Schleimige Schocker

Electric eels, I might add, do it
Though it shocks ’em I know

Cole Porter

 Wer eine Phobie vor schleimigen, schlangenartigen Kreaturen hat, die aus dem Wasser schießen und ihren Körper wie einen Elektroschocker gebrauchen können, nun, für den ist die folgende Geschichte und das dazugehörige Video eher nichts, warnt die New York Times (NYT). In der Story geht es um den Forscher Dr. Kenneth Catania, der sich der Erforschung von Zitteraalen widmet. Catania hat eine 200 Jahre alte Erzählung des Weltreisenden, Wissenschaftlers und Entdeckers Alexander von Humboldts überprüft: Dieser hatte berichtet, dass er Fischer in Südmerika gebeten hatte, für ihn einige Exemplare der Gattung electrophorus electricus zu fangen. Zu diesem Zweck trieben die Fischer Pferde und Maultiere in ein flaches Gewässer, die daraufhin von den Zitteraalen attackiert worden seien, indem sich die Fische an die Vierbeiner pressten und sie mit elektrischen Schocks malträtierten. Über 800 Volt bei knapp einem Ampere und somit gut 700 Watt werden bei so einem Angriff freigesetzt.

Über Jahrhunderte blieb die Beobachtung Humboldts ohne wissenschaftliche Bestätigung, Dr. Catania hat dies jetzt nachgeholt und die Ergebnisse in einem wahrhaft sehenswerten Video (auf der verlinkten NYT-Seite) dokumentiert.

Das gezeigte Verhalten hat nach Ansicht von Dr. Catania nichts mit Jagd zu tun, da Aale weder kauen noch beißen und nur erbeuten, was sie ganz verschlucken können – bei Pferden, Maultieren oder Menschen eher schwierig. Eher handele es sich um Selbstverteidigung – unter Verwendung eines Tasers.

Die in dem Video von einem Aal attackierte Hand sieht ziemlich echt aus, ist sie aber nicht. Kenneth Catania wollte, dass seine Kollegen dächten, es wäre seine Hand (sogar den Ehering hat er mit Liebe zum Detail ergänzt), um sie zu “O-nein-tu-das-nicht-Rufen” zu animieren. Spätestens wenn die Aal-Power die in den Arm integrierten LEDs aufleuchten lässt, klärt sich das auf. SE

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