Rheinland-Pfalz: Wildbretskandal im Kreis Ahrweiler?

Im Landkreis Ahrweiler ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft gegen einen wildverarbeitenden Betrieb. Dem Wildhändler wird vorgeworfen, Schwarzwild verarbeitet und in Umlauf gebracht zu haben, ohne die gesetzlich vorgeschriebenen Fleisch- und Trichinenuntersuchungen durchgeführt zu haben. Wie der General-Anzeiger berichtet, wurden die Geschäftsräume des Unternehmens durchsucht. Der Inhaber schweigt demnach bislang zu den Vorwürfen.

Ralf Schmidt, 1.Vorsitzender der Kreisgruppe Ahrweiler im LJV RLP schreibt dazu in einer Pressemitteilung: “Ungeachtet der Schuldfrage, sowie dem aktuellen Stand der staatsanwaltlichen Ermittlungen, ist nun das Wildfleisch (Wildbret) im Kreis Ahrweiler in Verruf geraten. Nach Vernehmen der Presse sollen die für den unbedenklichen Verzehr von Wildschweinen vorgeschriebenen Trichinen- Beprobungen nicht, oder nicht lückenlos stattgefunden haben.

Wenn dies so sein sollte, werden die erheblichen Bemühungen der ca. 800 Kreisjäger/innen zur Seuchenprävention (Afrikanische Schweinepest), dem ökologischen Waldumbau und der Vermeidung ausufernder Wildbestände -unabhängig der Schuldfrage- durch die Verfehlungen einzelner konterkariert.

Schlimmer: Unser Wildfleisch, welches mit dem Prädikat „mehr Bio geht nicht“ zu den absoluten Premiumlebensmitteln gehört, wird wohl noch schlechter zu veräußern sein, als es ohnehin schon ist. Wildbret ist sehr mager (1,78 g Fett pro 100g Muskel beim Winterreh) und reich an essenziellen Omega-3 Fettsäuren. Gesundheitsbewusste Verbraucher können also sicher sein, dass sie mit heimischem Wildfleisch ein hochwertiges Produkt erwerben, das reich an Mineralstoffen und Vitaminen ist.

Gerade, da erneut die Umstände in Großschlachtereien diskutiert werden, Tierwohl bei Haltung und Transport unserer Nutztiere immer mehr in den Fokus des Verbrauchers rücken und die Qualität angeblich das Kaufverhalten steuern soll, wäre eine Konsumzurückhaltung beim Wildfleisch das letzte, was wir alle gebrauchen können:

Wer Klimaschutz einfordert (Waldumbau), Seuchenfreie Märkte wünscht (Schweinepest), wer ökologisch- regional/saisonal für eine gute Sache hält und wer das Prinzip der Nachhaltigkeit unterstützt, der darf an unserem guten Lebensmittel nicht vorbeigehen.

Einen noch größeren Preisverfall werden sich die Jäger/innen im Kreis nicht erlauben können. Sollten dadurch bedingt unsere jagdlichen Bemühungen nachlassen, wäre dies ein großer Rückschritt für uns alle.

Denken Sie in der anstehenden Grillsaison mal über eine leckere Wildschweinwurst oder ein Rückensteak nach. Der Jäger Ihres Vertrauens wird Ihnen gerne den amtlichen Stempel auf dem Wildursprungsschein vorzeigen.” PM/red.

Beitragsbild: Beleg über ordnungsgemäß durchgeführte Trichinenprobe. Foto: SE

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