Schleswig-Holstein: Strafanzeige wegen unzureichendem Herdenschutz

Mecklenburg-Vorpommern: Überfahrene Wölfin war mit Schrot beschossen worden

Bei der Staatsanwaltschaft Kiel liegt eine Strafanzeige von Unbekannt gegen Unbekannt vor, die sich gegen Schafhalter richtet. Das berichten die Kieler Nachrichten (KN). Diesen wird vorgeworfen, ihre Schafherden unzureichend vor dem Wolf zu Schützen. Dies stelle einen Verstoß gegen § 17 Tierschutzgesetz dar, also gegen das Verbot, ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund zu töten oder ihm erhebliche Schmerzen oder Leiden zuzufügen. Die Staatsanwaltschaft will prüfen, ob ein Anfangsverdacht besteht, so die KN. Die Prüfungsmöglichkeiten seien jedoch begrenzt, da die Anzeige anonym erstattet worden ist und somit nicht klar sei, auf welche Schafhalter sie sich beziehe, erklärte der zuständige Staatsanwalt gegenüber der Zeitung. Es sei nicht einmal klar, ob die Anzeige sich auf Vorgänge im Zuständigkeitsbereich der Staatsanwaltschaft Kiel beziehe. Einen “Rundumschlag gegen alle Schafhalter” werde nicht geben. Der Nabu, der selbst Schafe bei Wolfsangriffen verloren hat, hat in letzter Zeit wiederholt Kritik an unzureichendem Herdenschutz geäußert und gefordert, die Schäfer in diesen Fällen nicht zu entschädigen. Eines lässt sich vorhersagen: Wenn Schafhalter in Wolfsgebieten jetzt auch noch kriminalisiert werden, dürften noch mehr Hobby- und Nebenerwerbshalter die Schafhaltung aufgeben.

Eine bei Usedom vor etwa einem Monat bei Usedom überfahrene Wölfin ist zu Lebzeiten mit Schrot beschossen worden, wie der Nordkurier berichtet. Dies sei bei den Untersuchungen des Kadavers festgestellt worden. Der Beschuss sei jedoch nicht die Todesursache gewesen. red.

Beitragsbild: Schaf. Foto: SE

Die Red. dankt JAWINA-Leser JS für den Hinweis!

6 Gedanken zu „Schleswig-Holstein: Strafanzeige wegen unzureichendem Herdenschutz

  1. MH

    Zumindest in die Zeitung hat man es geschafft, das war wohl auch das wesentliche Ziel des Anzeigenerstatters. Mit der Argumentation ließe sich der Spieß leicht umdrehen in Richtung der Wolfsbefürworter. Ob das jemand dort bedacht hat?

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    1. Grimbart

      Das ist in vielen Diskussionen immer wieder ein Thema, dass man Schafhalter bestrafen müsste, wenn Wölfe ihre Tiere reißen. Es könne ja nicht angehen, den Wolf zu verführen und ihn damit in ein schlechtes Licht zu rücken. Das man so die Akzeptanz für den Wolf nicht unbedingt fördert bleibt ein anderes Thema.

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  2. Kr.-Itisch

    Angenommen eine Frau wird vergewaltigt. Mit der obigen Argumentations- bzw. Rechtslogik wäre sie dann selber schuld, weil sie zu hübsch, ihr Rock zu kurz, ihr Haar zu blond oder sonst irgendwas war. Wie verschroben muss man sein, um so zu denken. Dass sich unser Rechtsstaat überhaupt mit einem solchen Mist beschäftigen muss oder beschäftigen will, ist bedenklich. Achtung: das ist der Beginn einer zerstörenden Dekadenz! Dass ein NABU, oder sonst eine dubiose Pseudo-Tierschutz/recht-Organisation fordert, geschädigte Tierhalter nicht mehr zu entschädigen, schlägt dem Fass den Boden aus. Und alles das wegen eines Tieres, dass in der deutschen Kulturlandschaft gebraucht wird, wie ein Loch im Kopf. Wehret den Anfängen haben wir leider verpasst. Jetzt gilt es die Auswüchse dieses Tierrechtterrors zu bekämpfen.

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  3. Parlow

    Dieser Unbekannte wohnt warscheinlich auf Etage, geht selten in Feld und Flur spazieren.
    Daher weiß er nicht was die Schäfer für Zeit aufwenden um ihre Tiere vor dem Wolf zu schützen.

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    1. Parlow

      Dieser Unbekannte wohnt warscheinlich auf Etage, geht selten oder garnicht in Feld und Flur spazieren.Daher weiß er nicht was die Schäfer für Zeit aufwenden um ihre Tiere vor dem Wolf zu schützen.Diese jetzt an zuzeigen, ist schon frech.Unsere Richter haben wichtigere Anzeigen zu bearbeiten.

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