Sachsen: 118.000 Stück Wild im Jagdjahr 2016/17 gestreckt

Staatsminister Schmidt: „Schwarzwild weiter konsequent bejagen!“

Sachsens Jägerinnen und Jäger haben im letzten Jagdjahr insgesamt 118 000 Stück Wild erlegt. Mehr als 75 000 davon sind Rot-, Dam-, Muffel-, Reh- und Schwarzwild. Damit bewegt sich die Schalenwildstrecke auf dem hohen Niveau der vorangegangenen Jagdsaison. „Ich sehe darin einen Beleg dafür, dass das Wild im Freistaat Sachsen beste Lebensbedingungen vorfindet und die Wildbestände ansteigen, insbesondere das Schalenwild“, so Umweltminister Thomas Schmidt. Die statistische Auswertung der Streckendaten aus dem Sächsischen Wildmonitoring listet für das Jagdjahr (1. April 2016 bis 31. März 2017) unter anderem 4 251 Stück Rotwild (Vorjahr: 4 137), 36 215 Stück Rehwild (Vorjahr: 36 530) und 33 258 Wildschweine (Vorjahr: 32 879) auf. „Mit diesem Ergebnis stellt die sächsische Jägerschaft in den Jagdbezirken eindrucksvoll unter Beweis, dass sie den jagdgesetzlichen Auftrag für Hege und Bejagung des Wildes annimmt und erfüllt“, so Schmidt weiter.

„Die Jägerinnen und Jäger leisten damit nicht nur wertvolle Beiträge für den Natur- und Artenschutz. Mit einer landschaftsangepassten Hege und tierschutzgerechten Jagd tragen sie auch dazu bei, Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft vor Schäden zu bewahren. Gleichzeitig stellen sie gesundes heimisches Wildbret zum Verzehr zur Verfügung“, lobt der Staatsminister.

„Die Entwicklung des Schwarzwildbestandes gibt aber leider Anlass zur Sorge“, so Schmidt weiter. Die Strecke ist nun zum wiederholten Male gestiegen und liegt mit aktuell 33 258 Stück fast dreimal so hoch wie noch 1991/1992. „Die angewachsene Schwarzwildpopulation führt nicht nur zu regional steigenden Schäden vor allem in der Landwirtschaft. Sie lässt darüber hinaus auch die Gefahr der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest steigen“. Diese Tierseuche ist zwar für den Menschen ungefährlich. Sowohl für Schwarzwild als auch für Hausschweine verläuft sie jedoch tödlich. Von Osten kommend dringt die Seuche immer weiter in Richtung Deutschland vor.

„Mit dem Nachweis der Seuche im Südosten der Tschechischen Republik Ende Juni diesen Jahres ist die Afrikanische Schweinepest nicht mehr weit von unserer Haustür entfernt“, ist der Staatsminister besorgt. „Für die Jäger muss das ein Anlass sein, das Schwarzwild weiter konsequent zu bejagen, wie es auch die Freiberger Erklärung aus dem Jahr 2014 vorsieht. Das sächsische Jagdrecht bietet den Grundeigentümern, Flächennutzern und Jägern optimale Möglichkeiten für eine effektive Jagd. Insbesondere gelten seit diesem Jahr unbürokratische Regelungen zur Anlage von Bejagungsschneisen in Maisfeldern.“ PM

Beitragsbild: Jagdstrecke. Foto: SE

5 Gedanken zu „Sachsen: 118.000 Stück Wild im Jagdjahr 2016/17 gestreckt

  1. Niederwildjäger

    Interessante Statistik. Sie zeigt eindrucksvoll, das die rotwildstrecke in den letzten Jahren nicht deutlich gestiegen ist. Also von einem Feldzug gegen das Rotwild im Freistaat Sachsen wie auch auf diesen Seiten mal angedeutet wurde, ist aus diesen Zahlen nicht ableitbar. Also warum die ganze Aufregung…?

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    1. admin Beitragsautor

      Die bloße Streckenzahl für das gesamte Land und Jagdjahr ohne detaillierte Angaben was, wie, wo und von wem gestreckt wurde, rechtfertigt keine Schlussfolgerung dieser Art, da die Streckenergebnisse eines lokal und von bestimmten Akteuren geführten “Feldzugs gegen das Rotwild” – so er denn stattfindet – in den normalen, nicht unbeträchtlichen Schwankungen der Gesamtstrecke aufgehen würden.

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  2. Niederwildjäger

    Aber bei den nachhaltig im Freistaat Sachsen erzielten streckenergebnissen kann das Rotwild im Erzgebirge nicht vom aussterben bedroht sein. Das was gestreckt wurde, muss auch da sein…! In der Tabelle gehen die Streckenergebnisse aus den letzten Jahren, bis in die Neunziger Jahre zurück…

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  3. Niederwildjäger

    Und ob 100 oder 200 Stück Rotwild mehr oder weniger gestreckt werden, das hat auf eine gesamtpopulation nach meiner wildbiologischen Einschätzung auf den Gesamtbestand null Einfluss…,

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    1. admin Beitragsautor

      Sie widerlegen Argumente, die niemand vorgebracht hat. So kann ich mich nicht entsinnen, dass jemand behauptet hat, das Rotwild sei vom Aussterben bedroht. Ebenso unbestritten ist, dass einige hundert Stück mehr oder weniger das Überleben dieser Art nicht gefährden. Aber dass gebietsweise und von bestimmten Akteuren eine überzogene Reduktionsstrategie gefahren wird und/oder das Rotwild teilweise mit tierschutzrechtlich fragwürdigen – und obendrein den Verbiss fördernden – Methoden bejagt wird wie z.B. Drückjagden im Januar, das widerlegen Sie mit Ihren Ausführungen nicht. Das ist aber meines Wissens das, was die Leute beklagen, die von einem Feldzug gegen das Rotwild sprechen.

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