Schleswig-Holstein “prüft” Änderungen des Jagdgesetzes wegen ASP

Der Jagd- und Artenschutzbericht des Landes Schleswig-Holstein, der der grüne Umwelt- und Landwirtschaftsminister Robert Habeck heute vorstellte, belege erneut, dass die Schalenwildbestände auf einem hohen Niveau sind, so Habeck: Beim Schwarzwild wurden im Jagdjahr 2016/2017 mehr als 15.000 Stück erlegt – eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr. „Stärker als in den Jahren zuvor gilt, dass Schwarzwild stark bejagt werden muss. Die Afrikanische Schweinepest rückt immer näher an Deutschland heran. Wir müssen einem Ausbruch und der Verbreitung möglichst entgegenzuwirken, denn die Seuche hätte gravieren Folgen: für das Land, die Landwirtschaft und für den Schwarzwildbestand“, sagte Habeck.

In enger Zusammenarbeit von Tierseuchen- und Jagdbehörden laufen intensive Arbeiten, um die Prävention zu verbessern und die Seuche im Fall eines Ausbuches bekämpfen zu können. Das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) prüft dabei auch Änderungen des Landesjagdgesetzes. „Wir halten es für richtig, die Verwendung künstlicher Lichtquellen für die Schwarzwildbejagung zu ermöglichen. Außerdem wollen wir zusätzliche Anreize und auch Verpflichtungen, damit die Schwarzwildbejagung weiter intensiviert werden kann. Hier denken wir beispielsweise an Schneisen in Maisfeldern“, sagte Habeck. Diese Maßnahmen werden bei einem Gipfeltreffen  im Januar mit allen Beteiligten – einschließlich Jagd, Landwirtschaft und Naturschutz – beraten. „Es geht hier um eine gemeinsame Verantwortung und gute Lösungen für diese enorme Herausforderung.“

Beim Rotwild wurde im Jagdjahr 2016/2017 bei der Jagdstrecke die Tausender-Marke wieder deutlich überschritten. Das Rotwild hat sich neue Lebensräume erobert; insbesondere im nördlichen Landesteil sei dies “nicht unproblematisch angesichts der Waldarmut der Region und des hohen Anteils junger, durch Wild gefährdeter Waldbestände und Wiederaufforstungsflächen nach den Stürmen”, referierte Habeck die schalenwildfeindliche Position einschlägig bekannter Kreise. Beim Rehwild lag die Strecke leicht über 50.000 Stück  „Auch ohne behördliche Abschusspläne für das Rehwild darf die Bejagungsintensität für diese Wildart nicht nachlassen“, so Habeck, denn auch das Rehwild könne hohe Wildschäden verursachen.

Beim Niederwild hat das Jagdjahr 2016/2017 bei verschiedenen Niederwildarten (Hase, Wildkaninchen, Wildenten und -gänse) geringere Streckenergebnisse gebracht. Besonders geprägt war das Jahr davon, dass  nach dem Ausbruch der Geflügelpest Niederwildjagden, insbesondere auf Federwild, nicht überall im geplanten Umfang stattfanden. Hingegen sind die Strecken bei Waschbär und Marderhund (beides invasive Arten) weiter gestiegen. PM/SE

Beitragsbild: Bejagungsschneise zwischen zwei Schlägen. Foto: SE

Ein Gedanke zu „Schleswig-Holstein “prüft” Änderungen des Jagdgesetzes wegen ASP

  1. J. Körner

    Laut den „Kieler Nachrichten“ vom 19.12.2017 werden weitere Maßnahmen und Vorschriften zur Intensivierung der Schwarzwildbejagung auf den Weg gebracht.
    So sollen die Landwirte verpflichtet werden Bejagungsschneisen in Raps- und Maisfeldern anzulegen, die Legalisierung der Jagd mit Licht soll auch ermöglicht werden:
    http://www.kn-online.de/News/Aktuelle-Nachrichten-Schleswig-Holstein/Nachrichten-Schleswig-Holstein/Mehr-Jagd-auf-Wildschweine-in-Schleswig-Holstein-im-Mais-und-mit-Licht

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