Sachsen-Anhalt: Aujeszkysche Krankheit bei Wildschwein nachgewiesen

Im Altmarkkreis Salzwedel hat sich erstmalig der Verdacht der Aujeszkyschen Krankheit durch Nachweis von Antikörpern bei einem erlegten Wildschwein bestätigt. Darüber informiert die Amtsveterinärin des Kreises, Elke Filter, in einer Pressemitteilung. Die Aujeszkysche Krankheit oder Pseudowut ist eine durch Viren übertragene anzeigepflichtige Tierseuche mit geringer Pathogenität für den Menschen, die jedoch bei fast allen Säugetieren tödlich verläuft (siehe verlinkten Wikipedia-Artikel). Insbesondere Jagdhunde sind gefährdet. Sie können sich durch den Verzehr rohen Wildschweinfleischs, aber auch durch Arbeit auf der Wundfährte oder den Kontakt mit verschmutzten Stiefeln, Aufbrechwerkzeugen u.ä. infizieren. Die Krankheit verläuft bei Hunden zu 100 Prozent tödlich, es gibt keine wirksamen Medikamente, keine Heilung.

Die Amtstierärztin Frau DVM Elke Filter ruft alle Jäger zur Mithilfe auf. Sie bittet um Einsendung von Schweißproben aller erlegten Wildschweine für diese Jagdsaison, damit dieses Krankheitsgeschehen flächendeckend beobachtet und bewacht werden kann. Eine Übertragung vom Wildtierbestand auf die Hausschweinepopulation ist unbedingt zu verhindern und ein unmittelbarer Kontakt von Jagdhunden mit Wildschweinen ist auf das notwendigste zu beschränken. Weiterhin sollte vermieden werden: möglichst kein Beuteln der erlegten Stücke und kein verfüttern von rohen Aufbruch von Schwarzwild an Hunde. Jäger, die selbst Schweinehalter sind oder Schweine betreuen, haben besondere Hygienevorschriften einzuhalten. Nicht mit Jagdkleidung den Stall betreten, kein Wildschwein im Stall aufbrechen und besondere Vorsicht beim Zerwirken und bei der Entsorgung der nicht verwertbaren Reste walten lassen.

Zur Erklärung der Tierseuche folgende Hinweise:

Die Aujeszkysche Krankheit, auch Pseudowut genannt, ist eine Herpes-Viruserkrankung, die vorrangig Schweine, aber auch Haustiere wie Hunde und Katzen befallen kann und im Hausschweinebestand zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden führt. Markante Symptome der Erkrankung sind Juckreiz, Wesenveränderungen, Erbrechen und Lähmungserscheinungen.
Die Inkubationszeit (Zeit zwischen Ansteckung und Ausbreitung der Krankheit) liegt bei 2 – 9 Tagen.
Die Ansteckung für Hunde und Katzen erfolgt über Blut/Schleimkontakt oder und über die Nahrungsaufnahme.
Für Hunde und Katzen ist das Virus bei einer Infektion immer tödlich, eine Impfung gibt es nicht.
Für die Menschen ist die Aujeszkysche Krankheit ungefährlich.

Bei Infektionsverdacht sollten unbedingt ein Tierarzt und das zuständige Veterinäramt konsultiert werden. Altmarkkreis Salzwedel, Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt, Karl-Marx-Straße 32, 29410 Salzwedel, Tel.: (03901) 840 416, E-Mail: Vetamt@Altmarkkreis-Salzwede

Folgende Abgabestellen stehen im Altmarkkreis Salzwedel zur Verfügung:

Altmarkkreis Salzwedel – Kreisverwaltung in Salzwedel –  Veterinäramt und untere Jagdbehörde und Außenstelle Gardelegen;
Tierärzte: TA Schulz (Arendsee), TA Henke (Binde), TA Nebelung (Jeetze), TA Schliekau (Pretzier), TA Graul (Bombeck), Dr. Lerche (Dähre), TA Zipperling (Gieseritz), Dr. Neuling (Siedenlangenbeck), Dr. Loose (Jübar), TA Toralf Schulz (Beetzendorf), TA Runow (Immekath), TA Dressel sowie TÄ Preetz (Kalbe/Milde)
Betreuungsforstamt Klötze

PM Altmarkkreis Salzwedel, SE

Beitragsbild: Erlegtes Wildschwein (Copyright: SE). “Beim Schwein verläuft die Aujeszkysche Krankheit als zyklische Allgemeininfektion mit Virusausbreitung über Lymph- und Blutgefäße und Nerven. Zentralnervensystem und die Schleimhäute des Respirationstraktes sind bevorzugte Manifestationsorgane. Wie bei allen Herpesinfektionen gibt es bei SHV-1 bei Schweinen eine latente (meist lebenslange) Infektion, welche insbesondere unter Stress reaktiviert wird.” Wikipedia

6 Gedanken zu „Sachsen-Anhalt: Aujeszkysche Krankheit bei Wildschwein nachgewiesen

  1. Paul

    ist diese Infektion auch schon in anderen Bundesländern bekannt/ aufgetreten …… ?
    Meckl./ Vorpommern ist nicht weit …. und hat emens hohen Schwarzwildbestand….
    Die Ansitz- Drückjagden …. mit erhöhtem Hundeeinsatz zum Stöbern stehen vor der Tür….
    Ich bin kein Panikmacher, aber meine (wertvollen ) Hunde liegen mir doch sehr am Herzen …..
    Aufbruch liegt ( weil vorwiegend bleifrei geschossen wird ) eine bestimmte Zeit lang überall bei den Jagden herum …
    … scheint mir doch reichlich b e d e n k l i c h zu sein ….

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  2. Paul

    dieser Artikel ist eine ENTE …. !!!
    soeben habe ich in Salzwedel beim dortigen zuständigen Veterenäramt angerufen und die v e r b i n d l i c h e Auskunft bekommen , das sich der V E R D A C H T auf diese Infektion bei dem untersuchten Stück Schwarzwild n i c h t bestätigt hat.
    Ich habe absolut kein Verständnis dafür, das schon bei einem unbestätigten Verdacht deartige HORRORMELDUNGE ( 100 % tödlich zB bei Hunden ) im Internet5 veröffentlicht werden ….
    ich E R W A R T E eine s o f o r t i g e Korrektur dieser FALSCHMELDUNG !!! ( u n g l a u b l i c h :::!!!!!! )

    die von mir getätigte Nachfrage beim Veterinäramt wäre jedem o r d e n t l i c h e n Journalisten genauso schnell ( 5Minuten ) mögl. gewesen …. ( Frage : dumm oder Faul oder sensationslüstig….. auf alle Fälle u n m ö g l i c h )

    nun bin ich gespannt, ob sie diese Meldung veröffentlichen – habe sie vorsorglich zur ( evtl ) Weitergabe an andere Medien gespeichert

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    1. admin Beitragsautor

      http://www.altmarkkreis-salzwedel.de/desktopdefault.aspx/tabid-72/116_read-1854/

      Die Geschichte ist KEINE ENTE, jedenfalls steht die offizielle Pressemitteilung des Altmarkkreises heute Abend noch immer auf der Seite des Kreises. Auch die Lokalzeitung berichtet:

      http://www.az-online.de/altmark/beetzendorf-diesdorf/wildschwein-toedlichem-virus-5693953.html

      Wenn Sie andere Informationen haben, teilen Sie die uns doch einfach mit, ohne sich so aufzuplustern, vielen Dank.

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  3. Joachim Orbach

    Sehr geehrter Herr Elison,
    ein solches Foto sollte man meiner Meinung nach als Jäger nicht in das Internet stellen, denn die breite Öffentlichkeit achtet u.a. auch auf die Darstellung der Jagd auf Fotos.

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    1. admin Beitragsautor

      Sehr geehrter Herr Orbach,
      mit der Hülse hat ein Schütze auf einer Drückjagd ein von ihm erlegtes Schwein markiert, das er erwerben wollte. Das Schwein stört es nicht mehr – es gibt schlimmeres, finde ich. Im Netz finden sich z.B. diverse höchst fragwürdige Videos, die Jagdgegnern Munition liefern. Wer sich über Jagd & Jäger aufregen will, wird es tun, egal, wie sehr wir uns verstecken und klein machen. Trotzdem danke für Ihren Hinweis.
      Beste Grüße und WMH
      SE

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  4. Anko

    Laut DJZ 2/2011 habe 2008 in den neuen Bundesländern die Durchseuchung mit AK zwischen 3 Prozent in Thüringen und 29 Prozent in Brandenburg gelegen, für Sachsen wurden 22 Prozent angegeben. Bei den genannten Prozentsätzen der Schwarzwildstrecke wurden Antikörper nachgeweisen, die eine (nach meinem Verständnis dann ja wohl in der Regel bereits überstande) Infektion belegen. Damit wären die genannten, zunächst einmal erschreckend hohen Prozentsätze beim Schwarzwild zwar nicht mehr infektiös, waren es aber irgendwann im Laufe ihres Lebens.

    Daran gemessen sind die Fallzahlen von durch AK umgekommenen Hunden glücklicherweise sehr gering. AK scheint damit unter Beachtung üblicher Sorgfalt trotz Schwarzwildkontaks offenbar eher selten auf Hunde überzugehen. Nach meinem Eindruck somit zwar kein Anlass zu totaler Entwarnung, aber sicher auch kein Grund, den Hund künftig nur noch mit Mundschutz am Schwarzwild arbeiten zu lassen.

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