Russland: Fake News – Bär soll Mann wochenlang gefangen gehalten haben

Ein Braunbär soll einem Mann in der zur russischen Föderation gehörenden autonomen Republik Tuwa die Wirbelsäule gebrochen und das bewegungsunfähige Opfer wochenlang als Vorrat in seiner Höhle gefangen gehalten haben. Das berichtet die Siberian Times unter Berufung auf die russische Tageszeitung Izvestia und die Nachrichtenagentur EADaily. Auf der verlinkten Internetseite der Siberian Times sind Fotos des übel zugerichteten angeblichen Bärenopfers zu sehen. Dem Bericht zufolge soll eine Gruppe von Jägern den kaum noch lebenden Mann gefunden haben, weil ihre Hunde vor der Höhle stehen blieben, Laut gaben und sich weigerten, weiterzuziehen. Das Bärenopfer sei ungefähr einen Monat in der Höhle gewesen, heißt es. In einem Video soll zu sehen sein, wie er im Krankenhaus die Augen öffnet und seinen Vornamen Alexander nennt. An sein Alter und den Nachnamen könne er sich nicht erinnern. Schöne Geschichte – nur stimmt sie nicht.

Bereits die Siberian Times meldet starke Zweifel an der Geschichte an: Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums der Republik Tuwa habe erklärt, er könne den Vorfall nicht bestätigen. Der Vorfall sei weder von den Gesundheits- oder Notfallbehörden oder irgendeiner anderen offiziellen Einrichtung registriert worden. Der Vorfall habe sich, wenn überhaupt, dann außerhalb Tuwas ereignet. Auch die in dem Video gesprochene Sprache scheine kein in Tuwa üblicher Dialekt zu sein. In dem oben verlinkten Artikel in Izvestia wird darauf hingewiesen, dass die Bilder des angeblichen Bärenopfers bereits in einer älteren, ähnlich unglaubwürdigen Geschichte (beim Duschen auf einem Friedhof in Sotschi wurde Erde freigespült und ein Sarg mit einer lebenden Person darin freigespült…) verwendet und nun offenbar recycelt wurden. red.

Beitragsbild: Schlagzeile des verlinkten Artikels in der Siberian Times (Screenshot).

Die Red, dankt den JAWINA-Lesern RK und JG für ihre Hinweise!

4 Gedanken zu „Russland: Fake News – Bär soll Mann wochenlang gefangen gehalten haben

  1. kilalli

    Ich kenne den Mann!!
    Er ist Jungjäger und man hat ihm im letzten November anlässlich seiner ersten Bewegungsjagd beim Anstellen eingeschärft, dass er den Stand nicht eigenständig verlassen darf, bevor das Ende des Treibens über Handy mitgeteilt wird. Kurz danach war sein Akku leer. Vermisst hat man ihn überhaupt nur, weil er auf die monatlichen Mahnschreiben zur ausstehenden Standgebühr nicht reagierte. Merke: Kuckuckskleber können Leben retten!

    Er will sich nach Genesung nur noch der Fallenjagd widmen. Wünschen wir ihm Glück, wenn er dann beidhändig die Fängigkeit der Schwanenhälse kontrolliert.

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