“Schiessen oder Schaufeln”

+++ Bayern: Jäger will höhere Abschussquote für Rehwild vor Gericht erzwingen +++

Der CDU-Politiker Hans-Jürgen Thies fordert nach der Änderung des Bundesjagdgesetzes wegen der ASP (JAWINA berichtete) “außerordentliche Mittel zur Schwarzwildreduktion” wie eine Lockerung des Muttertierschutzes, Saufänge und Nachtzielgeräte.

“Mit dem vom Bundestag verabschiedeten Gesetz zur Änderung des Tiergesundheitsgesetzes und Bundesjagdgesetzes (JAWINA berichtete) sind Behörden von Bund und Ländern, im Falle eines Ausbrauchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP), nun gewappnet schneller und effizienter auf die Seuche reagieren zu können”, meint Hans-Jürgen Thies. Doch das dem CDU-Politiker nicht: Der Ausbruch der ASP in Belgien vor zwei Wochen mache deutlich, dass es aller höchste Zeit ist, denn die infizierten Wildschweine wurden lediglich 60 km von der deutschen Grenze entfernt aufgefunden, heißt es in einer von Thies herausgegebenen Pressemitteilung. Somit drohe nun eine Einschleppung des Virus aus westlicher und östlicher Richtung, denn in Polen und Tschechien grassiere sie bereits seit langem. Neben diversen Präventionsmaßnahmen sieht die Gesetzesänderung für den Krisenfall nunmehr zahlreiche behördliche Befugnisse vor:

Absperrung von betroffenen Gebieten,

Anordnung von Betretungsverboten,

Ernteverbote,

Anordnung von Jagdschneisen, vermehrter Bejagung und zur Fallwildsuche,

Jagdbeschränkungen und Jagdverbote in Kernzonen.

Soweit Landwirte und Jäger von den vorgenannten Auflagen betroffen sind, sieht das Gesetz Ausgleichs- und Entschädigungsansprüche für die Betroffenen vor. Dies gilt auch für Wildschäden. Ein wichtiger Baustein, um die natürliche Einschleppung und Ausbreitung der ASP in Deutschland zu verhindern, ist die drastische Reduzierung der – trotz aktueller Rekordstrecken – nach wie vor viel zu hohen Schwarzwildbestände. Die Bestandsdichte liegt in einigen Regionen bei über 5 Stück pro 100 ha. Nach den negativen Erfahrungen im Baltikum müsste die Bestandsdichte auf 1 Stück pro 1.000 ha abgesenkt werden.

Dies ist jedoch mit herkömmlichen Jagdmethoden, namentlich durch verstärkten Einzelansitz und Durchführung revierübergreifender Bewegungsjagden, nicht, schon gar nicht kurzfristig, zu erreichen. Die deutschen Jäger stehen nunmehr vor der schmerzlichen Alternative „Schießen oder Schaufeln“. Vermutlich wird es daher notwendig sein, zu außerordentlichen Mitteln bei der Schwarzwildreduktion zu greifen. Neben einer Lockerung des Muttertierschutzes und der behördlichen Genehmigung von Saufängen müssen daher – nur zur Bewältigung der Krisensituation – auch jagd- und waffenrechtliche Sondererlaubnisse, etwa der Einsatz von Nachtsichtvorsatzgeräten, in Betracht zu ziehen sein. Auf Länderebene müssen dringend tragfähige Modelle zur Stützung der Wildbretpreise beim Schwarzwild entwickelt werden. Es bleibt zu hoffen, dass die gebotenen Maßnahmen schnellstmöglich umgesetzt werden. Bei der ASP-Prävention ist es „fünf vor zwölf“!” PM

Beitragsbild: Hans-Jürgen Thies. Quelle: CDU

2 Gedanken zu „“Schiessen oder Schaufeln”

  1. montero

    Herr Thies hat Hobbies: Garten, Jagd und Golfen. Kann man auf seiner Homepage nachlesen.
    Herr Thies als Hobbyjäger zur Saujagd und zur ASP Prävention fordert “Schießen oder Schaufeln”.
    Auf solche plakative Forderungen können wir verzichten!

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