„Rote Listen“: Naturschutzpolitisches Kampfinstrument statt objektive Datenbasis

Der Landesjagdverband Hessen (LJV) weist pauschale Forderung nach einem Jagdverbot für Rote Liste-Arten entschieden zurück. „Die 24.500 hessischen Jägerinnen und Jäger bejagen in ihren rund 3.800 Jagdrevieren nur Wildarten, deren Bestand weder gefährdet noch stark rückläufig ist“, erklärte LJV-Pressesprecher Dr. Klaus Röther am Freitag in Bad Nauheim.  Deshalb werde zum Beispiel der Feldhase nur noch in Regionen erlegt, in denen ein ausreichend hoher Bestand gezählt worden sei.

„Im Gegensatz dazu hat aber keiner der hessischen Naturschutzverbände jemals Wildarten wie Feldhase und Rebhuhn für die „Rote Liste“ wirklich gezählt“, sagte Röther. „Die Aussagen der ,Roten Listen‘ gefährdeter Tier- und Pflanzenarten beruhen lediglich auf Schätzungen und Trends, in die auch massiv das verbandspolitische Interesse von Nabu, BUND und HGON einfließt“.

Diese Schätzungen, an denen in der Mehrzahl Mitglieder von  Nabu-, BUND- und HGON beteiligt seien,  liegen laut Röther „oft meilenweit von den tatsächlichen Bestandszahlen entfernt.“  So sei der Nabu im Herbst 1990 in einer Pressemitteilung davon ausgegangen, dass es in Hessen nur noch 4500 Rebhühner gebe.  Gemeinsame Zählungen von rund 5000 Jägern und Vogelschützern in über 2000 hessischen Feldrevieren ergaben jedoch in den folgenden drei Jahren jeweils einen Herbstbestand von 75.000 bis 80.000 Rebhühnern.  Diese im Auftrag des hessischen Umweltministeriums objektiv ermittelten Zahlen seien jedoch bezeichnender Weise nicht in die nächste hessische  „Rote Liste“ eingeflossen.

„Die Roten Listen“ haben keineswegs den amtlichen Charakter, den ihnen Nabu & Co. gerne zuschreiben“, betont Röther. „Diese Verbände machen mit dem Status des ,Gefährdetseins‘ Politik und werben damit Mitglieder und Spenden“, kritisiert der LJV-Sprecher. Mit  den „Roten Listen“ stärkten Naturschutzverbände quasi ihre Geschäftsgrundlage und Existenzberechtigung.

Für ganz Deutschland erstellten rund 700 ehrenamtliche Mitarbeiter die „Rote-Liste“-Zahlen für etwa 16.000 Tier- und Pflanzenarten, für ganz Hessen seien  noch keine 100 Mitarbeiter für eine Fläche von rund zwei Millionen Hektar zuständig. Röther: „Deshalb können die Roten Listen nur subjektiv gefärbte Schätzungen liefern. Am besten kennt den Wildbestand in den rund 3.800 Jagdrevieren immer noch der Jäger, der täglich vor Ort ist. Jäger haben die Jagd schon nachhaltig betrieben, als das Modewort „Nachhaltigkeit“ noch nicht in aller Munde war.“ Die „Roten Listen“ seien hingegen immer mehr zum naturschutzpolitischen Kampfinstrument für Verbandsinteressen verkommen. PM LJV Hessen

Beitragsbild: Feldhase. Autor: MOdmate, Quelle: Wikipedia

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