Standorttreu: Besenderte Lausitz-Wölfe wandern bisher nicht

Karte 1: Streifgebiete von FT7 (rot) und MT5 (grün) seit ihrer Besenderung. Zur Veranschaulichung sind die Territorien des Milkeler (MI), Nochtener (NO) und Daubaner (DN) Rudels schematisch dargestellt (blau). Copyright: Wildbiologisches Büro LUPUS.

Die besenderte junge Wölfin „Marie“ (FT7) aus dem Milkeler Wolfsrudel hält sich weiterhin überwiegend im Territorium ihrer Eltern auf. Wie Fotofallenaufnahmen aus dem Februar zeigen, hält die mittlerweile 22 Monate alte Wölfin immer noch engen Kontakt zu ihrem Geburtsrudel. Die automatischen Kameras haben nacheinander „Marie“, ihre Mutter, ihr Stiefvater und vier Welpen fotografiert.

Vom 2. Mai 2012 bis 31. März 2013 nutzte FT7 ein 564 km² großes Streifgebiet* (MCP100**); ohne die wenigen Ausflüge außerhalb des Milkeler Territoriums betrug ihr Streifgebiet 372 km² (siehe Karte 1 und 2, beide Karten Copyright Wildbiologisches Büro LUPUS). Dieses Gebiet deckt sich zum Großteil mit dem bekannten Milkeler Territorium, das sich von Neschwitz im Süden bis Neustadt / Spreetal im Norden erstreckt.

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FT7 („Marie“) und ihr Stiefvater, der Rüde des Milkeler Rudels. Copyright: Staatsbetrieb Sachsenforst / A. Klingenberger.

Die junge Wölfin wurde am 2.05.2012 vom Wildbiologischen Büro LUPUS gefangen und mit einem Halsbandsender ausgestattet. Die Besenderung erfolgte im Rahmen eines gemeinsamen Projektes des Sächsischen Ministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) mit der Projektgruppe „Wanderwolf“, die aus der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e.V. (GzSdW), dem Internationalen Tierschutz-Fonds gGmbH (IFAW), dem Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) und dem World Wide Fund For Nature Deutschland (WWF) besteht. Im Rahmen dieses Projektes sollen Daten zur Raumnutzung der Wölfe in Sachsen, aber auch zum Abwanderungs- und Ausbreitungsverhalten von Wölfen in Deutschland erhoben werden.

Mehr Informationen zu dem Projekt erhalten Sie auf www.wolfsregion-lausitz.de.

Besenderter Wolf MT5 hält sich im Daubaner Territorium auf

Der besenderte Wolf MT5, ein männlicher Jungwolf aus dem Nochtener Rudel, hält sich seit der zweiten Oktoberhälfte 2012 überwiegend, seit Anfang 2013 ausschließlich, im Südteil des Daubaner Rudelterritoriums auf. Von Zeit zu Zeit ist er auch direkt im Kerngebiet des Daubaner Rudels, im Daubaner Wald, unterwegs. Das Territorium des Daubaner Rudels grenzt südlich an das des Nochtener Rudels an. Der Daubaner Rüde stammt ebenfalls aus dem Nochtener Rudel und ist somit ein Bruder von MT5.

Eine ähnliche Situation beobachteten die Wolfsforscherinnen 2010, als der ebenfalls aus der Nochtener Wolfsfamilie stammende „Karl“ (MT2) sich mehrere Wochen im benachbarten Milkeler Territorium aufhielt, bevor er zusammen mit einer jungen Fähe dieses Rudels die Spremberger Wolfsfamilie gründete.

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Karte 2: Die seit Anfang 2013 hauptsächlich genutzten Streifgebiete von FT7 und MT5. Zur Veranschaulichung sind die Territorien des Milkeler (MI), Nochtener (NO) und Daubaner (DN) Rudels schematisch dargestellt (blau). Copyright: Wildbiologisches Büro LUPUS.

Von Januar bis Ende März nutzte MT5 ein Gebiet von 123 km² (Karte 2). Seit seiner Besenderung im Januar 2012 durchstreifte er ein Gebiet von mindestens 672 km² (MCP100**) (Karte 1). Da die Daten aus dem ersten Jahr seiner Senderlaufzeit nur lückenhaft sind, dürfte das tatsächliche Streifgebiet noch größer sein.

MT5 stammt aus dem letzten Wurf der Wölfin „Einauge“, die Mitte März starb (wir berichteten), und war derjenige der vier Geschwister, der am längsten bei seinen Eltern blieb. Im Herbst 2012, mit 1,5 Jahren, begann er sich mehr und mehr aus seinem Elternterritorium zu lösen.

MT5 ist nicht im Rahmen der AG „Wanderwolf“ besendert worden. Der Wolf war nach einem Verkehrsunfall Anfang Dezember 2011 verletzt eingefangen, tierärztlich behandelt und am 7. Januar 2012 mit Halsbandsender wieder freigelassen worden. Kurze Zeit später zeigten Fotofallenaufnahmen, dass er wieder vollständig in sein Geburtsrudel integriert worden war. PM Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz

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