Sachsenforst: OJB lehnt Erhöhung des Gruppenabschussplans für Rotwild im Forstbezirk Eibenstock ab

Die Obere Jagdbehörde (OJB) hat die beantragte Erhöhung des Gruppenabschussplans für die Verwaltungsjagdbezirke des Forstbezirks Eibenstock für den Planungszeitraum 2016 bis 2019 abgelehnt. Eine entsprechende “innerdienstliche Weisung” hat die OJB am 3.9. erlassen.

Das Referat Verwaltungsjagd im Staatsbetrieb Sachsenforst (SBS) hatte die Erhöhung des Abschussplans mit der Begründung beantragt, dass im Forstbezirk Eibenstock zwar “ein insgesamt tolerierbares Schälschadensniveau bei gleichzeitig stetiger Rotwildpräsenz” bestehe. Desweiteren wurde angeführt: Der “Anteil der Neuschäle liege nach wie vor deutlich unter 2%. Um diesen Zustand aufrecht zu erhalten, müsse die Rotwilddichte kontinuierlich auf geringem Niveau gehalten werden.” Die Untere Jagdbehörde des Erzgebirgskreis versagte auf diesen Antrag hin die Herstellung des Benehmens, da “eine Abschussplanerhöhung bei einem selbst eingeschätzten Bestand von 2,25 Stück 100/ha […] §1 BJagdG unterlaufen” würde. Auch die Hegegemeinschaft Erzgebirge hatte das Benehmen verweigert, da Rotwild im Forstbezirk Eibenstock “bestenfalls noch als Wechselwild” vorkomme.

Die “begehrte Erhöhung des Gruppenabschussplans ist unbegründet und deshalb abzulehnen” bescheidet nun auch die OJB. Die Begründung der Ablehnung ist ist eine schallende Ohrfeige für den Sachsenforst:

Aus dem Scheiben der OJB. (Screenshot)

Und weiter:

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Die OJB gemahnt den Staatsforst daran, dass im Rahmen eines für vier Jahre erstellten Gruppenabschussplans “ein vorausschauendes Handeln” erforderlich sei – man also nicht alles totschießen könne, was einem vor die Flinten läuft. Und dass es, wenn man schon so verfährt, dann wenigstens keinen Anspruch darauf gibt, genau in dieser Weise weiter machen zu dürfen:

Auch schön: Die Obere Jagdbehörde fühlt sich veranlasst, der Leitungsebene des Sachsenforst “Sinn und Zweck einer Abschussplanung” zu erläutern. Nach der Lektüre dieses Bescheids dürfte auch dem letzten Zweifler klar sein, was man sich unter der Rotwildbejagungsstrategie im Sachsenforst vorzustellen hat. SE

Beitragsbild: Innerbetriebliche Weisung der OJB an den SBS (Screenshot).

2 Gedanken zu „Sachsenforst: OJB lehnt Erhöhung des Gruppenabschussplans für Rotwild im Forstbezirk Eibenstock ab

  1. Waldläufer

    Schade, dass der OJB diese Argumente nicht eingefallen sind, als sie dem Forstbezirk Neudorf die Erhöhung des Rotwildabschussplanes um fast 400 Stück genehmigte!!! Nach dem Aufschrei, den diese krasse Fehlentscheidung bewirkt hat, liegt leider der Verdacht nahe, dass der Fall Eibenstock nur so entschieden wurde, weil einige Beamte in der Oberen Jagdbehörde Angst um ihre Stühle haben… Wenn die Obere Jagdbehörde in Sachsen wirklich selbstständig und unabhängig vom landeseigenen Forstbetrieb ist, stellt sich die Frage, warum sie diesem dann eine “innerdienstliche Weisung” (siehe erstes Bild im Beitrag) erteilen kann. Hier wird nicht nur gelogen, es wir auch noch schlecht gelogen!

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    1. Waldi

      Das trift den Nagel auf den Kopf.
      Nicht nur gelogen, auch noch wider besseren Wissens gehandelt.
      Man muss nur mal durch die Reviere des FoB Eibenstock laufen und sich die Unmengen von Ansitzböcken für die kommenden Drückjagden betrachten. Nagelneu und in bester Qualität, 2-4 Meter Sitzhöhe müssen es schon sein, trotz bergigem Gelände. Anzahl? Geschätzt um die 80+ + je Revier. Kosten?, der Steuerzahler hat doch keine Ahnung. Ist doch alles für den Schutz des Waldes.
      Selbst in den Revieren mit kaum Schäle oder Verbiss und noch weniger Wild. Die !00 Ökojäger werden beste Bedingungen vorfinden. Ob dann auch noch Wild da ist? Macht nichts, die großzügigen Freigaben und das Darüberhinwegsehen bei diesem oder jenem jagdlichen Fehltritt ( Abschuss von markierten Stücken) wiegt´s vielleicht für diesem oder jenen “Erfüllungsgehilfen”auf. Jagdlicher Nachwuchs wird so geprägt oder vielleicht doch eher missbraucht?
      Wer da Fragen stellt, oder gar Zweifel anmeldet wird schnell mal abgebügelt, mundtot gemacht oder in die berüchtigte Ecke gestellt. Und dann gibt es ja noch das unsägliche Rotwildprojekt … .

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