Sachsen: Nabu kritisiert genehmigten Wolfsabschuss

Drohungen gegen “Entnahme-Beauftragte”

Der Nabu Sachsen kritisiert scharf den vom sächsischen Umweltministerium genehmigten Abschuss (JAWINA berichtete) eines Wolfes. In den vergangenen Wochen wurden im Bereich des Rosenthaler Rudels immer wieder von Wölfen sämtliche Herdenschutzmaßnahmen überwunden und zahlreiche Nutztiere gerissen. Der Abschuss darf nur bei der Annäherung eines Wolfs an Nutztiere erfolgen und soll der Erzeugung erlernter Scheu dienen. Die Entscheidung sei “fachlich unbegründet sowie rechtlich nicht haltbar”, befindet hingegen der Nabu Sachsen auf seiner Internetseite. Der Verband prüfe “zeitnah eine Klage” gegen die Abschussgenehmigung.

Derweil ist unklar, wer die geplante Wolfs-Entnahme überhaupt durchführen soll. Nachdem die örtliche Jägerschaft erklärt hat, dass sie sich an Wolfsabschüssen wegen der Drohungen militanter Tierfreunde nicht mitwirken wolle, muss die zuständige Verwaltung des Landkreises Bautzen nun Verantwortliche benennen.

Wer dafür in Frage kommen könnte, wird vom Landratsamt aus guten Gründen geheim gehalten. Gegenüber der Sächsischen Zeitung (SZ) kritisierte der Bautzener Landrat Michael Harig (CDU),  die teilweise militanten Reaktionen der sog. Umweltschützer: Es werde “zur Gewalt gegen verantwortliche Personen und Tierhalter aufgerufen” so Harig in der SZ. All das zeige, “wie vergiftet die Diskussion mittlerweile leider” sei. Der Kriminalisierung von Nutztierhaltern und Jägern müsse Einhalt geboten werden, forderte Harig. Der Wolf sei weder vom Aussterben bedroht, noch sonst gefährdet.”

Auf der Internetseite des Landkreises Bautzen resümiert Harig: “Die Erteilung des Einvernehmens zur Bejagung im Bereich des Rosenthaler Rudels ist ein erster wichtiger Schritt, um die Konflikte zwischen Artenschutz und Nutztierhaltung zu minimieren. Weitere Schritte müssen folgen, um die Wolfspopulation wirksam zu regulieren. Es bleibt zu hoffen, dass die Initiativen in inzwischen mehreren Bundesländern dazu führen, die rechtlichen Voraussetzungen endlich zu schaffen. Ein nachhaltiger Artenschutz ist gegen die berechtigten Interessen der Menschen im ländlichen Raum dauerhaft nicht möglich. Schutz und Regulation schließen sich gegeneinander nicht aus, im Gegenteil.” SE

Beitragsbild: Munition (Symbolbild). Foto: SE

4 Gedanken zu „Sachsen: Nabu kritisiert genehmigten Wolfsabschuss

  1. Anton Maas

    In Sachen Wolfsabschüsse wird viel zu viel veröffentlicht, geschrieben und geredet. Handeln und fertig. Ganz einfach!!!!!!!
    AM

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    1. Grimbart

      So einfach ist es eben noch nicht, wenn man sich an die Gesetze halten will. Dafür müssen erst die Rahmenbedingungen geschaffen werden.

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  2. Hans-Dieter Pfannenstiel

    Liebe Hardliner-Wolfsliebhaber,
    die Erlegung der in Rede stehenden Wölfe lässt sich durchaus verhindern. Wenn jede Nacht an jeder gefährdeten Weidetierhaltung fünf bis 10 Leute Wache stehen, werden die Wölfe vermutlich fernbleiben . Also ran, Freiwillige vor. Sprecht Euch mit den Weidetierhaltern ab und fangt morgen an. Aber warm anziehen und nicht einschlafen. Nur aus dem Hinterhalt ekelhafte, boshafte und unmenschliche Kommentare und Drohungen absondern bringt nichts! Tut mal was für Eure Überzeugung!
    Mit freundlichem Gruß von jemand, der auch Ja sagt zum Wolf, ihn aber an die Landeskultur anpassen möchte und der viele Mondnächte draußen verbringt, um Wildschweinbestände zur Schadensverminderung und Seuchenprophylaxe abzusenken. Auch dabei müssen Tiere getötet werden. Warum reißt Ihr da nicht Eure Mäuler auf, Ihr scheinheiligen Naturentfremdeten?
    H.-D. Pfannenstiel, Diplom-Biologe und Jäger

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  3. Ronbi

    Wölfe, die Nutztiere in ihr Beutespektrum aufgenommen haben, sind nach § 45(7) BNatschG zu entnehmen,wenn sie wiederholt den vorgesehenen Herdenschutz überwinden, um Beute zu machen.

    Die gesetzl. Rahmenbedingungen sind also da.

    Vielleicht nimmt man Polizeischarfschützen mit jagdlicher Erfahrung. Qua Ausrüstung treffen die auch im Dunklen und auf weite Entfernungen.

    Und das Ganze ist so wieso eine Ordnungspolitische Maßnahme.

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