Schutz der Landeskultur im Jahr 2030 – Wie alles kam

Eine Glosse von Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

„Du, Papa, ich hab einen alten Jagdschein gefunden. Wozu brauchte man denn sowas?“ „Da musst Du Opa mal fragen Fritzchen, aber ich glaube, so nannte man früher den Landeskulturschutzschein. Weißt Du, früher wurde das, was wir heute Landeskulturschutz nennen, als Jagd bezeichnet. Aber ich glaube, die Leute haben darunter etwas anderes verstanden.“ Fritzchens Opa versuchte später dem Enkel zu erklären, wie es von der Jagd zum Landeskulturschutz gekommen war.

Die Lehren der reinen Ökologie waren früher unbekannt. Jeder „Jäger“, der sich gerade mal ein paar Jahrzehnte in Feld und Wald umgeschaut hatte, meinte, nun sei er Fachmann. Dabei hatten damals schon nur die Leute von der Chlorophyllpartei Ahnung von der Natur. Früher wurden z. B. Füchse getötet, weil die „Jäger“ nicht kapierten, dass sie damit nur deren Fortpflanzung ankurbelten. Nachdem jetzt dank der Chlorophyllpartei die Lehren der reinen Ökologie überall bekannt sind, weiß man ganz sicher, dies war genau der falsche Weg. Durch die Fuchslawine, die schießgierige „Jäger“ erzeugt hatten, sind Hase, Rebhuhn, Feldlerche und Kiebitz fast ausgestorben. Dabei hatten sich die Landwirte gerade so heftig bemüht, durch hunderte Hektar große Schläge Rückzugsgebiete für bedrohte Arten zu schaffen. Für das Aussterben der Großtrappe heute bei uns sind auch die damaligen „Jäger“ mit ihrer Fuchsbejagung verantwortlich. Ein Glück, dass die Lehren der reinen Ökologie heute Allgemeingut geworden sind und Beutegreifer generell nicht mehr getötet werden.

Damals gab es ja auch unglaubliche Massen an Rehen und Hirschen. Der ganze Wald wäre beinahe aufgefressen worden. Glücklicherweise wurde so um 2010 von der Wissenschaft und fortschrittlichen „Jägern“ eine sensationelle Entdeckung gemacht. Man stellte fest, nur die straffe Bejagung des Rehbocks von April bis Januar konnte hier entscheidende Abhilfe schaffen. So wurde glücklicherweise das „Waldsterben von unten“ abgewendet.

Damals begann sich dann auch unter dem Eindruck der Lehren der reinen Ökologie der Deutsche Jagdschutz-Verband (DJV) nach und nach aufzulösen. Der Schutz der Landeskultur stand nun vernünftigerweise im Vordergrund. Und die Landeskultur ist ja in Deutschland so vielfältig, dass jedes Bundesland eigene Bestimmungen braucht. Hier sind besonders die wegweisenden Bemühungen der Chlorophyllpartei hervorzuheben. Durch deren nimmermüden Einsatz für die Verbreitung der Lehren der reinen Ökologie werden nun in verschiedenen Bundesländern äußerst fortschrittliche und zutiefst ökologische Landesgesetze formuliert. Man nannte das übrigens damals Jagdgesetz.

„So, Fritzchen“, sagte der Opa abschließend, „nun weißt Du, weshalb es heute gottlob keine Jäger mehr gibt, sondern nur noch Landeskulturschützer. Und nun muss ich nach Berlin fahren, denn in der Zentrale der Chlorophyllpartei wird morgen der MLV gegründet, der Multikulturelle Landeskulturschutz- Verband. “

So oder so ähnlich wird es kommen, wenn wir Jäger nicht heute und ganz energisch gemeinsam dem Gesetzgeber klarmachen, wer vor allem gehört werden muss, wenn es um die Weiterentwicklung des Jagdwesens in unserem Land geht. Wir sind mit der Natur und natürlichen Zusammenhängen vertraut, wir sind in großer Zahl ständig draußen präsent. Das erfordert einmal, unser gemeinsames Ziel zu definieren, das erfordert aber auch, jeden Volksvertreter in den Ländern und im Bund immer wieder eindringlich mit den Sachverhalten vertraut zu machen. Dass das gelingen kann, zeigt die Abschaffung der Jagdsteuer in vielen Landkreisen oder in ganzen Bundesländern. Lasst es uns anpacken! HDP

Foto/Grafik: SE

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