Sauerfleisch vom Schwan

In unserer beliebten Serie “Hannahs Heldentaten” lesen Sie heute die Folge: “Schwanensee – Abgesang:”

Es war eine der ersten Drückjagden im November. Drei Stunden lang hatten wir uns als Durchgeher durch Sumpf und Schilf gekämpft, uns heiser geschrien, Sauen hochgemacht…

So muss man sich das vorstellen, das Jawina-Hardcore-Hunting-Team: Das Bild musste hier gem. Unfallverhütungsvorschrift leider unscharf wiedergegeben werden. Weil wir nämlich so rattenscharf sind, dass bei Wiedergabe des nicht entschärften Originals erhebliche Verletzungsgefahr für unbedarfte Betrachter bestanden hätte.

Dann war Jagd vorbei, Hahn in Ruh. Erschöpft und abgekämpft, aber zufrieden, gingen wir – auf dem Weg und daher ungewohnt komfortabel – zu den Autos zurück. Als wir an den Autos ankommen, ist der Hund weg. Eben war er noch da. “Hannah! HANNAH! Wo ist der blöde Köter denn?”

“Da isse doch”, sagt MM, “Und sie hat Dir was mitgebracht…”

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Hannah apportiert selbst gemeuchelten Höckerschwan.

Da schleppt das Vieh doch einen Höckerschwan an. Drei Stück davon hatten wir zu Beginn des Treibens auf einem Tümpel dümpeln sehen. Zählen zwar zum jagdbaren Wild, hatten auch Jagdzeit, waren aber nicht freigegeben. Außerdem sind wir ja wegen der Sauen hier. “Der Alte hat wieder nichts geschossen, da muss ich wohl ran, wenn es heute Abend was zu essen geben soll”, wird sich der Hund wohl gedacht haben.

Was war passiert? “Das ist doch Fallwild”, mutmaßt MM. “Nö, der ist noch warm”, sagt SE, der dem Hund die Beute abnimmt. MM eilt hinzu, legt die Hand auf die Schwanenbrust, fühlt die Temperatur. Ganz warm. “Unfassbar”, murmelt MM. Wie der Hund das angestellt hat, wissen wir leider nicht, hat keiner gesehen. Die Kurzhaar-Hündin war höchstens fünf Minuten weg…

Aber da der Schwan schon mal tot war, sollte er auch einer anständigen Verwertung zugeführt werden. Weiter geht es daher mit einem Rezept für

Sauerfleisch vom Schwan – ein Rezept von MM

Nachtrag: Der entscheidende Hinweis zur Schwanen-Zubereitung kam von Spitzenköchin und Jawina-Leserin MF: “Du musst einen Backstein mitkochen – wenn der weich ist, ist der Schwan auch gut…”

1. Brust auslösen und putzen

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Brust auslösen und putzen.
Copyright: MM

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Ausgelöste Schwanenbrust.
Copyright: MM

2. Wasser, Zucker, und Essig mischen bis der Sud lecker schmeckt und die beiden Brüste reinpassen.

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Leckerer Sud.
Copyright: MM

3. Nach den eigenen Vorlieben Gewürze dazu (in dem Fall, Pfeffer, Salz, Lorbeerblätter, Wacholder, Zwiebeln und Piment)

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Zwiebeln müssen ran.
Copyright: MM

4. Abdecken und für 2 Tage ab in die Kühlung

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Abdecken und zwei Tage in den Kühlschrank.
Copyright: MM

5. Brust aus dem Sud nehmen und aufkochen

6. Brust wieder rein und bei geringer Hitze köcheln lassen bis die Brüste schön zart sind (nach 40 min ersten Testanschnitt und Bisstest durchführen)

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Brust aus dem Sud nehmen…

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… und Testanschnitt durchführen.
Copyright: MM

7. Alles erkalten lassen, aufschneiden und mit Bratkartoffeln und Remoulade (oder einfach Mayo oder Salat) servieren.

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Erkalten lassen.

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Mit Bratkartoffeln und Remoulade…

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… und Salat…

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… oder nur Salat servieren.
Copyright: MM

Ein Schwan reicht für 4 Personen Es wurden ca. 60 ml  Essigessenz und 2 EL Zucker und 1,5 l Wasser benötigt

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