Schweiz: Graubünden gibt Wolf zum Abschuss frei

Der Schweizer Kanton Graubünden hat den Wolf M75 zum Abschuss freigegeben, weil zwischen dem 21. Januar und dem 8. Februar 2017 im Bergell, in der Leventina (Kanton Tessin) und im Misox mehr als 40 Schafe gerissen hat, wie es in einer Pressemitteilung des Kantons heißt. In drei Fällen, nämlich in Stampa, in Faido und in Cama sei aufgrund von genetischen Analysen ein und derselbe Wolfsrüde M75 als Verursacher identifiziert worden. Weiter heißt es in der Mitteilung: “Gestützt auf Art. 9bis der eidgenössischen Jagdverordnung kann eine Abschussbewilligung für einzelne Wölfe erteilt werden, die erheblichen Schaden an Nutztieren anrichten. Ein erheblicher Schaden an Nutztieren durch einen einzelnen Wolf liegt unter anderem dann vor, wenn in seinem Streifgebiet innerhalb eines Monats mindestens 25 Nutztiere, trotz Herdenschutzmaßnahmen, getötet werden. Schäden, die auf dem Gebiet von zwei oder mehreren Kantonen entstanden sind, haben die betroffenen Kantone koordiniert zu beurteilen. Die Abschussbewilligung muss der Verhütung weiteren Schadens an Nutztieren dienen.

Die beiden Kantone Tessin und Graubünden haben in gegenseitiger Absprache eine Abschussverfügung für den Wolf M75 erlassen. Diese ist auf 60 Tage befristet.

Die Schwierigkeit eines gezielten Abschusses des Wolfes M75 besteht im typischen Verhalten eines nicht stationären Wolfes, das heisst in der häufigen und schnellen Verschiebung über grössere Distanzen. Es ist deshalb durchaus möglich, dass der Wolf M75 auch für die sieben Schafrisse am 18. Februar 2017 in Trun verantwortlich ist. Das gezielte Vorgehen in Trun ist nämlich identisch mit jenem in Cama und Faido. Im Kanton Graubünden wird deshalb die Surselva neben den beiden Südtälern Misox und Bergell in den Abschussperimeter einbezogen. PM

Beitragsbild: Die Medienmitteilung des Kantons Graubünden zur Abschussbewilligung des Wolfs M75 auf der Internetseite des Kantons (Bildschirmfoto, Ausschnitt).

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