Sachsenforst: Hempfling folgt Braun

Der langjährige Geschäftsführer des Staatsbetriebs Sachsenforst (SBS), Prof. Dr. Hubert Braun, ist in den Ruhestand verabschiedet worden. Nachfolger Brauns wird Utz Hempfling. Der 56-jährige Forstwirt war bislang Referatsleiter im Sächsischen Umweltministerium. Wie das Sächsische Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) auf Anfrage von JAWINA mitteilte, wurde Hempfling mit Wirkung vom 1.3. 2019 zum Geschäftsführer des Staatsbetriebes Sachsenforst bestellt. Er wird diese Funktion bereits ab dem 1.1.2019 kommissarisch übernehmen. Auf die Frage von JAWINA, ob die Stelle öffentlich ausgeschrieben wurde und ob es weitere Bewerber gab, antwortete das SMUL: “Für die Stellenbesetzung hat ein ressortinternes Personalauswahlverfahren auf der Grundlage der Bestenauslese gemäß Art. 33 Abs. 2 des Grundgesetzes stattgefunden. Im Übrigen handelt es sich um eine Personalangelegenheit, zu deren Details sich unser Haus nicht öffentlich äussert. Ich danke Ihnen, dass Sie dafür Verständnis haben.”

Hempfling gilt als ÖJV- und ANW-nah. Insider befürchten, dass die Stellenbesetzung nicht zur einer Entspannung im Streit um die Bejagung des Rotwilds durch den SBS führen wird.

Das SMUL weist diese Vermutung zurück: Hempfling besitze “als bisheriger Referatsleiter Wald und Forstwirtschaft, Forst- und Jagdbehörde im SMUL und als langjähriger Vorsitzender des Landesjagdbeirates bei der obersten Jagdbehörde gute Kontakte zu beiden im Freistaat Sachsen anerkannten Vereinigungen der Jäger”, so der Pressesprecher des Ministeriums. In diesen Funktionen habe er jeweils die gebotene Neutralität gewahrt. SE

Beitragsbild: Erlegter Rothirsch (Symbolbild). Foto: SE

 

8 Gedanken zu „Sachsenforst: Hempfling folgt Braun

  1. Jürgen Rosenbaum

    “… Personalauswahlverfahren auf Grundlage der Bestenauslese … .
    … um eine Personalangelegenheit, zu deren sich ‘unser Haus’ nicht öffentlich äussert.”; sagt der Pressesprecher des Ministeriums, resp. genau der ministeriellen Behörde, deren Referatschef eben gerade auf diesen Versorgungsposten bestellt wurde.
    Für den geneigten Leser mit ein wenig Insiderwissen stellt sich die Frage in mehrseitiger Hinsicht, ob es sich bei solcher Vorgehensweise um eine landespolitische Geschmacklosigkeit, um den Ausdruck landespolitischer Unverfrorenheit oder womöglich um ein politisches Postengeschacher handelt???

    Zumindest dem JAWINA-Reporter gebührt Respekt, ob seiner Hinterfragagung “warum und weshalb bzw. wo doch bekannt, dass …

    Nun gut – im kommenden Herbst finden ja auch in Sachsen Landtagswahlen statt; ggf. honoriert ja d. wählende Volk solches Gehabe auch gebührend!

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  2. HW

    Der schlechte Witz in Sachsen ist ja, dass der ÖJV nur deswegen eine der beiden “anerkannten Vereinigungen der Jäger in Sachsen” ist, weil die dortige Formulierung der Verordnung hierzu wachsweich ist und daher solchen Miniverbänden überhaupt nur eine Anerkennungsmöglichkeit gibt: “Eine Vereinigung der Jäger kann als Vereinigung im Sinne von § 37 Abs. 2 des Bundesjagdgesetzes durch die obere Jagdbehörde anerkannt werden, wenn sie Interessen der Jagd und der Jäger landesweit vertritt.”
    In anderen Bundesländern würde er als Kleinstverein solche Weihen gar nicht bekommen. Dafür ist nämlich z.B. in SH oder MV eine Mitgliedschaft von 50 % der Jagdscheininhaber nötig…..das wird eher schwierig. Wie war das noch mit der Telefonzelle? Interessant wäre es zu wissen, wie das Ministerium “Interessen der Jagd und der Jäger” definiert.

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    1. Jürgen Rosenbaum

      … das mit der “Telefonzelle” war doch der Herrmann als einstiger Bauernverbandspräsident, wenn ich mich recht erinnere?
      Na gut – dass die Live und d. DJV die ÖJV-Entwicklung aussitzen gedachten hat etwas der duckmäuserigen politischen Leitkultur in Deutschland zu tun, die da nach dem Prinzip, “mein Hemd ist mir näher als die Hose”, zu tun. Egal wie – Hauptsache der Posten ist sicher und Geld stinkt nicht; nach mir die Sintflut.

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      1. Jürgen Rosenbaum

        Kommentarkorretur” … nicht Live sondern “LJVe” (Landesjagdverbände); weiter – nicht Herrmann sondern “Heremann”.

        … Prinzip, “mein Hemd … als die Hose” lautet.

        Ich bitte um Nachsicht …

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  3. Waldläufer

    Mit der Personalie lässt der Herr Minister nun also den Steit um den Umgang mit dem Wild eskalieren. Schön ist auch, dass der Finanzer des SBS künftig den Posten besetzt, den Herr Hempfling bisher inne hatte. Aber schon allein die Art und Weise, wie hier Posten verschoben werden ist ein Skandal! Dafür waren wir 89 nicht auf der Straße! Es bleibt nur zu hoffen, dass solchem Treiben zur nächsten Wahl ein Riegel vorgeschoben wird. Hier gehört mit eisernem Besen ausgekehrt- und ein Fisch stinkt ja bekanntlich immer vom Kopf her!

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  4. Staatsrechtliches Reiterlein der Berge

    “Jeder Deutsche hat nach seiner Eignung, Befähigung und Leistung Zugang zu jedem öffentlichen Amt.” GG Artikel 33 Satz 2

    Damit verbindet sich die grundgesetzliche Verplfichting der Sächsichen Staatsregierung, resp. d. Sächsische Ressortministeriums für Landwirtschaft und Umwelt die Neubewertung des Chefpostens im Staatsbetrieb Sachsenforst “öffentlich auszuschreiben”!!! Dies explizit der Formulierung “Jedem Deutschen entsprechend dessen EIGNUNG, BEFÄHIGUNG UND LEISTUNG!

    Die Tatsache der Bestellung des Referatsleiters Hempfling d. SMUL tritt diesen “Verfassungsgrundsatz” geradezu mit Füßen, zumal schon die im Interview die Nähe des MR Hempfling zum ÖJV und ANW in Frage gestellt bzw. hinterfragt wurde.
    Das was geschehen ist, wäre eine Mitwettberwerberklage wert, denn offensichtlich …. usw. usw.

    05.01. 2019
    Staatsrechtliche Reiterlein der Berge

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  5. Waldläufer

    Wir mussten in Sachsen leider die Erfahrung machen, dass der Sachsenforst über jedem Gesetz steht- oder die Gesetze einfach an die Bedürfnisse des SBS angepasst werden. Offensichtlich steht der SBS also nun auch über dem Grundgesetz… Vielleicht ist es auch in Deutschland an der Zeit, dass wir uns gelbe Westen anziehen und den Herrschaften zeigen, was wir von ihnen halten!

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