Städter verklären Landleben

Immer weniger Menschen leben und arbeiten auf dem Land – möglicherweise gerade deshalb glauben immer mehr Menschen, auf dem Land lebe es sich besser. Das ist jedenfalls eines der Ergebnisse einer vom Allensbach-Institut im Auftrag der FAZ durchgeführten Studie. Während im Jahr 1956 noch 59 Prozent der Befragten der Ansicht waren, man habe in der Stadt “mehr vom Leben”, und nur 19 Prozent dem Landleben dem Vorzug gaben, votierten bereits 1977 nur noch 39 Prozent für die Stadt und 43 für das Land. Heute sind nur noch 20 Prozent der Befragten überzeugte Städter.

Der Autor des lesenswerten FAZ-Beitrags mit dem Titel “Die Sehnsucht der Städter nach dem „Land“” glaubt, “eine gewisse Romantik” zu erkennen, wenn Städter die Vorteile des Stadtlebens zwar zu würdigen wüssten, das Leben auf dem Land aber für “natürlicher” oder “gesünder” hielten. Gute Einkaufsmöglichkeiten und kulturelle Angebote wiegen für diejenigen, denen sie täglich zur Verfügung stehen, Dreck und Lärm und die angebliche Vereinsamung in der anonymen Großstadt offenbar nicht auf. Demgegenüber werde das Landleben idealisiert, was nicht nur den Erfolg von Zeitschriften wie “Landlust”, sondern auch den der Grünen erkläre, die beide in den Zentren der Großstädte die meisten Anhänger hätten, wie der FAZ-Autor konstatiert. SE

Foto: SE

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