Schafhalter fordert: Wolfsfreunde sollen Zaun ziehen – und bezahlen

Vor einiger Zeit hat der Landkreis Diepholz einen Brief an alle landwirtschaftlichen Tierhalter in der Gemeinde geschickt. Darin listet die Verwaltung die Herdenschutzmaßnahmen auf, die Tierhalter ergreifen müssen, wenn sie im Fall eines Wolfsangriffs Anspruch auf eine Entschädigung haben wollen. Da muss dem Ehepaar mit dem passenden Namen Schäfer, das zwei Schafe “als Rasenmäher” hält, wohl der Kragen geplatzt sein, wie die kreiszeitung.de berichtet: Dem Bericht zufolge fordert das Ehepaar “die Vermittlung von Wolfsfreunden, die einen entsprechenden Zaun ziehen und die Kosten dafür übernehmen.” Das sei zwar ironisch gemeint, fügt ihr Mann dazu, ernst meint er es aber offenbar mit einer viel weitgehenderen Forderung:

Es sei für ihn “nicht einsichtig, einen Schutzzaun bauen zu müssen, der so erhebliche Kosten verursachen würde, ohne den er aber im Schadensfall keinen finanziellen Ausgleich erhalte”, schreibt Schäfer der Kreiszeitung zufolge: “Deswegen fordere ich Sie auf, zum einen das Ausbreitungsgebiet des Wolfes auf tatsächliche naturbelassene Landschaften einzuschränken und eventuell Schadensfälle ohne Einschränkung finanziell auszugleichen.”

Den strengen Schutz des Wolfs durch EU- und Bundesgesetze hält Schäfer für falsch. Er weist auf die Konsequenz hin, dass viele “Hobbylandwirte” die Investitionen in Herdenschutzmaßnahmen nicht aufbringen werden – entweder, weil sie nicht können oder nicht wollen. In der Konsequenz würden sie ihre Tiere abschaffen, was das Bild des ländlichen Raums nachhaltig verändern werde. Viele Nutztierhalter, insbesondere Pferdehalter befürchten zudem, dass die Fortschritte in der artgerechten Haltung durch den von der Wolfsrückkehr ausgelösten Zwang zu (mindestens) nächtlicher Einstallung hinfällig werden. SE

Beitragsbild: Schafe auf dem Deich. Copyright: SE

Ein Gedanke zu „Schafhalter fordert: Wolfsfreunde sollen Zaun ziehen – und bezahlen

  1. Joachim Orbach

    Eine gute Aufforderung, der noch viele Menschen folgen sollten,denn es dürfte Zukünftig nicht mit E.-Zäunen und Herdenschutzhunden getan sein. Wir müssen uns in Deutschland über kurz oder lang doch einmal die Frage stellen: Wieviel Wölfe verträgt unsere gewachsene und dichtbesiedelte Kulturlanschaft? Verlieren die Wölfe in Deutschland nicht auch zunehmend ihre natürliche Scheu? Erstaunlich sind auch die Aufforderungen – Herdenschutzmaßnahmen- des Landkreises Diepholz. Freilandhaltung von Nutztieren bald ohne Zäune von 1,8 m Höhe und 0,5 in der Erde unmöglich ?

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