Sachsen: Ministerpräsident stellt Schafzüchtern Hilfe gegen Wölfe in Aussicht

“Wölfe, die Weidetiere reißen, müssen erschossen werden dürfen” – “Kein Artenschutz für Hybriden”

Der sächsische Ministerpräsdient Michael Kretschmer (CDU) hat sich bei Cunnewitz (Landkreis Bautzen) mit Schafzüchtern getroffen und Hilfe für Weidetierhalter in Aussicht gestellt. Mehr als 220 Schafe und Ziegen wurden von den Wölfen des Rosenthaler Rudels bereits gerissen, ein Schäfer hat alleine bereits fast 80 Schafe an die Wölfe verloren, berichtet die Sächsische Zeitung (SZ). Ministerpräsident Kretschmer erklärte der SZ zufolge, dass es zulässig sein müsse, Wölfe, die Weidetiere reißen, zu schießen. Dies sei auch die Meinung der Landesregierung, die daher eine Überprüfung des Schutzstatus von Wölfen und bundeseinheitlich geltende Regeln für den Abschuss von Problemwölfen fordere. Für Wolfshybriden, also Kreuzungen von Wölfen und Hunden, dürfe es keinen Artenschutz geben. Die Schäfer im Streifgebiet des Rosenthaler Rudels haben in einer Petition an den Landtag die Entnahme des Rudels gefordert. Die immer aufwändigeren Herdenschutzmaßnahmen erwiesen sich zunehmend als unpraktikabel, kritisierten die Schäfer, die Entschädigungen, wenn sie denn gezahlt werden, würden nicht den tatsächlichen Wert der gerissenen Tiere ersetzen. Kretschmer versprach, dass die “Art und Weise” und die Höhe der Entschädigungen überprüft werde. red.

Beitragsbild: Schafe (Symbolbild). Foto: SE

2 Gedanken zu „Sachsen: Ministerpräsident stellt Schafzüchtern Hilfe gegen Wölfe in Aussicht

  1. Cedrik

    Das klingt alles sehr positiv. “Der Teufel liegt im Detail!” Wenn man bedenkt wie viele Schwierigkeiten und Anfeindumgen es wegen der Wölfen, die bisher zum Abschuss frei gegeben hat, dann ist das noch ein weiter Weg. Selbst “Lupus” wurde wegen einer Abschussfreigabe vor den Staatsanwalt zitiert! Es gibt Jäger die auf Grund von Repressalien den Abschuss des Wolfes ablehnen. Das mag einen “schwächlichen” Eindruck machen. Diejenigen, welche die Aggressivität der Tierschützer und Wolfsfantasten erlebt haben, denken ganz anderes! Es ist bei weiten nicht so: “Abschussfreigabe – Luder auslegen – bum.” Die aggressiven Tierschützer greifen zu allen erlaubten und unerlaubten Mitteln nur um sich abzureagieren. Sie haben, wie übrigens auch viele Bewohner in den Städten, keine Ahnung von den zusätzlichen Belastungen der Schäfer und Bauern durch den Weideschutz. Wie häufig habe ich die Argumentation gehört: “Deutschland gibt soviel Geld aus, da kommt es auf die paar Millionen für den Wolfsschutz auch nicht an.” Das in der Lausitz wegen Wölfe praktisch keine Schafe mehr von Kleintierhaltern gehalten werden ist auch ein kultureller Verlust des sächsischen Landschftsbildes. Ganz abgesehen von der Nützlichkeit der “natürlichen Rasenmäher “. Selbst wenn ein Rudel entnommen werden soll, dann beginnen die Probleme “wer macht’s”. Diejenigen, die solche Aggressivitäten erlebt haben, kann man es nicht verübeln, das sie zumindest nachdenken! Es gibt jedoch Strategien wo der Schütze unerkannt bleibt. Die Wolfsproblematik wird uns noch lange Beschäftigen – auch mit und ohne Anarchie. Ich erinnere mich an Goethes “Zauberlehrling” …
    Vielleicht interessiert auch mein Beitrag zur Situation in Sachsen: https://www.jawina.de/gemeinsame-presseerklaerung-zum-aktionsplan-wolf-rueckkehr-des-wolfes-geht-nur-mit-akzeptanz-und-regulierung/#comment-11355

    Antworten
  2. Mikka

    “Denk ich an Deutschland in der Nacht…”, wird wohl auch Herr Kretschmer gedacht haben, als er die Ergebnisse der letzten Bundestagswahl aus Sachsen gesehen hat. Diese führten ja zum Rücktritt des damaligen Ministerpräsidenten Tillich, welcher bekanntlich aus der Lausitz stammt und sich volksnah gab, leider aber beim Thema Wolf nicht so richtig gut rüber kam. Das will natürlich der neue MP Kretschmer anders machen. Hier wird jetzt populistisch wie immer, in kürzester Zeit 20 Jahre Wolf in Sachsen umgekrempelt.
    … Allein der Glaube fehlt. Er fehlt an allen Ecken. Nicht nur beim Bürger, den Landwirten, den Jägern, er fehlt, da eben 20 Jahre Politik an der Basis vorbei gemacht wurde. Wer so oft verarscht wurde, der hat kein Vertrauen mehr – vor allen nicht in solche Populisten, die jetzt durchs Land tingeln und denken sie könnten mit Lippenbekenntnissen den Karren aus dem Dreck ziehen… Sorry, aber so nicht !!!
    (PS: Es wäre ebenfalls wünschenswert, das in Sachsen mal wieder der Landesjagdverband stattfinden würde, so ein Armutszeugnis was da den Jägern ausgestellt wird sucht seines Gleichen!)

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.