Schalldämpfer: Zwei-Klassen-Gesellschaft in Thüringen

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Seit Monaten streiten sich das Thüringer Innen- und das Infrastruktur- und Landwirtschaftsministerium (letzteres ist auch für den Forst zuständig) um die Genehmigung von Schalldämpfern für Thüringer Jäger. Jetzt verkündeten die Ministerien einen Kompromiss, den man durchaus als einen faulen wird bezeichnen müssen: Demnach dürfen sich demnächst Berufsjäger und Forstbeamte einen Schalldämpfer für ihre Jagdwaffen zulegen, private Jäger aber nicht. Die Begründung, die der sozialdemokratische Innenminister Thüringens der Thüringer Allgemeinen zufolge dafür anführt, sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen: Demnach fürchten “Maiers Beamten” (Georg Maier (SPD) heißt der Thüringer Innenminister), “dass die Schalldämpfer leicht in die Hände von Terroristen und Kriminellen gelangen könnten, wenn sie für ­Jäger zu kaufen seien.” Ach so. Und diese Gefahr ist geringer, wenn nur Berufsjäger und Förster Schalldämpfer kaufen dürfen?

Immer wieder schön, was sich Jäger – nachweislich eine der gesetzestreuesten Bevölkerungsgruppen – von Leuten wie einem Herrn Maier immer wieder sagen lassen müssen.

Zu Recht kritisiert der Geschäftsführer des Landesjagdverbands Thüringen den angeblichen Kompromiss: “Völliger Unsinn” sei das, sagte er gegenüber der Thüringer Allgemeinen, und widerspreche “dem Gleichbehandlungsgrundsatz im Grundgesetz“. Er befürchte “eine Zwei-Klassen-Gesellschaft unter den ­Jägern, wenn nur Berufsjäger und Forstbedienstete Schalldämpfer nutzen” dürften.

Eine Zwei-Klassen-Gesellschaft, die im Hinblick auf den erwähnten Gleichbehandlungsgrundsatz und die deutlich liberaleren Regelungen in anderen Bundesländern, durch eine Klage vor Gericht ein schnelles Ende finden sollte. SE

Beitragsbild: Schalldämpfer. Foto: SE

3 Gedanken zu „Schalldämpfer: Zwei-Klassen-Gesellschaft in Thüringen

  1. Franky

    Unglaublich, was aus – mit Verlaub – diesen Dreckssozis inzwischen geworden ist. Hat den Maier mal jemand aus seinem Ressort mit dem verfassungsgemäßen Gleichbehandlungsgrundsatz konfrontiert? Oder zählen für die Machtpfründeschützer in den Provinzen die Bundesgesetze wie unser GG nur noch einen Dreck?
    Mediokrität, wohin man schaut – da muss man sich nicht wundern, wenn die SPD sich inzwischen von den einstigen Wahlzielen Guido Westerwelles entfernt hat.

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  2. Ronbi

    Warum hat der Staat nur eine derart große Angst vor seinen treuesten Bürgern?

    Abgesehen davon, vielleicht ist den hohen Herren außer Sicht gekommen, dass der gemeine Terrorist derzeit bei LKWs mit und ohne Führerschein, als Waffe angekommen ist.

    Dafür ist man dann nicht in der Lage, allgemein Bekannte Gefährder, entsprechen aus zu schalten.

    Das ist Realsatire oder?

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  3. Stefan

    Moin zusammen,
    das ist bei uns (Schleswig-Holstein) seit langer Zeit so! Hier wurde zwar im Mai 2017 im Koalitionsvertrag niedergeschrieben, daß SD für alle Jäger erlaubt werden sollen, passiert ist jedoch nichts! Fährt man über die Grenze nach Dänemark, sind dort oftmals SD auf den Schießständen Pflicht! Was ja auch nachvollziehbar ist…

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