Schweiz: Kranker Wolf geschossen

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In der Nacht auf Mittwoch wurde im Kanton Thurgau ein Wolf durch die Jagd- und Fischereiverwaltung des Kantons Thurgau in Zusammenarbeit mit der St. Galler Wildhut geschossen. Der Abschuss erfolgte, weil das Tier verschiedene Krankheitsbilder zeigte.

Der Wolf, der in den vergangenen Wochen im Grenzgebiet der Kantone Thurgau und St. Gallen bei verschiedenen Angriffen mehrere Schafe getötet hatte – letztmals am 17. Februar in der Region Bischofszell, wo er ein weiteres Schaf in einem offenen Laufstall riss – war krank. Der Verdacht bestand von Beginn weg aufgrund fehlender Haare an der hinteren Körperhälfte, wie die Bilder von Fotofallen zeigten. Der Wolf kehrte bereits vergangene Woche mehrmals zum Hof im Kanton St. Gallen zurück, wo er mehrere Schafe gerissen hatte. Dort gelangen zahlreiche Fotos und Direktbeobachtungen, welche belegen, dass sich der Gesundheitszustand in den letzten Wochen massiv verschlechterte. Zudem deutete auch der immer kleiner werdende Radius seiner Raumnutzung auf ein atypisches Verhalten hin.

Nachdem der kranke Wolf in der vergangenen Nacht wieder zu seinem Riss im Raum Bischofszell zurückgekehrt war, wurde er durch die Jagd- und Fischereiverwaltung des Kantons Thurgau in Zusammenarbeit mit der St. Galler Wildhut von seinem Leid erlöst. Der Abschussentscheid ist mit der St. Galler Jagdbehörde vorgängig abgesprochen worden. Der Wolf wird nun veterinärmedizinisch untersucht und genetisch identifiziert.

Beitragsbild: Der Wolf im Grenzgebiet der Kantone Thurgau und St. Gallen war offensichtlich krank, wie die fehlenden Haare am Schwanz und Körper beweisen (Copyright: Amt für Natur, Jagd und Fischerei des Kantons St. Gallen).

3 Gedanken zu „Schweiz: Kranker Wolf geschossen

      1. Ralf

        In
        Beiträge zur Jagd- und Wildtierforschung, Band 33 (2008), S. 325-364, Prof. Dr. Christoph Stubbe: Der Wolf in Russland – historische Entwicklung und Probleme
        ist auch die Problematik mit Tollwut auf Deutschland bezogen genannt. Kritisiert wird hier z.B. fehlende Abschussfreigabe von Füchsen auf Gesellschaftsjagden (vgl. S. 361).
        Und ich gehe noch einen Schritt weiter, wenn ich sage, dass natürlich auch mit steigenden Wolfbeständen die Wahrscheinlichkeit des Vorkommens dieser Krankheiten zunehmen wird.
        Ein Wolf kann in 24 Stunden 150 km zurücklegen ( vgl. z.B. S. 355).
        1957 schaffte ein tollwutkranker Wolf 150 km in anderthalb Tagen (vgl. S. 351) und biss 25 Menschen, 50 Haustiere und unbekannte Anzahl von Wildtieren. Somit ist die Möglichkeit der schnellen erneuten Einschleppung auch der Tollwut bei uns gegeben.

        Stubbe zieht auch die Schlussfolgerung, dass langfristig in Deutschland geklärt werden müsse, was mit dem Zuwachs der Wölfe erfolgt, wenn die vorgesehenen Wolfgebiete ihren Zielbestand erreicht haben. Hat da jemand aus der Politik konkrete Pläne gehört/gelesen?
        Auch in Bezug auf die Bestandesdezimierung zur Risikominimierung des Ausbruches und der Verbreitung der Tollwut ( und weiterer auf S. 350 genannter Krankheiten) sollte man sich so langsam Gedanken machen!

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