Sachsen-Anhalt: Kreistag Stendal beschliesst Wolfs-Resolution

Sachsen-Anhalt: Kindergärtnerinnen werden für Wolfsbegegnungen geschult +++ Bayern: Wolfsnachweis im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen

Der Kreistag von Stendal hat in seiner Sitzung am Donnerstag auf Antrag der CDU-Fraktion einer Resolution “für ein praxistaugliches Wolfsmanagement” zugestimmt. Im folgenden geben wir den Wortlaut der Resolution wieder:

Der Kreistag verabschiedet vorliegende Resolution zum Wolfsmanagement und bittet die Landesregierung Sachsen-Anhalt und die Bundesregierung in der Sache tätig zu werden.

1. Überprüfung der FFH-Richtlinien und Anpassung des Schutzstatus

2. Vorkehrungen zu treffen, wie man den wachsenden Bestand zukünftig kontrollieren und die Weichen für eine Regulierung der Population stellen will.

3. Jährliche Monitoring-Ergebnisse zum Wolf mit allen Betroffenen, also der Wissenschaft, dem Naturschutz, den Nutztierhaltern, Grundeigentümern sowie der Jägerschaft auszutauschen.

4. Die Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht mit feststehender Jagd- und Schonzeit. Ausschluss der Pflicht zur Hege und der Wildschadensvergütung

Wolfgang Kühnel
Fraktionsvorsitzender

Zur Begründung heißt es in dem Dokument:

Seit dem Jahr 2000 breiten sich die Wölfe von Sachsen und Brandenburg in Richtung Nordwesten weiter aus. Der Wolf hat den Norden von Sachsen-Anhalt erreicht. Aktuell sind in Sachsen-Anhalt (Stand November 2016) 12 Rudel und eine unbekannte Zahl von Wolfspaaren und einzelne ziehende adulte Wölfe nachgewiesen. Diese dynamische Entwicklung mit einer jährlichen Zuwachsrate von 30 % ist das Ergebnis des Artenschutzes und unmittelbare Folge der Einstellung der zuvor legalen Wolfsbejagung.

Die Rückkehr des Wolfes wurde mit großem Aufwand medial begleitet. Es bleibt festzustellen, dass sich eine Vielzahl von Aussagen vorgeblicher Fachleute zur Ausbreitungsgeschwindigkeit, zur Habitatwahl, zum Beutespektrum, zum Verhalten des Wolfes gegenüber Menschen und zum notwendigen Aufwand für den Herdenschutz, als unzutreffend erweisen. Daraus resultiert ein großer Vertrauensverlust bei Nutztierhaltern und den Menschen, die in den Gebieten mit Wolfsvorkommen leben.

Eine Weidetierhaltung wird durch zusätzlichen Aufwand für den Herdenschutz durch die Folgen von Wolfsübergriffen in Frage gestellt. Wolfssichere Koppeln herzustellen, ist für die Weidetierhalter mit erheblichen zusätzlichen Kosten und zeitlichem Aufwand verbunden und getroffene Maßnahmen haben sich oft als unwirksam erwiesen. Die offiziellen Empfehlungen für Herdenschutzmaßnahmen zeichnen ein regelrechtes Wettrüsten gegenüber den Wölfen nach. Die Anschaffung von Herdenschutzhunden, die erhöhten Aufwendungen z. B. Futterkosten sind finanziell vollumfänglich zu erstatten.

Auch die Wildbestände sind einem erheblichen zusätzlichen Druck ausgesetzt. In Wolfsgebieten wird eine zunehmende Tendenz der Bildung von Großrudeln und Großrotten beobachtet, die über längere Zeit landwirtschaftliche Flächen belagern. Die Folge sind Wildschäden, für die vom Gesetz her die Jagdgenossenschaften bzw. Jagdpächter aufkommen müssen.

In der Altmark wächst zunehmend die Sorge vor dem Wolf, insbesondere wenn einzelne Tiere oder Rudel ihre Scheu vor dem Menschen und menschlichen Siedlungen verlieren.
Vor diesem Hintergrund sind Änderungen im Umgang mit den stetig und sehr dynamisch anwachsenden Wolfsvorkommen und den Folgen für Menschen in den Wolfsgebieten unumgänglich. Es bedarf dringlicher gesetzlicher Korrekturen, um einen weiteren Verlust an Vertrauen und Akzeptanz in der Bevölkerung zu vermeiden.

Osterburg: Kindergärtnerinnen werden auf Wolfsbegegnungen vorbereitet

In Osterburg, nur wenige Kilometer von Stendal entfernt, sollen die Leiterinnen der Kindereinrichtungen in der Gegend an einer Schulung im Wolfskompetenzzentrum Iden teilnehmen. Dabei soll es darum gehen, was bei einer Begegnung mit dem Wolf zu beachten ist, wie der Osterburger Bürgermeister Nico Schuz (CDU) gegenüber az-online,de erklärte. Ein “vernünftiger Zaun” um Schulen und Kindergärten solle künftig Usus sein, so der Bürgermeister weiter.

Bayern: Ein Wolf sorgt für Aufregung

Nachdem im April vier Schafe in St. Heinrich am Starnberger See gerissen wurden, ist nun per DNA-Analyse der Nachweis erbracht worden, dass ein (in Ziffern: -1-) Wolf der Verursacher war. Das Tier hat den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen vermutlich schon wieder verlassen. Dennoch versetzt der Vorfall “Bauern und Jäger in Alarmstimmung”, wie der Merkur berichtet. SE

Beitragsbild: Kopf der vom Kreistag Stendal verabschiedeten Resolution für ein praxistaugliches Wolfsmanagement. (Bildschirmfoto, Ausschnitt)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.