Schleswig-Holstein: Illegale Greifvogelfallen entdeckt

Update: Anders als von den Tierschützern behauptet, soll es sich bei dem Verdächtigen nicht um einen Jäger handeln – Polizei ermittelt wegen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz und wegen Jagdwilderei

Am Mittwochnachmittag (13.02.19) meldeten sich Mitglieder einer Tierschutzorganisation bei der Polizei und baten um polizeiliche Hilfe. Man habe auf einem Grundstück in der Gemeinde Groß Kummerfeld (Kreis Segeberg) eine größere Leiterfalle (Krähenfang) festgestellt, in der sich eine Taube und ein Sperber befinden. Der Sperber gehört zu den Greifvögeln, die artenschutzrechtlich streng geschützt sind. Die zuständige Staatsanwaltschaft Kiel wurde umgehend über die Sache informiert. Diese erwirkte beim Amtsgericht Kiel einen Durchsuchungsbeschluss für das betreffende Grundstück. Mit einem Amtsveterinär des Kreises Segeberg und weiteren Polizeikräften wurde das Grundstück aufgesucht.

Die Durchsuchung führte zum Auffinden der Falle. In der Falle fanden sich zwei Tauben und ein Sperber, wobei eine der Tauben geschlagen war. Bei einer sogenannten Leiterfalle kann ein Vogel, wie ein Greif, einfliegen. Ein Ausfliegen scheitert zumeist an dem benötigten Raum zum Starten. Nach Begutachtung durch den Amtsveterinär konnte der Sperber wieder in die Freiheit entlassen werden. Auf dem Grundstück fanden sich weitere aufgestellte Fallen. Gegen den ermittelten 76- jährigen Verantwortlichen wurde ein Strafverfahren wegen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz und wegen Jagdwilderei eingeleitet. Die weiteren Ermittlungen dauern an. PM

Beitragsbild: Sperber mit erbeuteter Türkentaube. Autor: Nat Pan, https://www.panneweel.be/, veröffentlicht unter der  Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported, 2.5 Generic, 2.0 Generic and 1.0 Generic Lizenz, Quelle: Wikipedia.

5 Gedanken zu „Schleswig-Holstein: Illegale Greifvogelfallen entdeckt

    1. admin Beitragsautor

      Laut lokalen Medien ein Jäger:
      https://www.abendblatt.de/region/norderstedt/article216438665/Polizei-entdeckt-verbotene-Greifvogelfallen-bei-Jaeger.html
      lt. “Komitee gegen den Vogelmord”, die den Fall gemeldet haben, “Tierhalter und Jäger”:
      https://www.komitee.de/node/443
      Auf der Facebook-Seite des Komitees
      https://de-de.facebook.com/Komitee.CABS/
      gibt es dazu auch Fotos zu sehen und folgende Erläuterung:
      “Ein Jäger hatte rund um das Grundstück, auf dem er verschiedene tropische Kraniche und Wasservögel hält, rund 20 Tierfallen aufgestellt. Neben Fallen für Katzen und Füchsen fanden wir zwei Drahtfallen zum Vogelfang und eine Leiterfalle, die mit Haustauben beködert war und zum Fang von Greifvögeln verwendet wurde. In ihr fand sich ein frisch gefangener Sperber.”

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  1. kilalli

    Einfach nur dämlich, ist treffend gesagt. Manchmal sollten nicht nur Tauben geschlagen werden, möchte man ergänzen.
    Allerdings ist nach meiner Information dieser Mann nirgendwo in der Jagd involviert, hat nirgendwo eine Jagdberechtigung. Auf die Jägerschaft wird es aber trotzdem wieder zurückfallen, dasfür werden interessierte Kreise schon sorgen.

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