Sachsen: Erleichterter Wolfsabschuss?

Der Petitionsausschuss des Sächsischen Landtags empfiehlt der Politik, Wolfsgegnern Zugeständnisse zu machen.

10.650 Unterschriften haben zwei Schäfer, Manfred Horn und Eberhard Klose aus Neustadt in der Sächsischen Schweiz, gesammelt und diese mit einer Petition, die Maßnahmen gegen die weitere Ausbreitung des Wolfs in Sachsen fordert, beim Landtag eingereicht. Das war vor anderthalb Jahren, wie die Sächsische Zeitung in der Ausgabe vom 15.08. berichtet. In der nun vorliegenden Antwort fordert der Petitionsausschuss die Politik auf, den Wolfsgegnern Zugeständnisse zu machen.

Die “Entnahme” – sprich: der Abschuss – von Problemwölfen soll demnach vereinfacht werden. Diese war unter sehr strikten Voraussetzungen zwar auch schon bisher möglich, nun wurden die Vorgaben konkretisiert: Wenn ein Wolf Nutztiere, Haushunde oder Menschen in untypischer Weise gefährdet, soll die Entnahme des Problemtiers künftig “vorgesehen” sein. Entschädigungszahlungen für von Wolfsrissen betroffene Nutztierhalter sollen aufgestockt, das Antragsprozedere vereinfacht werden.

Die Vorschläge des Petitionsausschusses sind nicht bindend. SE

Ein Gedanke zu „Sachsen: Erleichterter Wolfsabschuss?

  1. Rainer Wackerbarth

    Ich bin selbst Schafhalter und weis wo von ich spreche. Wenn uns unsere Mittelgebirgskulturlandschaft erhalten bleiben soll, dann brauchen wir zum Abweiden weiterhin Fleischrinder, Schafe und Ziegen. Es ist völlig unmöglich, die Tiere ob kleine oder große Herde abends in eine feste Unterkunft zubringen. Die Entfernungen sowie der Zeit- und Arbeitsaufwand lassen dies schon gar nicht zu. Einen sicheren Zaun, um vor Wölfen zu schützen, gibt es gar nicht, denn der müsste noch mit in die Erde eingegraben werden. Übrigens, wenn ein Wolfsrudel, bestehend aus drei bis sieben Tieren in eine Weidekoppel eindringt, kann es passieren, dass bis zu zehn und mehr Tiere gerissen werden. Auch ein ethisches Problem. Die verbleibenden Tiere zeigen sich dann meistens verhaltensgestört und brechen aus ihrer Koppel oft aus. Beim Rotwild sind die Abschusszahlen von der Jagdbehörde festgelegt. So weis jeder Jagdpächter wie viel Wild er schießen darf. Ein zusätzliches Leid bleibt dem Wild durch den sogenannten Blattschuss somit erspart. Übrigens freue ich mich, wenn ich die Feld- und Waldwege bei uns entlang gehe, mal ein paar Rehe am Waldrand zu sehen.

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