Schweiz: Umweltkommission fordert, Wolf als jagdbare Art einzustufen

Kündigung der Berner Konvention gefordert

Die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie (Umweltkommission) des Schweizer Ständerats hat mit sechs zu vier Stimmen bei zwei Enthaltungen eine Motion angenommen, die die Aufnahme des Wolfs in den Katalog jagdbarer Arten fordert. Stimmt das Parlament zu, muss das Jagdgesetz entsprechend geändert werden. In einer Medienmitteilung des Schweizer Parlaments heißt es dazu: “Die Motion will den Bundesrat beauftragen, das Jagdgesetz dahingehend zu ändern, dass der Wolf ganzjährig gejagt werden kann. Die Kommission hat einmal mehr betont, die Bedenken der betroffenen Bergkantone in der Sache Wolf müssten ernst genommen werden.”

Die Umweltkommission vertritt die Auffassung,  dass “das bisherige Konzept von Massnahmen zur Schadensverhütung (Herdenschutz) und einzelnen Abschüssen von schadenstiftenden Wölfen und bei regional hohen Beständen nicht ausreichend” sei: “Die Zunahme der Wölfe müsse mit wirkungsvollen Bestandeseingriffen gebremst werden, das würden die Erfahrungen in verschiedenen Ländern Europas zeigen.”

In der Motion “Den Wolf als jagdbare Tierart einstufen”, die vom Ständerat René Imoberdorf eingereicht wurde, heißt es zur Begründung: “Der Wolf verursacht in der Schweiz erhebliche Probleme. Hauptleidtragende sind die Landwirte und immer mehr auch die Jagd. Schäden entstehen aber auch in anderen Bereichen, beispielsweise dem Tourismus. Hier kommt es durch den Einsatz von Herdenschutzhunden immer wieder zu Konflikten. Ein vollständiger Schutz vor Wolfsschäden ist in der Schweiz nicht möglich. Eine aktuelle Studie zeigt beispielsweise für den Kanton Wallis, dass ein Viertel der Alpen nicht schützbar ist. Angesichts der grossen Wolfsbestände insbesondere in Osteuropa ist es nicht nachvollziehbar, warum die Schweiz einschneidende Auswirkungen in den verschiedenen Bereichen und hohe Kosten für die Prävention und Schadensbewältigung hinnehmen sollte.”

Die Umweltkommission schließt sich der Forderung der Motion Fournier an, die eine Revision der Berner Konvention verlangt, nach der Wölfe als streng geschützte Tierart gelten: “In einer ersten Phase soll die Berner Konvention nachverhandelt werden, sodass der Wolf in der Schweiz jagdbar wird. Sollten diese Nachverhandlungen scheitern, so muss in einem zweiten Schritt die Berner Konvention gekündigt und bei einem späteren Wiederbeitritt ein Vorbehalt bezüglich Wolf angebracht werden, wie dies bei 11 Ländern bereits der Fall ist.” SE

Beitragsbild: Bildschirmfoto der Internetseite des Schweizer Parlaments mit der Medienmitteilung zur Motion Wolf.

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