Schleswig-Holstein: Nabu hält Abschuss von Wolf GW924 für notwendig

FDP fordert Straffreiheit für Jäger und Schäfer, die sich oder ihre Tiere gegen Wölfe verteidigen

Der Nabu, einst lautester “Willkommen Wolf”-Rufer im ganzen Land, hat seine Position zum Wolf offenbar teilweise revidiert: Gegenüber den Kieler Nachrichten (KN) erklärte Fritz Heydemann, Mitglied des Nabu-Vorstands in Schleswig-Holstein, dass der Abschuss des Wolfs GW924, der mehrfach ordnungsgemäße Weideschutzzäune überwunden hat (JAWINA berichtete), notwendig und auch vom Bundesnaturschutzgesetz gedeckt sei.

Zur Begründung führte der Nabu-Vertreter an, dass ein “permanentes Wiederholen des Zaunüberwindens durch dieses Tier zu befürchten sei. Dadurch würden tatsächlich “erhebliche landwirtschaftliche Schäden” enstehen. Die Deichschäferei müsse jedoch schon aus Gründen der Deichsicherheit möglich bleiben, es bestehe folglich ein überwiegendes öffentliches Interesse.

Zudem gebe es “keine realistische Alternative, diesen Wolf vom Überwinden der Zäune und damit von weiteren Schafsrissen abzuhalten”, so Heydemann gegenüber den KN. Den Wolf zu vergrämen, sei unrealistisch, da er dafür mehrfach mit Gummigeschossen vertrieben werden müsse, was illusorisch sei. Auch eine weitere Erhöhung der Zäune sei wenig erfolgversprechend, der Abschuss dieses Wolf somit “leider erforderlich.”

Jäger und Schäfer müssten sich gegen Wölfe verteidigen dürfen, erklärte der jagdpolitische Sprecher der FDP, Karlheinz Busen in der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ). Es sei “dringend an der Zeit, Klarheit bei den gesetzlichen Regelungen herzustellen”, so Busen zur der NOZ. Er reagierte damit auf den Abschuss eines Wolfes durch einen Jäger in Brandenburg (JAWINA berichtete). SE

Beitragsbild: Von Wolf gerissenes Schaf (Archivbild). Foto: SE

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.