Baden-Württemberg: Schnellere Hilfe bei Wildunfällen

Das Landratsamt Rems-Murr-Kreis hat in Zusammenarbeit mit dem Polizeipräsidium Aalen eine landesweit einmalige Lösung zur Übermittlung und Nutzung der Jagdpächterdaten im Einsatzleitsystem der Polizei realisiert.

In der polizeilichen Praxisarbeit treten seit Jahren vermehrt Probleme bei der Verständigung von Jagdpächtern bei Wildunfällen auf. Nahezu täglich müssen die Beamtinnen und Beamten der Polizeireviere zu jeder Zeit infolge von Wildunfällen oder ähnlichen Ereignissen Kontakt mit den Jagdpächtern aufnehmen. Die Vorgehensweise ist mit den Jagdpächtern abgesprochen, da es insbesondere in deren Interesse liegt, wenn möglichst zeitnah die Unterrichtung durchgeführt wird, um entsprechendes Wild noch verwerten zu können. Die Polizei hatte früher wegen veralteter Listen oder Jagdbereichskarten erhebliche Probleme die zuständigen Jagdpächter zu erreichen. Die Kontaktaufnahme erforderte einen enormen Arbeitsaufwand und polizeiliche Folgeermittlungen, um schließlich den zuständigen Jäger verständigen zu können. Die aufnehmende Polizeistreife muss bis zum Eintreffen des Jagdpächters an der Unfallstelle verbleiben, um erforderliche Absperr- oder Umleitungsmaßnahmen durchzuführen oder die illegale Mitnahme des Wildtiers zu verhindern. Anderweitige Aufträge, die in dieser Zeit anfallen, müssen bei Verfügbarkeit durch Fremdkräfte anderer Reviere abgearbeitet werden oder sind im Rahmen einer Dringlichkeitsanalyse nach hinten zu stellen.

Dank der sehr guten Zusammenarbeit zwischen dem Landratsamt und dem Polizeipräsidium Aalen wurde eine EDV-gestützte, bislang bundesweit einmalige Lösung gefunden. Im Zuge dieses Projekts konnte für das gesamte Kreisgebiet sowohl die graphische Abgrenzung der Jagdbögen, als auch die Informationen über den Pächter und die zu benachrichtigende Personen im zentralen Geoinformationssystem des Landratsamts erfasst werden. Durch diese intensive und kooperative Zusammenarbeit ist es somit technisch gelungen, als erster Landkreis in Baden-Württemberg diese Daten in das Einsatzleitsystem der Polizei zu übernehmen.

Landrat Dr. Sigel freut sich über die Realisierung des Projektes und betont: „Die Digitalisierung von Prozessen in der Verwaltungslandschaft spielt für mich eine wesentliche Rolle. Digitaler zu werden ist für mich ein zentrales Ziel. Die Zusammenarbeit mit der Polizei kann dadurch nicht nur beschleunigt sondern auch vereinfacht werden“.

Somit können die Mitarbeiter der Notrufzentrale bei einem Wildunfall sofort im Einsatzleitsystem auf Basis von Karten die Informationen zu dem jeweiligen Jagdpächter einsehen und den Beamten vor Ort übermitteln. Das Vorhalten analoger Unterlagen auf jeder Polizeistelle ist damit überflüssig.

Die Effizienz polizeilicher Praxisarbeit wurde durch diese Kooperation deutlich optimiert und gesteigert. Darüber hinaus wurde durch das Projekt sowohl eindrucksvoll die Möglichkeit aufgezeigt, mit einer kreisweiten, interkommunalen Zusammenarbeit Synergien für die Bürger herauszuarbeiten, als auch effizientes, modernes Verwaltungshandeln zu praktizieren. PM

Beitragsbild: Wildunfall. Foto: SE

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