Schleswig-Holstein: Dänische Wölfe reissen Schafe in Norddeutschland

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Im Verlauf des Juni wurden in Schleswig-Holstein im Vergleich zu den Vorjahren ungewöhnlich viele Wolfsnachweise erbracht. Das teilt das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUlR) mit. Die Gründe für diese ungewöhnliche Häufung von Nachweisen könnten in dem Umstand liegen, dass im vergangenen Jahr in Dänemark in der Nähe der Ortschaft Ulfborg in einem Wolfsrudel acht Welpen geboren wurden, die in diesem Jahr damit begonnen haben, ihr Rudel zu verlassen, um Geschlechtspartner und geeignete Lebensräume zur Gründung eines eigenen Rudels zu finden. Zumindest einige dieser Tiere sind auch in Schleswig-Holstein nachgewiesen worden.

Zwar konnte im Falle genetischer Untersuchungen in den meisten Fällen lediglich der Haplotyp HW01 ermittelt werden – der in Mitteleuropa häufigste -, aufgrund des Nachweises von mindestens drei dänischen Welpen kann zumindest vermutet werden, dass diese Tiere für den auffälligen Anstieg der Nachweise im Verlauf des Juni verantwortlich sind. Es konnten bislang die im Folgenden aufgeführten dänischen Jungwölfe in Schleswig-Holstein nachgewiesen werden:

GW930f (Weibchen) wurde im Zusammenhang mit einem Nutztierriss am 8. Mai 2018 in Dithmarschen registriert.
GW931f (Weibchen) wurde am 12. Mai 2018 in der Nähe der Autobahnauffahrt Tornesch bei einem Verkehrsunfall getötet.
GW932m (Männchen) wurde im Zusammenhang mit Nutztierrissen am 6. und 11 Mai 2018 in den Kreisen Rendsburg-Eckernförde und Pinneberg sowie am 7. Juni 2018 im Kreis Nordfriesland (Eiderstedt) nachgewiesen.

Gegenwärtig kann trotz der oben aufgeführten Informationen nicht sicher gesagt werden, wie viele Tiere sich derzeit in Schleswig-Holstein aufhalten und ob es sich tatsächlich nur um die vermuteten dänischen Tiere handelt.

Folgende Wolfsnachweise gelangen im Verlauf des Juni in den aufgeführten Landkreisen:

Kreis Segeberg

Am 9. Juni 2018 wurde ein Wolf im Rahmen genetischer Untersuchungen als Verursacher eines Rehrisses bei Hartenholm ermittelt. Am 11. Juni 2018 konnte ein Wolf einmal gegen 16:00 und einmal um 21:00 Uhr fotografisch festgehalten werden. Ein weiterer Wolf lief am 22. Juni 2018 gegen 4:20 Uhr in eine sogenannte Fotofalle (automatische Kamera) in einem Waldstück bei Schafhaus. Am 5. Juli 2018 gelang einem Spaziergänger ein weiteres Foto gegen Mittag in der Gemeinde Bimöhlen.

Kreis Dithmarschen

In der Gemeinde Hellschen bei Wesselburen konnte am 2. Juni 2018 ein Wolf im Rahmen genetischer Untersuchungen im Zusammenhang mit einem Nutztierriss nachgewiesen werden.

Kreis Nordfriesland

Am 7., 12., 13. und 19. Juni 2018 wurde ebenfalls auf der Grundlage genetischer Untersuchungen an Nutztierrissen jeweils ein Wolf bei Osterhever als Verursacher ermittelt. Im Rahmen weitergehender Untersuchungen konnte im Zusammenhang mit dem Fall vom 7. Juni 2018 der dänische Jungwolf mit der Nummer GW932m als Verursacher nachgewiesen werden. In zwei weiteren Fällen am 21. und 22. Juni 2018 wurde genetisch ein Wolf im Rahmen zweier Vorfälle bei Tetenbüll festgestellt.

Kreis Pinneberg

Ein Nutztierriss am 16. Juni 2018 bei Tangstedt konnte ebenfalls auf der Grundlage genetischer Untersuchungen einem Wolf zugeordnet werden.

Alle genannten Nachweise wurden von dem für Schleswig-Holstein zuständigen Wolfsexperten, Herrn Dr. Stier von der TU Dresden, auf der Grundlage der zur Verfügung stehenden Informationen als C1-Nachweise (eindeutiger Nachweis) klassifiziert. Seit dem ersten Wiederauftreten der Art im Jahr 2007 konnten bis heute 81 Nachweise (C1 und C2) der Art in Schleswig-Holstein erbracht werden. Im aktuellen sogenannten “Wolfsmonitoringjahr” (01.05.18 bis 30.04.19) sind es bisher 29 C1-Nachweise. Hier finden Sie diese auch lokalisiert in der aktuellen Karte der Wolfsnachweise.

Hier finden Sie diese auch lokalisiert in der aktuellen Karte der Wolfsnachweise:

Karte der Wolfsnachweise in Schleswig-Holstein: Monitoringjahr 2018/2019

Die Notfallhotline für die Meldung von Wolfshinweisen und Schadensfällen: 0174 / 63 30 335

Beitragsbild: Wolf bei Bimöhlen am 05.07.2018, © Thomas Hansen, Quelle: LLUlR

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