Sachsen: 80-jähriger Rentner entwaffnet

Und wieder ist Deutschland ein Stückchen sicherer geworden: Weil er im Februar 2017 seine Schreckschusspistole nach einer Reparatur auf einem vermeintlich menschenleeren Parkplatz im sächsischen Erzgebirgskreis ausprobierte, ist ein 80 Jahre alter Rentner wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz zu einer Geldauflage in Höhe von 500 Euro verurteilt worden. Außerdem wird die Waffe eingezogen. Ursprünglich sollten es sogar 600 Euro sein, aber der Angeklagte hielt dem Richter erfolgreich vor, dass seine konfiszierte Schreckschusswaffe schließlich auch Geld gekostet habe. Ein Bauhof-Mitarbeiter hatte den alten Mann dabei beobachtet, wie er ordentlich die Hülsen der verschossenen Platzpatronen aufsammelte und einer hiesigen Tradition folgend die Polizei verständigt. Der Besitz einer Gas- oder Schreckschusspistole ist in Deutschland Personen ab 18 Jahr zwar erlaubt, für das Führen außerhalb des eigenen Grundstücks ist seit 2003 ein sogenannter Kleiner Waffenschein erforderlich. Dies war dem Rentner wohl entgangen.

Der Senior und seine Anwältin brachten einige ganz plausibel klingende Einwände gegen das Urteil vor, die das Gericht jedoch allesamt nicht überzeugen konnten: Dass er die Waffe sicher im Kofferraum seines Wagens transportiert habe, sie auf dem vermeintlich leeren Parkplatz, wo nirgendwo ein Haus stehe, wie der Mann der Freien Presse zufolge beteuerte, doch nur habe ausprobieren wollen, dass er niemand gefährdet habe und von Silvesterböllern auch keine größere Gefahr ausgehe, dass der Mann bei der NVA an ganz anderen Waffen ausgebildet worden sei – Von der 57-Millimeter-Kanone über die 76-Millimeter-Kanone bis zur 120-Millimeter-Haubitze – dass er seinerzeit mit der MP Wache schob und gar eine scharfe Dienstpistole besessen habe – das prallte am Richter ab.

Der Angeklagte meinte, in dem Prozess werde mit “staatlichen Kanonen auf Spatzen” geschossen und kündigte an, den “sogenannten Freistaat” zu verlassen und Asyl in einem Altersheim in Sachsen-Anhalt zu suchen. Ob es da besser ist? Vielleicht doch lieber gleich nach Tschechien ziehen, da lebt es sich mit einer schmalen Rente auch viel kommoder… SE

Beitragsbild: Gefährlich, gefährlich: Schreckschusswaffen. Foto: SE

2 Gedanken zu „Sachsen: 80-jähriger Rentner entwaffnet

  1. Jochen

    Vermutlich hat der Denunziant ( eine wirklich urdeutsche Tradition) in dem 80jährigen Rentner, einen getarnten ISIS Terrorist vermutet, und ist seiner staatsbürgerlichen Pflicht nachgekommen. Damit auch alles seine Ordnung hat, wenigstens bei so einem Klein$(#€/Z
    Hier im Westen, fuchtelt ein ganz anderes Klientel mit solchen Dingen herum, aber da traut sich irgendwie nie jemand, die Polizei zu rufen? Könnte im Nachgang ja auch gefährlicher werden, als bei einem 80jährigen deutschen Rentner. Man muß halt wissen, wann der richtige Zeitpunkt ist, um den Helden zu spielen.

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