Schweiz will Schutzstatus des Wolfs lockern

Schweizer Abgeordnete (Räte) sind sich mehrheitlich einig darüber, dass der Schutzstatus des Wolfs gelockert werden soll. Wie die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) berichtet (ein JAWINA-Leser schrieb neulich in einer Mail an die Red., die Schweizer Zeitungen seien ja heute das, was das Westfernsehen früher für DDR-Bürger war), hätte das Parlament bereits eine Motion des Bündner CVP-Ständerats Stefan Engler angenommen, Diese verlange, dass die Wolfspopulation unabhängig von einem Schaden dezimiert werden könne, beispielsweise um die Bildung von Rudeln zu verhindern, so die NZZ.

Eine Standesinitiative des Kantons Wallis mit dem Titel “Wolf. Fertig lustig!” fordert überdies, dass die Schweiz die Berner Konvention, den völkerrechtlichen Vertrag über den Artenschutz, neu verhandelt. Ziel sei, den Schutz des Wolfes aufzuheben. Zudem solle der Wolf ganzjährig gejagt werden dürfen. Diese Initiative ist vom Ständerat abgelehnt, vom Nationalrat hingegen angenommen worden (Ständerat und Nationalrat sind die zwei Kammern der Schweizer Bundesversammlung, die gemeinsam die Legislative bilden). Der Bundesrat suche nun nach einem mit der Berner Konvention vereinbaren Mittelweg. Ziel ist, den Schutzstatus des Wolfes in der Konvention von “streng geschützt” auf “geschützt” zurückstufen. Die würde eine kontrollierte Bejagung wie bei anderen geschützten Arten – Luchs und Steinbock werden als Beispiele genannt – ermöglichen.

Das Eidgenössische Umweltdepartement (Uvek) wurde beauftragt, einen entsprechenden Antrag bis Ende Juli 2018 beim Europarat einzureichen, weiß die NZZ. Ein gleiches Begehren der Schweiz sei vom Ständigen Ausschuss der Berner Konvention im Jahr 2006 jedoch bereits abgelehnt worden.

Während Umweltschutzorganisationen und Linke die Pläne ablehnten, gingen sie der SVP, den Wolfsgegnern, Bauern und den besonders von Wölfen betroffenen Kantonen Wallis und Graubünden nicht weit genug. SE

Beitragsbild: Der verlinkte und zitierte Artikel in der NZZ. (Bildschirmfoto, Ausschnitt)

Die Red. dankt JAWINA-Leser JG für den Hinweis!

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