Schleswig-Holstein: Schalldämpfer für Jäger freigegeben

Jägerinnen und Jäger in Schleswig-Holstein dürfen jetzt Schalldämpfer verwenden – Innenminister Grote: “Wichtiger Beitrag für Gesundheitsschutz”

Die Landesregierung macht den Weg für einen besseren Gesundheitsschutz von Jägern in Schleswig-Holstein frei, so das Innenministerium Schleswig-Holstein in einer Pressemitteilung: Wie im Koalitionsvertrag angekündigt, können Jägerinnen und Jäger im Land jetzt Schalldämpfer bei Langwaffen, also Jagdgewehren verwenden. In Abstimmung mit dem Umweltministerium hat das zuständige Innenministerium einen entsprechenden Erlass herausgegeben.

Nach Ansicht von Innenminister Hans-Joachim Grote ist dieser Schritt wichtig für einen besseren Schutz der Jägerinnen und Jäger in Schleswig-Holstein: “”Sie leisten einen entscheidenden Beitrag zum Schutz unserer Wälder. Nachhaltiges Jagen ist unerlässlich für den Erhalt des Wildbestandes. Deshalb bin ich sehr froh, dass wir mit diesem Erlass jetzt den Gesundheitsschutz der Jägerinnen und Jäger erhöhen.””

Der Mündungsknall eines Jagdgewehrs ohne Schalldämpfer ist mit 150 bis 160 Dezibel lauter als ein startendes Flugzeug (120 bis 140 Dezibel) und liegt damit über der Schmerzgrenze des menschlichen Gehörs bei etwa 120 Dezibel. Bereits ein einzelner Schuss mit einem Jagdgewehr ohne Schalldämpfer kann das Gehör nachhaltig schädigen. Das Innenministerium weist darauf hin, dass zusätzlich zum Schalldämpfer auch weiterhin ein Gehörschutz empfohlen wird.

Die Jäger können ihre Gewehre (Jagdlangwaffen) bei der Jagd auf Schalenwild, wie z. B. Hirsche, Rehe oder Wildschweine mit Schalldämpfern ausstatten, sofern alle rechtlichen Vorgaben erfüllt sind. Ziel ist die deutliche Lärmreduzierung bei der Schussabgabe. Über eine Zulassung entscheidet die jeweils zuständige Waffenbehörde. Für andere Jagdwaffen, vor allem Kurzwaffen, gilt die Erlaubnis ausdrücklich nicht.

Vor der Veröffentlichung des Erlasses hatten Bundeskriminalamt und Landeskriminalamt Schleswig-Holstein die geplante Freigabe bewertet. BKA und LKA erwarten keine negativen Folgen für die öffentliche Sicherheit. Langfristig strebt das Innenministerium eine bundesweit einheitliche Regelung für den Gebrauch von Schalldämpfern an. PM

Beitragsbild: Schalldämpfer. Foto: SE

Ein Gedanke zu „Schleswig-Holstein: Schalldämpfer für Jäger freigegeben

  1. JK

    Ein Wehmutstropfen fällt trotz aller Freude auf diese in S-H längst überfällige Entscheidung für die (voreintragspflichtige) legale Nutzung von Schalldämpfern:
    Die Mindestdämpfung muß 25 dB(A) betragen und nur schalenwildtaugliche Kaliber sind genehmigungsfähig.

    Leider kann man dann, falls man eine entsprechende Flinte besitzt, keine Dämpfer für einläufige Schrotflinten erwerben. Schalenwildtauglich wäre eine Flinte mit Flintenlaufgeschoß. Leider reduziert der Dämpfer eines norwegischen Herstellers lediglich um 19 dB(A) und schließt die Verwendung von Flintenlaufgeschossen aus.
    Ich hatte gehofft, daß man bei der Ansitzjagd auf Federwild wie z.B. Entenstrich oder Krähenbejagung den wartenden Hund gesundheitlich schützen könnte.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.