Sachsen: Wolf hetzt Reh durch Dorf und auf Gehöft

Bei Kringelsdorf in der Gemeinde Boxberg (Landkreis Görlitz) soll ein Wolf am Sonntag Morgen gegen 9.30 Uhr ein Reh durch das Dorf gehetzt haben. Der Wolf verfolgte das Reh einem Bericht der Sächsischen Zeitung (SZ) zufolge bis auf den Hof einer Familie. Während sich das Reh durch einen Sprung in den benachbarten Garten rettete, ließ sich der Wolf “erst nach zweimaligem Verscheuchen” dazu bewegen, den Rückzug anzutreten. Die Kringelsdorfer wollten nun wissen, ob es normal sei, dass ein Wolf am hellichten Tag mitten im Dorf ihrer Beute nachjagten und was mit spielenden Kindern sei, so die SZ. Weder beim Landratsamt Görtlitz, noch beim Kontaktbüro Wölfe in Sachsen, noch beim Büro Lupus war der Vorfall bekannt. Es handle sich um eine “eher ungewöhnliche” Sichtung, so die Experten. Und: Der Mensch gehöre nicht ins Beuteschema des Wolfes, weswegen davon auszugehen sei, dass auch Kinder nicht in Gefahr sind, versicherte das Kontaktbüro gegenüber der SZ.

Beitragsbild: Headline des zitierten Artikels in der SZ (Screenshot).

3 Gedanken zu „Sachsen: Wolf hetzt Reh durch Dorf und auf Gehöft

  1. Anko

    “Der Mensch gehöre nicht ins Beuteschema des Wolfes, weswegen davon auszugehen sei, dass auch Kinder nicht in Gefahr sind, versicherte das Kontaktbüro gegenüber der SZ.”

    Ah, vergleichen mit etwa Reh, Sau, Rotwild etc. als kaum fluchtfähig zu bezeichnende kindliche Warmblüter bis maximal 40kg gehören also nicht zum Beutschema. Wieder was gelernt …

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  2. Ronbi

    Wohl kein ungewöhnliches Verhalten. Beim Calandarudel/Schweiz ging die Jagd der Wölfe nach einem Reh bis in ein Dorf.
    In White Horse/Kanada wurden Haustiere in der Ortschaft von Wölfen getötet.

    Natürlich gehören Menschen in das Beuteschema von Wölfen. Sonst würde kein Hund Menschen töten. Sonst gäbe es in der Englischen Wikipedia keine so schöne Auflistung der Angriffe von Wölfen auf Menschen Weltweit. Predatory, wenn sie Hunger haben.
    Beispiele? Candice Berner/2010/Alaska zweifelsfrei von Wölfen getötet und angefressen. Israel 2017 immer wieder der Versuch Kleinkinder und Säuglinge zu erwischen. Indien, es werden permanent meist Kinder von Wölfen getötet und gefressen.
    Meist sind Kinder oder Frauen die Opfer, in der Türkei, in der Ukraine, in Zentralasien usw.

    Die Lieblingsliste von Wölfen geht ungefähr so: Jungtiere, Alte und Kranke. weibliche Tiere. männliche Tiere.
    Und das gilt auch für Menschen.
    Dr.Haim Berger ein israelischer Biologe, meint, Wölfe machen dabei einen langen Lernprozess durch.
    Das würde sich mit den sieben Punkten der Annäherung von Prof.Valerius Geist decken.

    Dr.Haim Berger sagt auch in etwa: Wenn ein Wolf keine Angst hat, muss man Angst haben. Ein Wolf der keine Angst hat greift an.

    Wenn man sich ältere und neue meist Handybilder von Wölfen in Deutschland anschaut, fällt folgendes auf.

    Früher mit eingekniffener Rute, heute Rute vollkommen entspannt. Der Wolf schaut direkt auf den Photographierenden. Der Blick des Wolfes entspannt, abwartend.

    Was den Menschen empfohlen wird, wenn sie einem Wolf begegnen ist dürftig.
    Vielleicht liegt es daran, weil niemand eine Vorhersage treffen kann, wie sich der Wolf entscheiden wird.
    Zumindest sollte man Pfefferspray parat haben.

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  3. Ralf K.

    “Der Mensch gehöre nicht ins Beuteschema des Wolfes, weswegen davon auszugehen sei, dass auch Kinder nicht in Gefahr sind, versicherte das Kontaktbüro gegenüber der SZ”
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    Diejenigen, die solche Aussagen machen, sollten auf Mängel der geistigen Gesundheit amtlich untersucht werden! Der Wolf hat keine angeborene Scheu vor dem Menschen! Der Sachverhalt zeigt, dass dieser Wolf eben keine Scheu vor Menschen und deren Siedlungen hat. Soll ich meinen Gedanken wirklich in Lettern weiterdenken?
    Auf jeden Fall ist auch nach Biologenmeinung der günstige Erhaltungszustand der Gesamtpopulation in Europa längst erreicht. Es wird Zeit, dass der Begriff “Wolfmanagement” endlich seiner Bedeutung gerecht wird und man endlich dahin kommt, Rahmenbedingungen zu schaffen, um den Bestand bei den Jungwölfen auch zur Vergrämung des Restrudels zu dezimieren.

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