Sachsen-Anhalt: Herdenschutzhund bei Wolfsangriff schwer verletzt

Am Elbdeich im Landkreis Stendal ist ein neun Jahre alter Herdenschutzhund durch einen Wolfsangriff schwer verletzt worden. Der Schäfer fand die zehn Jahre alte Kaukasische Schäferhündin Ira am Sonntag Mittag “blutüberströmt und schwer atmend” in dem Pferch, in dem Herdenschutzhunde und Schafe zur Beweidung des Deichs eingesperrt sind, wie die Volksstimme berichtet. Der Wolf fügte der Hündin mehrere tiefe Bissverletzungen in der Halsgegend zu. Das “Wolfskompetenzzentrum” Iden bestätigte den Wolfsangriff. Der Schäfer hofft, dass er die Tierarztkosten in Höhe von 180 Euro ersetzt bekommt. Ob der Hund nach der Genesung wieder als Herdenschutzhund eingesetzt werden kann, ist fraglich. red.

Beitragsbild: Herdenschutzhunde – sie sind bei ihrem Job selbst gefährdet und bieten keinen absoluten Schutz gegen Wolfsangriffe. Foto: SE

12 Gedanken zu „Sachsen-Anhalt: Herdenschutzhund bei Wolfsangriff schwer verletzt

  1. Ronbi

    Selbst, wenn es verboten ist, Stachelhalsband mit den Stacheln nach außen.
    So jedenfalls, werden Herdenschutzhunde in Rumänien ausgerüstet.

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  2. Zündelnerlaubt

    Neun oder zehn Jahre alt?
    Spielt bestimmt nicht die allergrößte Rolle, wobei auch Herdenschutzhunde in die Jahre kommen. Die Hunde haben einen gefährlichen Job, das ist nunmal so und sollte auch den Haltern mehr als bewusst sein, doch ist der Hund der Einzige in der Herde? Es gibt doch bestimmt auch Möglichkeiten derart teure und wichtige Mitarbeiter zu schützen und warum wird davon nicht Gebrauch gemacht?
    Ich hoffe der Hund der unter Einsatz seines Lebens sine Herde beschützt hat bekommt nach der Genesung einen verdienten Ruhestand.

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  3. mikka

    Die erste Meldung über einen Kampf von Herdenschutzhund und Wolf.
    Nun kommen die nächsten Fragen… die ich hier nicht aufwerfe, das machen sicherlich andere.

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    1. Zündelnerlaubt

      Das ist nicht die erste Meldung, in Niedersachsen hat auch schon ein Herdenschutzhund etwas abbekommen. Es gibt auch auf einem Videoportal von Gurgel einige Wärmebild-Videos solcher Begegnungen.

      Im Übrigen stelle ich mir die Frage, obe es Sinn ergibt, EINEN Herdenschutzhund aufzubieten, wenn man damit rechnen muss, dass der Jäger im Rudel kommt.

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  4. Carpe Diem.. jetzt erst recht

    solche preisgünstigen Tierärzte gibt´s bei uns nicht: “allgem. Untersuchung” 14,90€, säubern der Wunde 30,-€, Spritze 65,-€, Nähen der Wundlöcher 35,-€, legen einer Wundwasserdrainage 40,-€, Tabletten 35,-€, Verbandsmaterial, Kragenbinden etc. 25,-€, Wiedervorstellung des Hundes in 8 Tagen und gleiche Prozedur.
    Eigentlich sollten die Schäfer in einer Gruppenversicherung sein, wo solche Wolfs-Attacken abgesichert sind?

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    1. Zündelnerlaubt

      Vielleicht zeigte sich der aufgesuchte Tierarzt solidarisch? Solche Menschen soll es tatsächlich noch geben und ich persönlich würde das auch tun.
      Ich könnte mir vorstellen, dass manche Schäfer sich schwertun eine solche Versicherung zu fördern.
      Manche Jäger finden sich ja auch großzügig wenn sie einen Euro auf der Drück – oder Treibjagd für die Hunde springen lassen.

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  5. D. Frehse

    Das Sicherheirzkonzept von NABU u. a. beruht auf dem wolfsssicheren Zaun mit Untergrabunggschutz und Einsatz von Herdenschutzhund en.
    Die Definition eines wolfsssicheren Zaunes ist bisher nicht schlüssig dargelegt worden!
    Der Einsatz von HSH als Drohkulisse bzw. Abschreckung und zweite Sicherheitslinie ist ab jetzt kein garantierter Schutz mehr.
    Die Frage nach passiven Schutzhilfen (Halsband) ist zu stellen. Desweiteren hat der Schäfer einen erheblichen Vermögensschaden erlitten. Der Hund wäre durch das Land zu ersetzen und sollte bei Arbeitsunfähigkeut eine EU Rente bekommen.
    Hat nun der Schäfer das Recht seinen Hund aktiv zu verteidigen? Der Hund ist ein erheblicher Vermögen swert. Wenn ja, womit denn eigentlich?
    Ist der Besitz bzw die Nutzung einer Schusswaffe bei den Verletzungen eines derartigen Hundes nicht zwingend notwendig?

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  6. Jawina-Leser HS

    Ich denke, dass das Konzept der Herdenschutzhunde, so wie es hier in Deutschland praktiziert wird, zum Scheitern verurteilt ist.

    1. Bei Jagdhunden ist es nahezu selbstverständlich, dass diese in Übungsgattern etc. für Auseinandersetzung mit wehrhaftem Wild ausgebildet werden. In welchem Ausbildungsgatter werden die Herdenschutzhunde für die Auseinandersetzung mit wirklich tötungsgeübten Wölfen ausgebildet? Ein Hund, der nicht gelernt hat, dass es in einer Auseinandersetzung mit dem Wolf um sein Leben geht, hat kaum eine Chance. Der Einsatz eines nicht ausgebildeten Hundes bei einer wirklich gefährlichen Arbeit ist unverantwortlich.

    2. Hunde haben ein relativ großes Schlaf- und Ruhebedürfnis. Beim Einsatz von Herdenschutzhunden in unserer belebten Landschaft (gerade an Elbdeichen, Spazierwegen etc.) ist zu beobachten, dass diese unermüdlich und ganztägig die Herde gegen Fußgänger, Radfahrer, Autos etc. verteidigen und unermüdlich auf den Beinen sind. Wie ein chronisch erschöpfter Hund (Herdenschutzhunde sind groß und schwer, jedenfalls keine Laufhunde) im Ernstfall Widerstand leisten soll, erschließt sich mir nicht.

    3. Schafhaltung ist heute ein kaum noch lohnendes Geschäft, Herdenschutzhunde „fressen“ den letzten Profit. Die finanziellen Möglichkeiten der Schäfer zum guten Unterhalt der Hunde sind von daher stark begrenzt. Die von mir bisher gesehenen Herdeschutzhunde machten auf mich einen schlechten Eindruck: teilweise überaltert, krank (evtl. Räude), ungepflegt und schwächlich. Wie solche Hunde einen ausgeruhten und wohl genährten Wolf abwehren sollen, erschließt sich mir nicht.

    4. In Deutschland haben wir diverse Wolfsrudel und es werden jedes Jahr mehr. Was will ein armer Schäfer mit zwei/drei Hunden pro Herde gegen den Angriff eines Wolfsrudels ausrichten?

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  7. D. Frehse

    DIE DIE WOLFSSICHEREN Zäune und die Anwesenheit von Herdenschutzhund en sind von NABU und Co offensiv und penetrant als das Mittel vermarktet worden. Die Politik hat es aufgegriffen und umgesetzt.
    Klar, HSH stehen auf dem Elbdeich am Wochenende unter Dauerstress. Das Territorium wird auch gegenüber Spaziergängern verteidigt.
    Es gibt Defizite, die zu benennen sind. Das Büro LUPUs und die Ökokonzerne haben Mogelpackung verkauft.

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