Sachsen: Wolf bei Markkleeberg nachgewiesen

Bei Markkleeberg, nur knapp zehn Kilometer südlich von Leipzig (Landkreis Leipziger Land), ist ein Wolf in eine Fotofalle getappt. Es ist der erste Nachweis eines Wolfes in dieser Gegend. Das Bild entstand bereits Ende Mai, wie die Auswertung der Kameradaten durch den Jagdpächter nun ergab. Noch ist unklar, ob sich das Tier dort dauerhaft niederlassen wird oder das Gebiet nur durchwandert hat. Im Rahmen des Monitorings soll dieser Frage nachgegangen werden. Die nächstgelegenen Wolfsrudel sind das Annaburger-Heide-Rudel (im Dreiländereck Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Sachsen) und das Königsbrücker- Heide-Rudel, dessen Territorium sich in Sachsen im Bereich der Königsbrücker Heide (Landkreise Bautzen und Meißen) befindet.

Tierhaltern, vor allem von Schafen und Ziegen sowie Betreibern von Wildgattern, wird empfohlen, ihre Schutzzäune zu überprüfen. Die Umzäunung müsse richtig stehen, dürfe keine Durchschlupfmöglichkeiten am Boden bieten und müsse an allen Seiten geschlossen sein – über offene Gräben können Wölfe leicht in die Umzäunung eindringen, empfiehlt das “Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz” in einer Pressemeldung zum Thema.

Für einen effektiven Schutz gegen Wölfe bei Schaf- und Ziegenkoppeln hätten sich mindestens 90 cm hohe, handelsübliche Elektrozäune (z.B. Flexinetze oder Litzenzäune) bewährt. Litzenzäune sollten aus mindestens 5 Litzen bestehen. Der Abstand zwischen den Litzen bzw. der untersten Litze und dem Boden sollte dabei 20 cm nicht überschreiten. Auch 120 cm hohe Festzäune oder die Unterbringung der Tiere in einem geschlossenen Stall über Nacht bieten einen guten Schutz.

Schaf- und Ziegenhalter sowie Betreiber von Wildgattern im Wolfsgebiet haben die Möglichkeit, sich Herdenschutzmaßnahmen fördern zu lassen. Die zuständige Behörde für diese Förderung in den Landkreisen Leipziger Land, Nordsachsen, sowie der Stadt Leipzig ist das Sächsische Landesamt für Umwelt Landwirtschaft und Geologie (LfULG), Außenstelle Mockrehna, (Tel. 034244 5310).

Bitte melden Sie Wolfshinweise (Spuren, Kot, Sichtungen, Risse) an das Landratsamt Ihres Landkreises, an das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“ (Tel. 035772/ 46762, kontaktbuero@wolfsregion-lausitz.de) oder an das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und –forschung in Deutschland (Tel. 035727/57762, kontakt@buero-lupus.de).

Weitere Informationen zum aktuellen Wolfsvorkommen im Freistaat Sachsen finden Sie auf der Internetseite des Kontaktbüros: www.wolfsregion-lausitz.de PM Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz/SE

Beitragsbild: Das Wolfsfoto der Fotofalle. Copyright: Fester (Jagdpächter)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.