RLP-Umweltministerin Höfken: Jagd ökologisch sinnvoll

Die rheinland-pfälzische Umwelt- und Ernährungsministerin Ulrike Höfken (Bündnis 90/Grüne) erkärt: “Jagd ist ökologisch sinnvoll und notwendig.” Immerhin. Die in der selben Pressemitteilung vom Ernährungsministerium veröffentlichten “Hinweise zum sicheren Umgang mit Wildbret” hinterlassen indes einen zwiespältigen Eindruck: Als ob gegenüber Wildbret besondere Vorsicht angebracht sei.

Die PM im Wortlaut: „Die nachhaltige Jagd auf unsere heimischen Wildtierarten ist im Sinne des Schutzes unserer Wälder ökologisch sinnvoll und notwendig“, sagte Umwelt- und Ernährungsministerin Ulrike Höfken heute. Das Wildbret ist außerdem ein gesundes und ökologisches Lebensmittel, das aufgrund seiner optimalen Nährstoff-Energie-Balance den modernen Verbraucherwünschen entspricht.

„Bei der Zubereitung von Wildbret – wie bei anderen Lebensmitteln auch – müssen allerdings die allgemeinen Hygieneregeln berücksichtigt werden“, sagte die Ernährungsministerin. Das Ministerium rät dazu, Wildbret bei einer Kerntemperatur von 70° C für die Dauer von mindestens zwei Minuten zu braten bzw. zu garen. Sobald sich das Fleisch im Inneren von rot nach grau oder braun verfärbt hat, kann es unbedenklich verzehrt werden.

„Die Jagd trägt wesentlich dazu bei, Wildschäden zu vermeiden und eine ordnungsgemäße land- und forstwirtschaftliche Nutzung sicherzustellen“, so Höfken. Wildschweine können an landwirtschaftlichen Kulturen und an Weinbergen Schäden anrichten, Reh- und Rotwild können junge Bäume verbeißen und so die natürliche Verjüngung der Wälder verhindern. Daher sind die rund 18.000 Jägerinnen und Jäger in Rheinland-Pfalz in diesen Wochen und Monaten verstärkt in ihren Revieren unterwegs und stellen Wildschweinen, Rehen und Rotwild nach.

Zum Hintergrund: Jägerinnen und Jäger, die Wildfleisch an andere Personen abgeben, müssen die strengen Vorgaben des Lebensmittelhygienerechts beachten. Ihre Sachkenntnisse erwerben sie im Rahmen der Jägerprüfung sowie durch Fachfortbildungen wie die zur sogenannten „kundigen Person“. Die amtliche Lebensmittelüberwachung kontrolliert, ob die Jägerinnen und Jäger ihren Untersuchungspflichten nachkommen und beispielsweise erlegte Wildschweine auf Trichinen untersuchen lassen. Außerdem werden regelmäßig amtliche Proben von Wild durch den bundes-weiten Zoonosen-Stichprobenplan auf Keime untersucht und bewertet. Die Ergebnisse dieses Monitorings unterstreichen die Notwendigkeit, bei Wildbret dieselben Hygieneregeln zu beachten, die auch für Geflügel-, Schweine- oder Rindfleisch gelten.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat auf seiner Internetseite entsprechende Hygienehinweise für den Privathaushalt zur Verfügung gestellt: http://www.bfr.bund.de/cm/350/verbrauchertipps_schutz_vor_lebensmittelinfektionen_im_privathaushalt.pdf PM/SE

Beitragsbild: Ministerin Ulrike Höfken. Foto: Kerstin Bänsch, Quelle: Wikipedia., veröffentlicht unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported Lizenz.

3 Gedanken zu „RLP-Umweltministerin Höfken: Jagd ökologisch sinnvoll

  1. Grimbart

    Man muss die Grünen ja nicht mögen, aber unnötig sollte man sie auch nicht kritisieren. Es werden allgemeine Empfehlungen gegeben, die für andere Lebensmittelm auch gelten. Steht so im Text. In meinen Augen nichts worüber man sich aufregen müsste.

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  2. Hans-Dieter Pfannenstiel

    Jagd in unserer Kulturlandschaft ist durchaus mehr als Schutz vor Wildschäden und Sicherstellung ordnungsgemäßer Land- und Forstwirtschaft. Es geht den Grünen vollkommen ab, dass
    Jagd bei uns Geschlechter- und Altersklassenverhältnis in den Populationen des bejagten Schalenwildes in einem möglichst naturnahen Zustand erhalten bzw. diesen schaffen soll. Das ist eine aus Sicht des Naturschutzes, des Artenschutzes und gerade auch des Tierschutzes mindestens gleichrangige Aufgabe der Jagd. Und was ordnungsgemäße Land- und Forstwirtschaft angeht, so ist man sich da heute auch nicht immer sicher, ob da alles mit rechten Dingen zugeht. Das ewige Gejammer und Lamentieren der Wald-vor-Wild-Lobby relativiert sich doch erheblich, wenn man sich die Fakten der Bundeswaldinventur anschaut. Und welche verhängnisvollen Folgen die industrialisierte Landwirtschaft für die Biodiversität in unserem Lande hat, hat sich inzwischen ja auch herumgesprochen.

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  3. R.M.

    Ein guter Kommentar von Herrn Pfannenstiehl. Auch meiner Meinung nach kann man von den Grünen nicht viel vernüftiges erwarten.

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