Rücksichtslose Motocrosser zerschroten Nationalparks

Ministerium beklagt “erhebliche Beeinträchtigungen” durch illegale Motocrossfahrten in geschützten Gebieten

Das Problem ist vielen Jägern wohlbekannt: Rücksichtslose Möchtegern-Motocross-Fahrer schroten auf Geländemaschinen und Quads über Wald- und Feldwege oder gleich querfeldein durch geschützte Biotope. Mit Vollgas geht es haarscharf an zu Tode erschrockenen Spaziergängern vorbei, vor dem infernalischen Krach scheuende Pferde werfen ihre Reiter(innen) ab – wer würde von solchen, offenbar in prähumanen Entwicklungsstadien steckengebliebenen grenzdebilen Egomanen Rücksicht auf Natur und Kreatur erwarten? Das Umweltministerium von Mecklenburg-Vorpommern beklagt in einer Pressemitteilung, dass “leider vor allem bei gutem Wetter immer wieder illegale Motocross- bzw. Quadfahrten in den Großschutzgebieten Mecklenburg-Vorpommerns (MLUV), wie National- und Naturparks, Biosphärenreservate und Naturschutzgebiete, festgestellt würden. Das Ministerium weist darauf hin, dass dies “u.a. eine erhebliche Beeinträchtigung für die Tier- und Pflanzenwelt darstellt” und bei Verstoß ein Bußgeld in Höhe von 5.000 Euro drohen kann.

So sei das Befahren abseits ausgewiesener Wege oder auf Wander- und Radwegen Nationalparken und Naturschutzgebieten mit Motorfahrzeugen generell untersagt. Diese Verbote seien notwendig, da die unzulässigen Nutzungen zu erheblichen Störungen von Wildtieren wie auch zu Beeinträchtigungen des Naturerlebnisses von Urlaubern und Besuchern führten. Außerdem werden mit Motocrossmaschinen häufig Rad- und Wanderwege zum Teil erheblich beschädigt. Auch sind bei eventuellen Unfällen Bergungen für die Rettungsdienste aufgrund des unwägbaren Geländes besonders erschwert. Auch besteht besonders in trockenen Wetterphasen ein Restrisiko für das Auslösen von Waldbränden. Vor diesem Hintergrund werden in den betroffenen Gebieten verstärkt Gebietskontrollen durchgeführt. Das Ministerium bittet außerdem die Bevölkerung bei entsprechenden Beobachtungen darum, die jeweils zuständigen Naturschutzbehörden (z.B. untere Naturschutzbehörde der Landkreise oder die Nationalparkverwaltung) oder die Polizei möglichst schnell und konkret zu informieren. PM MLUV/SE

Beitragsbild: Gerade neu sanierter und bereits wieder beschädigter Radweg im Müritz Nationalpark. Copyright: Martina Fuhrmann

 

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