Schweden: Norwegischer Jäger schiesst mit Wärmebild-ZF auf Jogger

Am 29. November 2018 wurde der 76 Jahre alte Rentner Olle Rosdahl beim frühmorgendlichen Joggen in Klippan (Provinz Skåne län) von einem Geschoss aus einer Jagdwaffe an der Hüfte getroffen. Nun muss sich ein 48 Jahre alter Jäger aus Norwegen wegen versuchten Mordes für die Tat verantworten.

Nach dem Schuss bricht der Rentner mit nicht lebensbedrohlichen Verletzungen zusammen und schreit: “Warum schießt du?” Er habe Angst gehabt, dass der Schütze herantritt und ihm den Gnadenschuss setzt, berichtet Rosdahl in der schwedischen Zeitung svt Nyheter. Der norwegische Jagdgast versteckt sich nach der Tat im Unterholz, wird erst Stunden später nach einer groß angelegten Suchaktion mit Spezialeinheiten und einem Hubschrauber gefunden. Der Rentner wurde derweil in ein Krankenhaus nach Helsingborg geflogen, wo seine Schussverletzung versorgt wurde. Der Schütze gab dem Zeitungsbericht zufolge erst an, dass er glaubte, auf einen Fuchs geschossen zu haben. Später revidierte er seine Aussage und erklärte, den Jogger für ein Reh gehalten zu haben. Die auf svt Nyheter veröffentlichten Aufnahmen des Wärmebild-ZFs zeigen jedoch ziemlich deutlich eine aufrecht gehende zweibeinige Gestalt.

Auf der Speicherkarte des Wärmebild-Zielfernrohrs, dessen Einsatz bei der Jagd in Schweden illegal ist, sind Medienberichten zufolge weitere verdächtige Sequenzen gespeichert: So soll der Norweger häufig auf Menschen gezielt haben, einmal auf den Kopf einer Person, ohne jedoch abzudrücken. Auch auf das Haus des Rentners habe er gezielt. Dem Jäger werden weitere Verstöße gegen schwedische Jagdgesetze vorgeworfen, so soll er gegen das Nachtjagdverbot verstoßen und mit nicht erlaubten Kalibern geschossen haben.

Der Angeklagte soll vor Gericht immer wieder geweint und geschrien haben, etwa, als die Verletzungen des joggenden Rentners geschildert wurden. Er sei sich absolut sicher gewesen, dass er ein Reh geschossen habe, behauptet der Mann. Als er den Schrei gehört habe, sei er in Panik geraten und habe sich versteckt. Der Verteidiger erklärte, sein Mandant habe einen schrecklichen Fehler gemacht, es handle sich um einen Jagdunfall, folglich um fahrlässige Körperverletzung. Ein Motiv für einen Mord fehlt, Täter und Opfer kannten sich nicht. red.

Beitragsbild: Wärmebild-Zielfernrohre auf der IWA 2019. Foto: SE

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