Schleswig-Holstein: Wolf überwindet Herdenschutzzäune – Antrag auf Entnahme liegt vor

MELUND: “Suchen geeignete Jäger für Entnahme”

Seit dem 28. November 2018 wurden acht Rissvorfälle im Kreis Pinneberg registriert, in denen Schäferinnen und Schäfer empfohlene Herdenschutzzäune ordnungsgemäß aufgestellt hatten, diese aber überwunden wurden. Jetzt liegen die Ergebnisse zur Überwindung eines empfohlenen Herdenschutzzaunes im Kreis Pinneberg vor, wie das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) mitteilt.

Die durch das MELUND in Auftrag gegebenen genetischen Untersuchungen zur Klärung des Verursachers haben nun ergeben, dass in sechs dieser Fälle ein Wolf mit dem Haplotyp HW01 aktiv gewesen ist. Die Untersuchungen zu den verbleibenden zwei Fällen sind derzeit noch nicht abgeschlossen. „Es hat sich bestätigt, was wir ohnehin vermutet haben: die Risse gehen auf das Konto des Wolfs“, sagte Umweltstaatssekretärin Anke Erdmann.

Zudem liegt dem MELUND ein Antrag auf Entnahme des Wolfes vor. „Wir gehen davon aus, dass wir den Antrag genehmigen können, derzeit prüfen wir letzte Fragen. Zudem stehen wir mit der Landesjägerschaft bei der Suche nach geeigneten Jägerinnen und Jägern für diese schwierige Aufgabe in enger Abstimmung. Die Landesjägerschaft hat uns zugesagt bis Ende dieser Woche eine Rückmeldung zu geben, ob sie geeignete Jäger benennen kann“, so Erdmann.

Erstmals wurde ein geeigneter Herdenschutzzaun am 28. November 2018 im Kreis Steinburg durch einen Wolf überwunden. Hier liegen bereits Information zu dem verursachenden Einzeltier vor – es handelte sich um den Wolf GW924m, der sich seit dem Juni 2018 nachweislich in dem Gebiet der Kreise Pinneberg und Steinburg aufhält und von dem das MELUND 17 genetische Einzelnachweise vorliegen. Hinweise auf andere Wölfe in dem entsprechenden Gebiet sind dem MELUND nicht bekannt.

Darüber hinaus wird aktuell noch an einer genetischen Identifizierung des Einzeltieres, einer sogenannten Individualisierung, gearbeitet. Die Ergebnisse werden in circa drei Wochen erwartet. PM

Beitragsbild: Tabelle Wolfsrisse hinter ordnungsgemäßem Herdenschutzzaun. Quelle: MELUND

5 Gedanken zu „Schleswig-Holstein: Wolf überwindet Herdenschutzzäune – Antrag auf Entnahme liegt vor

    1. Ralf

      Die Wölfe sehen sich im Winter ziemlich ähnlich. Ganz genau. Das ist genau der Punkt. Genau hier liegt die Schwierigkeit. Aber wäre das wirklich wichtig? Dort, wo der Wolf über die “gute” Einzäunung geht, wird er geschossen. Das wäre ein Plan. Im Grunde genommen geht es um gelebte Vergrämung. Dabei ist meines Erachtens unwichtig ob das nun “GW924m” oder sonst ein Wolf war. Es geht um Vergrämung von Wölfen. Wölfe, die sich den Menschen in irgendeiner Form zu dicht genähert haben.
      Wenn es ein junger Einzelwolf gewesen war, dann ist folgende Betrachtung nicht notwendig:
      Ich gehe noch einen Schritt weiter: Es ist sogar egal, ob das ein Alpha-Tier war oder nicht! Wichtig ist, dass der Rest des Rudels den Menschen mit “Pulver und Blei” oder “Pulver und Bleifrei” 😉 in Verbindung bringt. Denn was ist wichtiger? Das Sozialgefüge der Wölfe zu 100% aufrecht zu erhalten oder zu erreichen, dass Wölfe (im Lernprozess) Distanz zu Menschen (erst) aufbauen und dann dauerhaft halten?
      Wir drehen uns im Kreis: der Wolf MUSS ins JAGDRECHT mit einer JAGDZEIT (zwischen dem Ende der Ranz und dem Wölfen, einzelne Jungwölfe ganzjährig) . Alles andere ist halbherzig. Dort, wo Wölfe sich Menschen und menschlichen Siedlungen- auch Weiden- nähern, dort muss er auf jeden Fall geschossen werden (dürfen).

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      1. MH

        Wenn man sieht, was beim Gesetzgeber für Vorstellungen wegen ASP für die Bejagung beim Schwarzwild herrschen (Stichwort “Mutterschutz”), um wirtschaftliche Interessen der Schweinehalter zu schützen, dann müßte beim Wolf doch genau das gleiche Schema greifen: Jeder Wolf (m/w/d, oder sollte man auch “h” für Hybrid einführen?), der sich Nutztieren nähert und damit dessen Eigentümer potentiell wirtschaftlich schädigen könnte, muß “weg”. Daß das Wort “Tierleid” nur für manche Tiere gilt, das haben uns die Zeitgenossen der Tierschutzfraktion mehr als deutlich gemacht, siehe auch “Wald vor Wild”. Die vielen gerissenen Haus- und Nutztiere der Vergangenheit werden nicht mehr lebendig, und deren Halter haben meistens mehr als nur wirtschaftlichen Schaden erlitten. Ich hoffe, daß der Druck inzwischen groß genug ist, daß der Gesetzgeber ohne weiteres Wenn und Aber endlich handelt.

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  1. Niemand Sonst

    @ Ronbi

    Die haben bestimmt eine Kristallkugel, Orakel, Tarotkarten, Knochen usw.
    Oder wenn es seriös sein soll, dann wird eine DNA Probe genommen……
    Und das kann dauern……………..
    Mit der Entnahme der Probe meine ich…………..
    Und mit dem Ergebnis sowieso………..
    Ob das dann auch stimmt………..
    Hmmmmm. Naja. Was man so alles hört…………
    Und dann soll noch entnommen werden………..
    Diesmal der Wolf………..
    Bis man da jemand findet…………
    Und bis man den richtigen Wolf findet…………….
    Puhhhhhhh! Mammutaufgabe.
    Hoffentlich keine europaweite Ausschreibung!
    Beratungen………
    Petitionen, Gesetzesänderungsvorschläge…………
    Demonstrationen dafür……….
    Demonstrationen dagegen………
    Mahnwachen dagegen………….
    Mahnwachen dafür…………….
    Anzeigen gegen………..
    Einstweilige Verfügungen…………….
    Eilanträge……………..
    Klagen…………….
    Fachleute weltweit werden angehört………..
    Und bis die alle ihren Senf dazugeben………
    GW924m wird inzwischen zum Medienstar………….
    Dann sickern aus unerklärlichen Gründen auch noch die Namen der Jäger durch………………
    Bis man da neue Jäger findet…………….
    Bis man wieder den Wolf findet………………..
    Nicht irgendeinen……… der gleiche muss es auf jeden Fall sein…………..
    Nochmal Proben………….
    Spendenaufrufe………

    Und nach einigen Jahren und dutzenden Rissen wird man feststellen dass “GW924m” ( wer sich nur die Namen ausdenkt…..) entweder eines natürlichen Todes, oder bei einem Autounfall ums Leben kam.

    Deswegen lehne ich mich entspannt zurück und vertraue unseren besten “Wolfsjägern”.
    Den Autofahrern!!

    Tag und Nacht unterwegs. Überall. Mit modernsten “Waffen” ausgestattet.
    Und an kein Revier und Jagdzeit, Jagdgesetz oder Waffengesetz gebunden.
    Und wenn ER dann daliegt, am Strassenrand meine ich, wird man feststellen, dass die ganze Aufregung fürn Ars…. war. Das Leben geht weiter.
    Ob mit oder ohne “Gwwn222344kkjjnmlldd329875/%^:÷## “, oder wie auch immer.
    Aber solange viele unserer Couchwolfsschützer feucht im Schritt werden sobald nur das Wort “WOLF” fällt, wird uns solch ein Zirkus immer wieder vor Augen halten was wir doch für eine dekadente Gesellschaft geworden sind.
    Z.B. über den Tod tausender Menschen hierzulande an multiresistenten Keimen regt sich von der ganzen “WOLFSKAMARILLA” niemand auf.
    Aber wegen dem Wolf……
    Naja, auch eine Möglichkeit sich von der Couch aus für etwas einzusetzen…….
    Auf der Couch sitzend kann man im Internet Alles und Jeder sein.
    Auch Experte. Wofür auch immer.
    Sieht eh keiner wer ich bin…..
    Man muss nicht mal aufstehen……..

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  2. Grimbart

    In der Gegend hält sich nur ein Wolf auf. Wo ist das Problem? Den einen Wolf erlegen und Ruhe kehrt wieder ein. Wenn es dann tatsächlich ein anderer gewesen seien sollte bedeutet das nicht eine erneute Ausrottung. Durch Verkehrsunfälle sterben regelmäßig “unschuldige” Wölfe. Dürfen wir in Zukunft dann nur noch fliegen?

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