eines Wolfsrudels im Naturschutzgebiet Oasi Castel di Guido im Umland Roms aufgestiegen. Der Befund löste unter Natur- und Tierschützern tiefe Besorgnis aus, berichtet Südtirol-NEWS. Denn in Wolfsrudeln ist das Alphatier für die Fortpflanzung zuständig – wenn Nerone sich nun munter mit den Wölfinnen des Rudels verpaart, könnte dies nicht nur fatale Auswirkungen auf das Wolfsrudel in dem Naturschutzgebiet haben, sondern die  Art des Apenninischen Wolfes ernsthaft gefährden, da so (weitere) Hundegene in die Wolfspopulation eingeschleust würden. Bei Nerone handelt es sich eindeutig um einen Hybriden, der aufgrund seines wenig wolfstypischen Aussehens erregte Verdacht wurde durch DNA-Analysen bestätigt. Nerone wurde bereits in Begleitung der fortpflanzungsfähigen Wölfin Aurelia gesehen, heißt es in dem Medenbericht.

Nach Ansicht von Naturschützern wäre es das beste gewesen, den Hybriden einzufangen, zu sterilisieren und wieder freizulassen. Dies scheitere Südtirol-NEWS zufolge jedoch an der Verwaltung des Naturparks „Riserva naturale statale del Litorale Romano“, die die erforderlichen Genehmigungen nicht rechtzeitig vor der Paarungszeit der Wölfe erteilte.

Inzwischen soll Aurelia einen Wurf Welpen gewölft haben – mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit also weitere Hybriden. Nun befürchten Naturschützer, dass es nicht gelingen werde, zwischen Hybriden und Wölfen zu unterscheiden, so dass die Anzahl von Wolfshybriden weiter zunimmt. SE

Video: LipuOnline / YouTube

4 Gedanken zu „Steile Karriere: Hybride wird Leitwolf

  1. Elisabeth Ertl

    Man kann doch nicht verhindern, dass die Evolution weiter geht! Was ist das für eine museale Sicht auf die Welt, dass der Wolf ewig so weiterbestehen muss, wie er vor 200 Jahren war? Entweder man akzeptiert Hybriden als die neuen Spitzenprädatoren, oder man findet sie nicht schützenswert genug und eliminiert sie zum Schutz des Weideviehs.

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  2. Ralf

    @Elisabeth Ertl:
    Ist das Ihr Ernst? In Zukunft Promenadenmischungen, die streng geschützt sind? Unglaublich solche Äußerungen! Dann sprechen wir nicht mehr von “Wolfschutz” und schon gar nicht von “Artenschutz”! Was wolllen Sie nun?

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  3. Joachim

    Nicht, daß zum Schluß die Wolfsschützer die Totengräber des Wolfes sind.

    Wenn der Wolf auf Teufel komm raus in dicht besiedelten Kultur- und Industrielandschaften einen Platz haben soll und die industrialisiert Land- und Forstwirtschaft zur Wildnis verklärt wird, dann wird es regelmäßig zur Verpaarung von Hund und Wolf kommen. Das wird sich nicht verhindern lassen.
    Und der hier vorgeschlagene Weg für “Nerone” ist ebenso absurd wie die Vorstellung ein so intensiv genutztes Land wie das unsere durch Wolfsschutzzäune in einen Wolfszoo zu verwandeln.

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