Schöner Jagen in Thüringen

Mit der überarbeiteten “Dienstordnung Jagd” soll die Jagd in Thüringens Wäldern insbesondere auch für Privatjäger attraktiver gestaltet werden. Zu diesem Zweck hat sich die Thüringer Landesforst eine ganze Reihe Maßnahmen einfallen lassen: Vom Jungjägerpaket über Pirschbezirke, Gruppenjagden und Angebote für engagierte Jäger vor Ort bis zur “Premiumjagd” auf reife Rothirsche und Schaufler.

Teile der neuen Angebote wurden in den letzten Jahren erfolgreich erprobt und gut von den Jägern angenommen. Nachfolgend werden die Jagdangebote kurz beschrieben:

Der Einstieg ins Jägerleben wird mit einem Jungjägerpaket leicht gemacht. Jagdscheininhaber mit taufrischer Jägerprüfung können in den darauf folgenden drei Jahren Praxiserfahrung bei der Jagd in den Landesjagdbezirken zu einem günstigen Festpreis sammeln.

In vielen Revieren bei ThüringenForst werden auch weiterhin Pirschbezirke in der Größe von 50 bis 100 Hektar ausgewiesen und an private Jäger vergeben. Das bekannte klassische Modell wurde um eine Jagderlaubnis mit vergünstigter Wildbretübernahme sowie um eine Erlaubnis mit Entgeltrückerstattung bei Jagderfolg ergänzt. Hinsichtlich der Freigabe und Entgelte für die Pirschbezirke können die Forstamtsleiter künftig flexibler in Abhängigkeit von der Attraktivität des Jagdgebietes und der Nachfrage handeln.

Wer nur für kurze Zeit im Landeswald jagen kann oder möchte, wählt am besten ein Mai- oder Sommerjagdpaket. Während der Laufzeit von einem Monat bieten beide Jagderlaubnisse die Möglichkeit, zu einem moderaten Preis erfolgreich auf Schalenwild zu jagen, der Abschuss interessanter Trophäenträgern ist Bestandteil beider Pakete.

 Bei der Premiumjagd steht die Jagd auf den alten Rothirsch, Widder oder Schaufler im Vordergrund. Diese Jagderlaubnis wird in der jeweiligen Brunft mit einer Laufzeit von 7 Tagen von den Forstämtern angeboten. Das Preissystem wurde deutlich vereinfacht.

 Das Paket Gruppenjagd zielt auf die Teilnahme von Jagdgruppen an Gemeinschaftsansitzen ab. Die kameradschaftlich jagende Gruppe steht dabei im Vordergrund. Bewährt hat sich diese störungsarme Jagdart unter anderem während der Ansitzwochenenden in den Rotwildeinstandsgebieten des Thüringer Waldes, von denen im „Thüringer Jäger“ bereits mehrfach berichtet wurde.

 Mit dem Angebot Waldläufer werden motivierte Jäger vor Ort angesprochen, die dem Förster jagdlich zur Seite stehen und ihm unter anderem auch bei der Vorbereitung und Durchführung von Bewegungsjagden unterstützen. Die Teilnahmemöglichkeit an den herbstlichen Bewegungsjagden der Thüringer Forstämter zu den bekannten Entgelten ist weiterhin gegeben. Noch im Abschussplan offene Trophäenträger der mittleren und oberen Altersklasse können durch den Jagdleiter zum Beispiel nach Zahlung eines zusätzlichen Schützengeldes freigegeben werden. Aber auch eine Freigabe durch Losentscheid ist künftig vorgesehen.

Jagdruhezeiten für störungsarme und effiziente Jagd

In der Dienstordnung werden weiterhin die jagdlichen Ziele in den Landesjagdbezirken konkretisiert. Die Jagd soll sich an ökologischen und wildbiologischen Grundsätzen, neuesten Erkenntnissen der Jagdpraxis, Werten des Tierschutzes und Erfordernissen der Lebensmittelhygiene orientieren. Die Jagd ordnet sich in die betriebliche Zielstellung der Landesforstanstalt ein. Dabei ist der Waldzustand das primäre Beurteilungskriterium für eine erfolgreiche Jagd. Neu ist die Einführung von grundsätzlichen Jagdruhezeiten (siehe Tabelle), die wildbiologische Erkenntnisse zum Ruhebedürfnis des Wildes im Winter und in der Aufzuchtzeit berücksichtigen. Ziel ist es, einerseits die Bejagung im Jahresverlauf zeitlich effizient durchzuführen und andererseits dem Wild möglichst lange Ruhephasen ohne jagdlich induzierte Störungen zu gewähren. Zur notwendigen Prädatorenbejagung in Vogelschutzgebieten und zur Bejagung überhöhter Schwarzwildbestände im Winter kann von den Jagdruhezeiten abgewichen werden.

außerhalb Rotwildeinstandsgebiet

Rotwildeinstandsgebiet

Erlegungszeit 01.05. bis 31.05. 01.05. bis 31.05.
Jagdruhezeit 01.06. bis 15.07. 01.06. bis 31.07.
Erlegungszeit 16.07. bis 15.01. 01.08. bis 31.12.
Jagdruhezeit 16.01. bis 30.04. 01.01. bis 30.04.

 In Zukunft ist eine Verpachtung von Teilen der Landesjagdbezirke möglich. Es ist vorgesehen, demnächst erste Jagdreviere öffentlich in der Jagdpresse auszuschreiben.

 Zu einer vorbildlichen Jagd im Sinne der Einheit „Wald, Wild und Mensch“, der sich die Mitarbeiter von ThüringenForst verpflichtet fühlen, gehört insbesondere die Beachtung von Belangen des Tierschutzes. Aus diesem Grund verlangt ThüringenForst, wie andere Forstverwaltungen bereits seit einigen Jahren, neben dem inzwischen selbstverständlichen Einschießen der Jagdwaffen zu Beginn eines Jagdjahres zusätzlich einen jahresaktuellen Schießnachweis auf bewegliche Ziele als Voraussetzung für die Teilnahme an den Bewegungsjagden. Als Nachweis gilt das Training in einem Schießkino oder das Übungsschießen auf den laufenden Keiler.

 ThüringenForst freut sich auf die Teilnahme vieler Thüringer Jäger an der Jagd in den Landesjagdbezirken. Ansprechpartner sind die Thüringer Forstämter und die Zentrale der Landesforstanstalt – Kontaktinformationen unter www.thueringenforst.de. Pressetext und Foto: ThüringenForst

Ein Gedanke zu „Schöner Jagen in Thüringen

  1. Manfred Randel

    Frage hat sich die Dienstanordnung für Thüringer Forsten geändert? Ich bin bisher als Mitjäger in einem Pirschbezirk eines Jagdfreundes mitgegangen, nun heißt es vom Revierförster das dies nicht mehr Möglich sei, nur noch bei direktem Verwandschaftsverhältnis zb. Vater Pirschbezirksinhaber Sohn kann mitgehen. oder ist das Ermessen des Forstamtsleiters?
    Mit freundlichen Grüßen M. Randel

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