Sachsen-Anhalt: Über 80 Prozent für Überprüfung des Schutzstatus von Wölfen

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Bürger fordern mehr Transparenz

Die CDU-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt befragte die Bürgerinnen und Bürger zum Wolf. Die Bürgerumfrage soll eine Bestandsaufnahme sein und Grundlagen für eine – an den Interessen der Bürger ausgerichteten – parlamentarischen Arbeit bieten. Dazu wurde ein wissenschaftlich fundierter, bürgernaher Fragebogen erarbeitet, der die Haltung der Sachsen-Anhalter zum Wolf in einer Online- und einer Repräsentativbefragung abfragte. Gestern stellten die Abgeordneten und Mitglieder der Arbeitsgruppe Umwelt und Energie der CDU-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt, Detlef Gürth und Bernhard Daldrup, zusammen mit dem renommierten Wissenschaftler Prof. Dr. Michael Stubbe von der Gesellschaft für Wildtier- und Jagdforschung, die Ergebnisse dieser Umfrage vor. Dazu erklärt Detlef Gürth, der sich federführend mit der Thematik Wolf befasst:

„Bei der Online-Umfrage gab es mit rund 5.000 Teilnehmern eine sehr hohe Beteiligung aus mehreren Bundesländern. An der von dimap durchgeführten repräsentativen Umfrage nahmen 1.003 Personen aus Sachsen-Anhalt teil. Die repräsentative Umfrage zum gesellschaftlichen Stellenwert von Naturschutz und Wolfswiederkehr in Deutschland hat zentrale Positionen der CDU-Landtagsfraktion überzeugend bestätigt. Mehr als zwei Drittel der Befragten in Sachsen-Anhalt interessieren sich für Naturschutzthemen und wünschen intakte, vielfältige Naturräume. Diese sollen aber erlebbar und keine unbetretbaren Urwälder sein. Verantwortliche Politik nimmt die Bürger bei der Bewahrung und Fortentwicklung unserer Kulturlandschaften mit und grenzt sie nicht aus. Bei der Wiederkehr der Wölfe teilen über 80 Prozent der Befragten die Forderungen der CDU-Landtagsfraktion nach mehr Transparenz, einer Überprüfung des Schutzstatus des Wolfes sowie nach Kontrolle und Steuerung des Prozesses. Mehr als zwei Drittel der Befragten sprachen sich für wolfsfreie Gebiete aus.“

Der Vorsitzende des Landwirtschaftsausschusses, Bernhard Daldrup, ergänzt: „Die Umfrage wurde von der CDU-Fraktion in den sozialen Medien begleitet. Die hier entstandenen Diskussionen führten mehrfach in die Richtung, dass der Mensch und das Haus-, Weide- und Wildtier geschützt werden muss. Es freut uns daher sehr, dass scheinbar auch das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie (MULE) diese Diskussionen verfolgt hat und nun die Förderung zum Herdenschutz erhöht. Hier zeigt sich, dass die emotionale und ideologisch geprägte Wolfsromantik des MULE langsam Risse bekommt und sich den wissenschaftlichen Argumenten nicht verwehren kann. Der Umgang mit dem Wolf muss endlich auf allen Ebenen realitätsnah diskutiert werden und eine sozio-ökonomische Abschätzung erfahren. Die CDU-Landtagsfraktion wird den Kurs einer versachlichten Information der Bevölkerung fortführen und den Druck auf verantwortliche Entscheider erhöhen, um ein verantwortbares modernes Wolfsmanagement zu erreichen.“

Prof. Dr. Michael Stubbe von der Gesellschaft für Wildtier- und Jagdforschung und Organisator des Internationalen Wolfsymposiums in Halberstadt, mahnt an: „Ein Ergebnis der Umfrage gibt uns allerdings zu denken. Die große Mehrheit der Befragten wusste nicht, welche Qualifikationen ein Jäger mitbringen muss. Jäger zu sein bedeutet mehr, als nur Wildtiere zu erschießen. Der Jäger ist auch für die Hege der Wildtiere, den Waldbau sowie den Naturschutz in seinem Revier verantwortlich. Die deutsche Jägerschaft ist der größte Naturschutzverband. Jedes Mitglied ist als Naturschützer tätig und besitzt dementsprechende Qualifikationen.“ PM

Beitragsbild: Wolf. Foto: Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Ein Gedanke zu „Sachsen-Anhalt: Über 80 Prozent für Überprüfung des Schutzstatus von Wölfen

  1. Carpe Diem.. jetzt erst recht

    Eigentlich wird in Süddeutschland nichts über die Wolfsproblematik in Nord und Ost in den Zeitungen berichtet. Da zieht mal ein Wolf, weil zufällig in eine Fotofalle getappt, durch und ist dann weg bzw. wird nicht mehr gesehen. Aber sind wir dadurch bereits ein wolfsfreies Gebiet? Wie wird dieses geografisch bestimmt und wie durchgesetzt?
    Ich denke, da sind wir im Süden noch weit weg von dieser Diskussion oder man will gar nicht diskutieren.

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