Seltsame Erkrankung bei Damwild

Ein Stück Damwild umkreist einen Baum, immer und immer wieder und lässt sich auch durch die Annäherung des filmenden Försters nicht stören: Das seltsame Verhalten des Damspießers wurde in einem Waldgebiet südöstlich von Berlin beobachtet und dokumentiert. Was steckt dahinter?

Wahrscheinlich liegt hier ein extremer Befall mit Rachendasseln vor. Die begatteten Weibchen dieses Parasiten schießen die Larven in die Nasenöffnungen der Wirtstiere. Die verschiedenen Dasselarten befallen Hirsche, Rehe, aber auch Rentiere und Pferde. Das Wirtstier versucht, die Larven durch heftiges Niesen loszuwerden. Die trotzdem in der Nasenschleimhaut verbleibenden Maden wandern in den Rachenraum, wo sie schnell an Größe gewinnen.

Dort verursachen sie starke Reizungen der Schleimhaut, was einen oft eitrigen und blutigen Nasenausfluss und Tränenfluss zur Folge hat. Die Schleimhaut schwillt an und erschwert das Atmen. Bei einem sehr starken Befall kann es durch die Larven und die angeschwollene Schleimhaut zu einer Verstopfung der Atemwege und zum Tod des Wirtstiers kommen. Manchmal dringen die Larven bis in die Lunge vor, wo sie lebensbedrohende Entzündungsprozesse auslösen.

In seltenen Fällen – und ein solcher dürfte in dem Video dokumentiert sein – befallen die Larven sogar das Gehirn, was zu Hirnhautentzündung und zentralnervösen Störungen mit Muskelkrämpfen führt. Ein weiteres mögliches Symptom sind “Zwangsbewegungen wie periodisches Herumdrehen” mit hochgehaltenem Haupt (falsche Drehkrankheit).

Das gefilmte Stück wurde erlöst.
Video freundlicherweise zur Verfügung gestellt von MM – vielen Dank dafür!

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