Schweden: Bericht über Waffensprengung bei R93

Das ging ins Auge: Die schwedische Jagdzeitung Svensk Jakt berichtet unter der Überschrift “Waffensprengung kostete ihn fast das Leben” von dem Unglück, das Christer Svensson widerfahren sein soll: Dem Bericht zufolge gab der 69 Jahre alte Jäger bereits im Juli mit seiner erst ein Jahr alten Blaser R93 im Kaliber .30-06 drei Schüsse auf einem Schießstand ab – angeblich mit fabrikgeladener Munition. Beim vierten Schuss sei etwas schief gegangen: Die Waffe explodierte in seinen Händen, heißt es bei Svenska Jakt, der Verschluss sei in sein Gesicht geflogen und habe Wangen- und Kieferknochen sowie das Daumengelenk zertrümmert. Er musste sich einer mehrstündigen Operation unterziehen und starke Schmerzmittel einnehmen. Es sei eine harte Zeit nach dem Unfall gewesen, so Svensk Jakt, heute sei Christer Svensson froh, dass er überlebt habe.

Der Abteilungsleiter für Jagdwaffen des schwedischen Blaser-Importeurs Normark, Niclas Persson sagte gegenüber Svenska Jakt, dass er den Unfall nicht kommentieren könne, da er noch keinen Kontakt zum Schützen gehabt habe und Waffe und Munition bislang nicht untersucht worden seien. Er halte die R93 für eine sichere Waffe, so Persson.

Blaser Deutschland teilte auf Anfrage von Jawina.de mit, dass das Unternehmen vom dem Vorfall bislang nicht offiziell unterrichtet worden sei und deswegen auch nicht Stellung dazu nehmen könne.

Waffensprengungen kommen bei ganz unterschiedlichen Waffentypen (u.a. Kipplaufwaffen, Kurzwaffen, Flinten) vor. Jedes Jahr gibt es einige Fälle. “Die häufigste Ursache von Schäden an Waffen überhaupt sind nach wie vor Hindernisse im Lauf. Dieses  kann ein Wollwischer sein, der bei der Reinigung vergessen wurde, erhebliche Mengen Öl oder Fett oder Projektile, die nicht ausgetrieben wurden”, schreibt der erfolgreiche Sportschütze und Dipl. Ing. Markus Bartram in seiner so interessanten wie amüsanten Untersuchung “Cabriolets – oder Waffen für die offene Klasse”, gefunden auf der Seite der Schützenbruderschaft St. Joh. Molbergen e.V. Die Top Ten der Ausreden werde angeführt von:

„Aber ich habe doch nur Fabrikmunition geschossen“

„Das muss an der Waffe gelegen haben, die war vorher schon unpräzise“

„Eine Doppelladung kann es nicht gewesen sein, der letzte Schuss ist ja noch auf der Scheibe“

„Nein, der Lauf war völlig frei“

„Es war wirklich kein Steckschuss im Lauf“

“Ich habe schon 500.000 Schuss wiedergeladen, aber sowas ist mir noch nie passiert…”

Dies wäre vielleicht zur Kenntnis zu nehmen und zu bedenken, bevor man in den zu Chor der Verschwörungstheoretiker und Blaserhasser einstimmt, der in den einschlägigen Foren bereits vernehmlich wird. Bezeichnenderweise schweigt sich der Beitrag in Svensk Jakt über die Ursache des fast zwei Monate zurückliegenden Vorfalls aus. Es ist immerhin merkwürdig, dass das Unternehmen von dem Vorfall, der sich bereits im Juli ereignet haben soll, bisher nicht offiziell unterrichtet worden sein soll. Bei derlei Unfällen mit Personenschäden kommt es in der Regel zu amtlichen Untersuchungen, in deren Fortgang der Hersteller frühzeitig Kenntnis erhält. SE

3 Gedanken zu „Schweden: Bericht über Waffensprengung bei R93

  1. Jörgen

    Hallo,
    dass ist leider nicht die erste Blaser R93 die gesprengt wurde. Ich könnte nicht mit einer R93 oder R8 schiessen, müsste immer an die Bilder der verunfallten denken.
    Einfach bei Google R93 Sprengung suchen, nach den Bildern kann sich jeder seine Meinung bilden.

    Waidmannsheil

    Antworten
    1. admin Beitragsautor

      Leser Ron hat Recht. Mit der R8 wurde kein einziger Vorfall dieser Art glaubwürdig dokumentiert, und nach Einschätzung von Experten hat Blaser durch konstruktive Veränderungen dergleichen zuverlässig ausgeschlossen. admin

      Antworten

Schreibe einen Kommentar zu Ron Serlasb Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.