Schleswig-Holstein: Jagd und Artenschutzbericht 2015 erschienen

Minister Habeck: “Das Ausmaß der illegalen Vergiftungen von Greifvögeln ist erschreckend.”

Tödliche Vergiftungen von Greifvögeln wie Seeadler, Rotmilan und Mäusebussard bereiten in Schleswig-Holstein zunehmend Sorgen. Das geht aus dem Jagd- und Artenschutzbericht 2015 hervor. In den Jahren 2008 bis 2015 wurden insgesamt 70 Proben insbesondere von Greifvogelarten untersucht. In 30 Fällen wurden tödliche Vergiftungen nachgewiesen. Habeck verwies insbesondere auf den Mäusebussard, bei dem die Bestände insgesamt dramatisch zurückgehen.

Insgesamt zeigt der neue Bericht, wie die Artenvielfalt leidet. “Es gibt aber auch Erfolge im Artenschutz, vor allem dank des hohen ehrenamtlichen Engagements von Verbänden, Projektgruppen und des Landesjagdverbands. Ohne sie wäre Artenschutz nicht denkbar”, betonte Habeck. Zeichen für einen solchen Erfolg ist die Rückkehr des Fischadlers: Erstmals nach 130 Jahren brütete 2014 und 2015 im Naturpark Lauenburgische Seen wieder ein Paar. Die Tiere zogen in beiden Jahren vermutlich je drei Jungvögel groß.

 Jagdstrecken: Weiterhin hohe Schalenwildbestände, Rückgänge beim Niederwild
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Der Jagd- und Artenschutzbericht macht ebenfalls deutlich, dass die Schalenwildbestände weiterhin auf einem hohen Niveau sind. Beim Rotwild wurde bei den Jagdstrecken die Tausender-Marke erneut überschritten. Beim Schwarzwild wurden im vergangenen Jagdjahr mehr als 11.000 Exemplare erlegt. Das bedeutet eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Allerdings unterliegen Schwarzwildvorkommen einer starken natürlichen Dynamik. Beim Niederwild waren erneut Rückgänge zu verzeichnen. Die Jagdstrecke für die Hasen sank auf nur noch rund 26.000 Hasen – zehn Jahre zuvor waren es doppelt so viele.

Ein weiterer Schwerpunkt des Jagd- und Artenschutzberichtes 2015 ist das Wolfsmanagement, das 2015 strukturell gestärkt wurde. So stellt Schleswig-Holstein 2016 erstmals 100.000 Euro zur Finanzierung des Wolfsmonitorings. Hintergrund ist, dass inzwischen häufiger Wölfe zumindest durch unser Land streifen und dies alle Beteiligten stärker als bislang fordert.

Seit 2013 wurden insgesamt 36.000 Euro als Entschädigung für Risse durch Wölfe gezahlt, allein 2015 waren es aufgrund eines Vorfalls größeren Ausmaßes 32.000 Euro. In den wenigsten Fällen von Nutztierrissen lässt sich aber ein Wolf als Verursacher nachweisen. So wurden 78 Schäden gemeldet, nur acht Mal war es nachweislich ein Wolf, 15 Mal ließ er sich nicht sicher ausschließen.

Der Jahresbericht 2015 – Jagd und Artenschutz kann per Bestellformular Jagd und Artenschutz – Jahresbericht 2015 oder per E-Mail unter broschuere@melur.landsh.de kostenlos angefordert oder auf der Internetseite des Umweltministeriums Schleswig-Holstein heruntergeladen werden.

Beitragsbild: Titelbild des Jagd- und Artenschutzberichts 2015.

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