Schleswig-Holstein: Nabu fordert Jagdverbot für Kaninchen

Wer zahlt dann den Wildschaden?

Der Nabu Schleswig-Holstein fordert ein Jagdverbot für Wildkaninchen. Hintergrund sind die sinkenden Streckenergebnisse der Nager: Wurden im Jahr 2000 noch mehr als 25.000 Kaninchen erbeutet, so waren es 2012 nur noch gut 10.500. Dafür ist aber nicht etwa die starke Bejagung der – etwa an Deichen – als Schädlinge gefürchteten Wildkaninchen verantwortlich, sondern eine Reihe von Seuchenzügen: Myxomatose und China-Seuche (RHD) haben die Bestände dezimiert.

In den Lübecker Nachrichten vertritt NABU-Landesgeschäftsführer Ingo Ludwichowski die Ansicht, dass nur große Kolonien stark genug seien, “um sich gegen die Seuche zu stemmen.” Mit dieser Argumentation trifft der Nabu im Kieler Umweltministerium auf offene Ohren: Dem Bericht der Zeitung zufolge, erwägt man dort bereits eine Verlängerung der Schonzeit für Wildkaninchen.

Marcus Börner, Sprecher des LJV Schleswig-Holstein, hält dem entgegen, dass sich Seuchenzüge bei großen Beständen schneller ausbreiteten und verheerender auswirkten. Außerdem würden Jäger auf die Bejagung zu kleiner Wildkaninchen-Populationen ohnehin freiwillig verzichten.

Jagdverbote wie etwa beim Seehund – bewirken in der Regel, dass Hunger und Krankheiten an Stelle einer nachhaltigen Bejagung die Bestandsgröße regulieren.

In diesem Zusammenhang sollte auch dringend die Frage geklärt werden, wer im Fall eines Bejagungsverbots oder eingeschränkter Jagdzeiten für den beträchtlichen Wildschaden aufkommt, den Kaninchen an Dämmen, Deichen und landwirtschaftlichen Flächen anrichten. Bisher zählen Wildkaninchen zu den Arten, für die Wildschadenersatz geleistet werden muss. Nimmt man den Jägern die Möglichkeit einer ordnungsgemäßen und effektiven Bejagung, müsste aus Billigkeitsgründen auch diese Regelung abgeschafft werden. Vermutlich wird der Nabu dann gerne den Ersatz der Wildschäden übernehmen….SE

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