“Sicherung der Biodiversität durch einen angemessenen Umgang mit Rotwild”

TU Dresden und Hegegemeinschaft entwickeln Managementkonzept für Rotwild im Erzgebirge

An der Technischen Universität Dresden läuft ein Projekt, dass sich der “Entwicklung eines integrierten Wildtiermanagementkonzeptes auf wildbiologischer Grundlage am Beispiel der Hegegemeinschaft Erzgebirge” widmet. Das Forschungsvorhaben wird im Wesentlichen aus Mitteln der Jagdabgabe finanziert, einen großen Beitrag leisten aber auch die zahlreichen ehrenamtlichen Leistungen aller Beteiligten. Am 10. Juni wurde der erste Workshop mit den Mitgliedern der Hegegemeinschaft abgeschlossen.

Mittelfristig soll  zusammen mit der Hegegemeinschaft ein Wildmanagementkonzept erarbeitet werden, welches den Anforderungen der Land- und Forstwirtschaft, des Naturschutzes, des Tierschutzes, des Tourismus und der Jagd gerecht wird und welches in der vorliegenden Konfliktlage zwischen forstlichen, jagdlichen und Artenschutzinteressen eine für alle Beteiligten akzeptable Lösung darstellt.

Im Focus steht stellvertretend für alle Wildarten, welche derzeit Gegenstand von Konflikten sind, in diesem Projekt zunächst das Rotwild. Es handelt sich um eine klassische „Schirmart“ , daher hat ein sachgerechter Umgang mit dieser Art auch umfangreiche positive Auswirkungen auf zahlreiche andere, zum Teil auch seltene oder gefährdete Arten wie zum Beispiel Birkhuhn, Wolf oder Luchs.

Für die sächsischen Jäger und Forstleute sollen die Resultate modellhaft am Beispiel des Rotwildes konkrete und umsetzbare Empfehlungen in Bezug  auf:

– die Schaffung und artgerechte Erhaltung eines angemessen Rotwildbestandes auf der Grundlage  einer guten fachlichen Praxis

– die Sicherung der Biodiversität aller Arten auch durch einen angemessenen Umgang mit dem  Rotwild

– die angemessene Berücksichtigung der Ansprüche aller Landnutzer, insbesondere einer naturnahen  Waldwirtschaft im Rahmen des Rotwildmanagements

– die Gewährleistung der tierschutzrechtlichen Standards und damit des Tierwohls bei der  Rotwildbejagung

– das Zusammenspiel von Jagd, Landnutzung und Naturschutz, insbesondere auch unter  Berücksichtigung der Anforderungen von Natura 2000-Gebieten

– gemeinsame Lösungen mit der Tourismuswirtschaft hinsichtlich der Erlebbarkeit von Wildtieren,  aber auch der Gewährleistung der Schutzinteressen der Wildtiere

– den grenzüberschreitenden Umgang mit Wildtierpopulationen
erarbeiten.

Der erste Workshop diente der konkreten Festlegung und kartenmäßiger Abgrenzung des Untersuchungsgebietes und Information der beteiligten Jagdausübungsberechtigten. Die Veranstaltung zeigte, dass alle anwesenden Mitglieder der Hegegemeinschaft sich zu dem Projekt bekannten und ihre Mitarbeit und Unterstützung zusicherten.

Im laufenden Jahr soll der  Rotwildbestand und seine Entwicklung in den vergangenen Jahren quantifiziert, die Ziele der Grundeigentümer, die jagdlichen Rahmenbedingungen sowie die Wildschadenssituation erfasst und die Lebensraumqualität für das Rotwild im Untersuchungsgebiet eingeschätzt werden.

Weitere Informationen zum Rotwild und zu einem artgerechten Umgang mit dieser Wildart finden sich hier.

Beitragsbild: Weibliches Stück Rotwild. Foto: SE

14 Gedanken zu „“Sicherung der Biodiversität durch einen angemessenen Umgang mit Rotwild”

  1. Niederwildjäger

    Ich hoffe, dass das Projekt besser klappt, als der unten aufgeführte Link…! Testet denn keiner sowas…?

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  2. Harzjäger

    Das sollten Sie im Harz auch mal machen. Hier kennen sie nur noch das Totschießen. Alles in Hand der Forstwirtschaft.

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    1. admin Beitragsautor

      So war es, meines Wissens, im Erzgebirge auch. Dem Projekt sind massive Proteste der Hegegemeinschaft vorangegangen, die haben Petitionen gestartet und das Thema in die Tagespresse und Verbände und damit in die Landespolitik getragen. Siehe dazu:
      https://www.jawina.de/neue-petition-fuer-rotwild-im-erzgebirge-gestartet/
      und:
      https://www.jawina.de/sachsenforst-naturschuetzer-kritisieren-rotwildabschuss/
      Das ist m.E. der einzig erfolgversprechende Weg, bei dem Thema etwas zu bewegen. Nur mal so als Anregung…

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    2. Harzer Roller

      Jupp. Man beklagt sich im Nationalpark über Sommerschäle, lässt aber schon im August, wenn die Kälber noch Flecken haben, totschießen. Wenn das Rotwild schon im August “Feuer” kriegt, dann bleibt es in den Einständen im Holz und schält. Da hat man dann wieder einen Ansatz, auf die Schälschäden zu verweisen, um die Abschusszahlen noch höher zu schrauben. Und der Borkenkäfer kann machen, was er will…

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  3. Niederwildjäger

    …und die damals eingereichte Petition ist abgeschmettert worden. Eine Landtagsanhörung ging auch pro Forstwirtschaft und Waldumbau aus…! Landespolitik, ja, die AfD nimmt sich immer mal wieder der Thematik an…! Eine Vielzahl von Verbänden der Landnutzer haben sich ebenfalls pro Forstwirtschaft und Waldumbau positioniert. Im Rahmen eines offenen Brief an den zuständigen Landwirtschaftsminister haben sie sich eindeutig positioniert, das die Rotwildbestände im Erzgebirge weiter reduziert werden müssen…

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    1. admin Beitragsautor

      Trotzdem: Ohne die neuerliche Petition wäre man nicht da, wo man jetzt ist. Das ist nicht meine Einschätzung, sondern die von Betroffenen vor Ort. SE

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  4. Niederwildjäger

    Wo stehen die denn? Jetzt mal konkret werden…? Ich glaube durch diesen Streit, hat die jägerschaft insgesamt verloren. Freuen werden sich die jagdgegner allgemein, sieh auch Kommentare in der onlinepetition. So dolle ist das Ansehen der Grünen Zunft in der Gesellschaft nicht. Da ist es ” wunderbar”, wenn wir uns gegenseitig das Leben schwer machen. Immer weiter so, dann können wir in 20 Jahren mangelnder Akzeptanz in der Gesellschaft gar nicht mehr auf Jagd gehen. Wir müssen unsere Kräfte bündeln und gemeinsam agieren und nicht gegeneinander, nur weil 3-4 Leute Angst um ihr Rotwild, insbesondere die Hirsche haben. Das ist doch der Punkt!!!

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    1. admin Beitragsautor

      Wie sinnvoll ist es, etwas zu fordern, was derart unrealistisch ist, wie Einigkeit unter Jägern? Schon Reviernachbarn sind sich oft genug spinnefeind, und die Gegensätze zwischen sog. Öko-und Normalo-Jägern scheinen unüberwindlich, da herrscht teilweise der blanke Hass.
      Es geht hier nicht darum, dass sich “3 oder 4 Leute Sorge um ihre Hirsche machen”, sondern darum, dass manche Forstbetriebe das Schalenwild aus ökonomischen Gründen, zwecks Gewinnmaximierung, mit einer Rigorosität und teilweise mit Methoden dezimieren, die weder vom Wald-, noch vom Jagd-, Tier- oder Naturschutzgesetz gedeckt sind. Es spricht Bände, dass selbst der Nabu die vom Sachsenforst anscheinend angestrebte “Verringerung der Bestände gegen Null” kritisiert:
      https://www.jawina.de/sachsenforst-naturschuetzer-kritisieren-rotwildabschuss/
      Das können Jäger nicht hinnehmen, wenn sie als Anwalt des Wildes glaubhaft bleiben wollen. Die Jäger und ihre Interessenvertretungen haben das viel zu lange alles brav hingenommen, die Taktik, mit Stillhalten, Schweigen, Kuschen und diplomatischen Hinterzimmergesprächen zu einvernehmlichen Lösungen zu kommen, ist gescheitert. Der alte Sponti-Spruch: “Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt!”, gilt auch für Jäger. SE

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      1. Klaus M.

        Diesem Kommentar kann man nur zustimmen! Die Jägerschaft sollte aber auch die breite Öffentlichkeit einmal darüber informieren, wie oftmals mit unserem Rotwild aus ökonomischen Gründen zwecks Gewinnmaximierung umgegangen wird. Diese neuen sogenannten ” ÖKO-Förster” brauchen wir in Deutschland nicht.

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  5. Niederwildjäger

    Bitte stellen Sie meinen gestrigen Kommentar doch bitte online und beziehen Sie bitte dazu Stellung, das fördert die Transparenz dieser Diskussion., denn das sind schon massive Behauptungen, die hier im Raum stehen.

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    1. admin Beitragsautor

      Nö, mache ich nicht. Ich werde mich nicht einem Verhör im Kasernenhofton unterziehen. Überdies glaube ich nicht, dass jemand, der sich hinter einem Pseudonym UND einer Fake-Mailadresse versteckt, wirklich berufen ist, sich über “die Transparenz dieser Diskussion” zu äußern.

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  6. Niederwildjäger

    Ich finde es schon schade, dass Sie als Admin sich mit diesen Behauptungen in die Diskussion einmischen. Sie sollten als Admin eine Plattform bieten, aber nicht sich aktiv einbinden. Journalistische Unabhängigkeit sieht in meinen Augen anders aus..! Nichts gegen andere Meinungen, aber als Admin etwas mehr Zurückhaltung. Warum beziehen Sie so eindeutig Position? Haben sie als unabhängiger Admin doch überhaupt nicht nötig…!

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