Sport verbindet

Eine Glosse von Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Wie auf den Fluren des nordrhein-westfälischen Landtags zu erfahren war, plant Umweltminister Johannes Remmel, der Inhaber einer B-Lizenz für Fußballtrainer ist, eine Mannschaft aus allen grünen Umweltministerien in Deutschland zu formen. Durch regelmäßiges Training auf dem Fußballplatz soll der Zusammenhalt der grünen Politiker und Ministerialbeamten zu Wohle unseres Gemeinwesens weiter gestärkt und das Land im grünen Sinne auf dem eingeschlagenen Weg der Vernunft weiter voran gebracht werden. Remmel selber möchte Trainer werden, sein Kollege Bonde aus BW ist als sportlicher Direktor vorgesehen. Man hofft auf die Aufstellung einer weiteren Mannschaft aus den Reihen von BUND, NABU und ÖJV, um mit Sinnesverwandten zum gegenseitigen Nutzen sportliche Bande zu pflegen. Von der Pflege des sozialen Umgangs miteinander bei sportlicher Betätigung verspricht sich Johannes Remmel weitere Kampferfolge bei der dringend gebotenen Ökologisierung unseres Landes. Trotz seines biblisch anmutenden Vornamens – man wird unwillkürlich an Johannes den Täuscher erinnert – hat Remmel zwar leider sein Studium der katholischen Theologie nicht durch einen akademischen Abschluss gekrönt, scheint aber dennoch für diese Aufgabe prädestiniert zu sein.

Vorbild auf diesem Weg sollen dabei die ökologischen Jagdgesetze von Baden-Württemberg (BW) und Nordrhein-Westfalen (NRW) sein. In BW beginnt dieses Gesetz, das Alexander Bonde, wie Johannes Remmel Mitglied der Grünen, wie dieser bisher ausschließlich Berufspolitiker und wie dieser ohne Studienabschluss, trotz mannigfacher Anfechtungen von Seiten unbelehrbarer Jäger und Grundeigentümer unbeirrt durchgesetzt hat, ja bereits seine segensreichen Wirkungen zu entfalten. Am 4. März hatten sich in Stuttgart mehr als 3000 Wildtiermanager, früher Jäger genannt, in Würdigung des ökologischen Jagdgesetzes und der noch ökologischeren Durchführungsverordnung versammelt. Entsetzt muss man registrieren, dass sich einige Politiker in BW anscheinend von reaktionären Forderungen einiger Schadwildbekämpfer zu Änderungen der richtungsweisenden DVO zum Jagdgesetz verleiten lassen wollen. Besondere Bewunderung fand die Tatsache, dass ein Minister, der von seinem Werdegang her kaum mit der Natur und natürlichen Zusammenhängen in Berührung kam und der außer Politik nie eine berufliche Tätigkeit ausgeübt hat, solch ein fortschrittliches Gesetz auf den Weg gebracht hat. In NRW, wo das Gesetz noch nicht verabschiedet ist, trafen sich am 18. März in ähnlich froher Stimmung wiederum Tausende von Schadwildbekämpfern zur Huldigung der grünen Vorstellungen vom Umgang mit Wild in unserer Kulturlandschaft. Auch hier ist das segensreiche Wirken eines Ministers zu bewundern, der sich bisher ausschließlich mit ganzer Kraft der Politik gewidmet hat. Es zeigt sich eben immer deutlicher, welch schädlicher Ballast zu viel Fachwissen und zu viel Sachverstand sein können, wenn es um vernünftige politische Entscheidungen geht. HDP

Beitragsbild: Sport verbindet, aufgenommen in einem Waschsalon in Hamburg, Copyright: Stephan Elison

 

2 Gedanken zu „Sport verbindet

  1. MH

    Ist es schon nahe genug vor dem 1. April, daß man sich solche Scherze erlauben darf? Und wenn das kein Scherz sein sollte: Wer muß für sowas eigentlich am Ende bezahlen? Das geht doch hoffentlich nicht auf Kosten des Steuerzahlers? Darf die Jägerschaft, pardon, dürfen die Wildtiermanager wenigstens auch eine Mannschaft aufstellen? Dann könnte man die Blutgrätschen unserer Zwangsbeglücker ja vielleicht live und in Farbe beobachten, nachdem sich für den Oranje-Spaziergang in den Rheinauen am 18. März im Gegensatz zum Frankfurter Rundschlag das Interesse des Fernsehens doch in Grenzen hielt. Ich fürchte, dem ÖJV (oder meint man hier den ÖSTERREICHISCHEN Jagdverband) wird es wohl kaum gelingen, 11 Leute zusammenzubringen. Da ich leider, wie man in einem Post beim WDR festgestellt hat, zu den dickbäuchigen, dünnbeinigen Vertretern des Mörderpacks gehöre, kann ich die Mannschaften nur vom Rand aus anfeuern (bitte das mit dem Feuern nicht wörtlich nehmen, es wird sicherlich Einlaßkontrollen der Zuschauer geben oder zumindest werden deren Autokennzeichen von den freiheitsliebenden Veranstaltern notiert. Zusammengefaßt: Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte.

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  2. AH

    Ob das am Ende in der Mannschaftszusammensetung für den ein oder anderen heutigen ÖJV Landesförster nicht ein böses Erwachen gibt?
    Wenn dann sein Revier großzügig vom Staat in die “Fänge” einer Umweltsiftung seiner Mitspieler (https://naturerbe.nabu.de/) verschenkt wird.
    Eventuell kann er ja dann noch als Volontär (Schutzgebietsbetreuer) arbeiten.

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